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Sie sollen weiterhin Beachtung finden, werden sie mir doch bereits zu Beginn meiner Reise, an Rosch-ha-Schana, dem jüdischen Neujahrstag, sehr deutlich vor Augen geführt. Dass zu den jeweiligen Feiertagen immer besondere Essensregeln gelten – ich versuche sie entsprechend zu würdigen.
Den höchsten jüdischen Feiertag (er wird in der Bibel auch als Sabbat Sabbaton = hoher Sabbat bezeichnet)
Yom Kippur
verbringe ich in Jerusalem, ungewöhnlich ruhig ohne Autos, Straßenbahn und dem dazugehörigen Verkehrslärm.
Er beginnt – wie alle Feiertage – am Vorabend mit dem Untergang der Sonne.

Jerusalem ohne Autos Yom Kippur ist der Aussöhnung mit Gott und den Mitmenschen gewidmet. Bereits in den Qumran-Schriften (Schriftrollen vom Toten Meer aus der Zeit 250 v. Chr. und 40 n. Chr.) finden sich Hinweise auf den Versöhnungstag. Im Vorfeld dieses hohen Feiertages bemüht man sich um Aussöhnung mit seinen Mitmenschen. Eine Erneuerung des Verhältnisses zu Gott könne nur dann gelingen, wenn Zank und Streit unter den Menschen beigelegt wären, heißt es in der Tora. Das Sündenbekenntnis und die Bitte um Vergebung gehen einher mit der Enthaltung von Essen und Trinken, von Körperwäsche und Kosmetik, von Lederschuhen und Geschlechtsverkehr. Es wird am Versöhnungstag mit nur kurzen Unterbrechungen in der Synagoge gemeinsam gebetet und volle 24 Stunden total gefastet.
Auch säkulare Juden im heutigen Israel fasten an diesem höchsten Feiertag, der zudem von intensivem Gebet geprägt ist. Menschen, die das ganze Jahr nicht zum Gottesdienst erscheinen, zieht es an diesem Abend in die Synagoge.
Am Abend vorher wird eine besonders üppige Mahlzeit serviert um das Fasten besser durchzuhalten zu können.
Hier mein Vorschlag für die Vorspeise und eine sehr nahrhafte Suppe:

li. Marinierter Salzhering, re. Auberginensuppe Marinierter Salzhering
- 6 halbe Matjesheringe
- 2 saure Äpfel (Boskop)
- 200 g gekochte Karotten in Würfel geschnitten
- 1 Zwiebel in Scheiben
- Kapern, Pfefferkörner, Lorbeer, 1 Biozitrone in Scheiben
- 1 EL Öl
- ¼ Tasse Essig
- 1-2 Tassen Sauerrahm
- 1 EL Zucker
Heringe und Äpfel in mundgerechte Stücke schneiden und zusammen mit Karotten und Zwiebelscheiben, sowie den Gewürzen abwechselnd in ein Glasgefäß schichten. Öl, Essig, Sauerrahm und Zucker mischen und das Ganze über die Heringe etc. gießen. 1-2 Tage im Kühlschrank durchziehen lassen. Mit Schwarzbrot und einem kühlen Bier (gibt es auch alkoholfrei) servieren.
Mit diesem Gericht hat uns „Scholzen-Oma“, die es aus dem Sudetenland mitgebracht hat, an den Geburtstagsfeiern immer beglückt. Irgendwie hat sich dabei für mich jüdische, tschechische und deutsche Küche vereint. Auch die Rugelach (aus einem früheren Beitrag, Nr. 15) haben für mich diesen 3fachen Ursprung. Sie sehen/du siehst: die Küche kennt keine Länder-Grenzen.
Anschließend etwas gehaltvolles ohne Fleisch:
Auberginensuppe mit Mograbieh (Couscous)
- 5 kleine Auberginen (ca. 1,2 kg)
- 150 ml Sonnenblumenöl
- 1 Zwiebel in Scheiben geschnitten
- 1 EL gem. Kreuzkümmel
- 1 ½ TL Tomatenmark
- 3 Tomaten gehäutet, in Würfel geschnitten
- 350 ml Gemüsebrühe
- 4 Knoblauchzehen, zerdrückt
- 2 ½ TL Zucker
- 2 EL Zitronensaft
- 100 g Couscous
- 2 EL Basilikumblätter oder
- 1 EL gehackter Dill
- Salz, Pfeffer
3 Auberginen rösten (wie in Blog-Beitrag Nr. 9 – Auberginen als Vorspeise: bei 220 Grad ca. 45 Min. in der Röhre backen bis die Haut beginnt schwarz zu werden), die restlichen Auberginen in Würfel schneiden und in dem erhitzten Sonnenblumenöl 10-15 Minuten unter gelegendlichem Wenden goldbraun frittieren. Falls nötig noch Öl zugeben, herausnehmen, auf einem Sieb abtropfen lassen und mit Salz bestreuen.
Zwiebel und Kreuzkümmel in den Topf geben und in 1 EL Öl wenige Minuten unter Rühren anbraten, Tomatenmark dazu geben und 1 Minute mitgaren. Dann Tomaten, Brühe, 400 ml Wasser, Knoblauch, Zucker dazugeben, mit 1 1/2 TL Salz und etwas Pfeffer abschmecken und 15 Minuten köcheln.
Inzwischen den Couscous nach Anweisung garen, anschließend unter kaltem Wasser abschrecken.
Das Fleisch der gerösteten Auberginen aus der Schale lösen und zur Suppe geben. Das Ganze mit dem Stabmixer pürieren. Couscous und Auberginen-würfel (von beidem etwas zum Garnieren zurückbehalten) dazugeben und die Suppe noch einmal u. a. mit Zitronensaft abschmecken. Mit Couscous, Auberginenwürfel und Dill o. Basilikum garnieren.
Vor, bzw. nach dem ausgiebigen Menü und unmittelbar nach dem Fasten ist es üblich, weil vernünftiger, den ersten Hunger mit einer Tasse Milchkaffee und einem Stück Kuchen zu stillen. Dabei kann die Art des Kuchens durchaus variieren.
Orangenkuchen (erinnert an den Lieblingskuchen Haris von Muawiya, dem arabischen Cäsar – Beitrag Nr. 8)
- 180 ml Sonnenblumenöl plus Öl für die Form
- 240 ml Orangensaft
- 160 g Orangenmarmelade
- 4 Eier
- abgeriebene Schale einer Bio-Orange
- 70 g Zucker
- 70 g Kokosraspel
- 90 g Mehl
- 180 g Hartweizengries
- 2 EL gemahlene Mandeln
- 2 TL Backpulver
- griechischen Jogurt zum Servieren
- Sirup:
- 150 g Zucker
- 1 EL Orangenblütenwasser oder Orangenlikör
- plus ein paar Tropfen für den Jogurt
Öl, Orangensaft, Marmelade, Eier und Orangenschale verrühren bis sich die Marmelade auflöst. In einer zweiten Schüssel die trockenen Zutaten mischen und danach sorgfältig mit der anderen Mischung verrühren.
Zwei 500-g-Kastenformen mit Öl einfetten und mit Backpapier auskleiden. Den Teig einfüllen und 45-60 Minuten backen. Die Garprobe mit einem Holzspieß machen: wenn an diesem nichts mehr klebt, ist der Kuchen fertig.
Den fertigen Kuchen mit einem Holzstäbchen mehrere Male anpiksen und den Sirup langsam darüber träufeln. Dazu gegen Ende der Backzeit Zucker, Orangenblütenwasser und 120 ml Wasser aufkochen und sofort vom Herd nehmen. Wer es weniger süß, dafür etwas alkoholischer mag, kann den fertigen, noch warmen Kuchen nur mit Orangenlikör tränken.

Orangenkuchen Im nächsten Beitrag komme ich von Yom Kippur zum nächsten großen Fest, dem Laubhüttenfest Sukkot und begebe mich, wenn Sie wollen, auf einen Spaziergang durch Jerusalem. In diesem Sinn viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren der Rezepte, guten Appetit und last but not least Shabbat Shalom
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Nach so viel Historie im letzten Beitrag werde ich mich diesmal etwas mehr mit den früheren und ebenso heutigen Bedürfnissen des Alltags befassen. Märkte, wie wir sie im Orient immer noch überall finden, waren und sind Anziehungspunkte zu jeder Zeit.
Der Souk (arabischer Markt) in der Altstadt Jerusalems, seine Stände und Händler, deren Angebot in den engen auf- und absteigenden Gassen: sie warten darauf von mir (und nicht nur von mir) entdeckt zu werden. Mir bietet sich ein Gewirr und Gewimmel von Menschen und Waren, das ich unmöglich bei meinem ersten Besuch in seiner Gänze erfassen kann. Die erforderliche Präsenz von Soldatinnen und Soldaten verwirren mich zusätzlich und wir beschließen in einem der typischen Restaurants eine Pause einzulegen. Wir probieren sowohl Tofuspieße, als auch diese Variante:
Lamm-Kebab
- 800 g zartes Lammfleisch gewürfelt
- je ¼ TL Piment, Zimt, Kardamom, schwarzer Pfeffer alles gemahlen,
- 3-4 EL frische Petersilie gehackt
- 1 Zwiebel gehackt, 1 geviertelt
- 5-8 Knoblauchzehen gehackt
- Saft ½ Zitrone
- 3 EL Olivenöl
- wenn vorhanden Sumak, wenn nicht die Gewürzmischung Zatar zum darüber streuen
- 2 EL Pinienkerne
- Salz
- Als Beilagen wird uns Fladenbrot, Tahina und gem. Salat angeboten
Fleisch in Würfel schneiden und mit den Gewürzen, der Zitrone und dem Öl vermengen dabei die Hälfte der Petersilie und der Zwiebeln zurückstellen. Das Fleisch zusammen mit den geviertelten Zwiebeln auf Spieße stecken und auf allen Seiten braten oder grillen (wenn Sie Holzspieße verwenden beim Grillen diese vorher 30 Min. in Wasser einweichen, damit sie nicht verbrennen) bis es gar und leicht gebräunt ist. Mit den gehackten Zwiebeln, Petersilie, den Pinienkernen bestreuen und mit Salz und Sumak nach Geschmack würzen. Mit den Beilagen servieren. Als Beilage kann ich mir z. B. auch Kartoffeln und grüne Bohnen vorstellen. Meine Weinempfehlung dazu: Rosé Kabinett aus Dettelbach in Franken.

Lamm-Kebab mit Kartoffeln und grünen Bohnen Solltest Du/Sie sowohl zu den Tofu-Spießen, als auch zu denen mit Lamm das Bedürfnis nach Ketchup haben, hier eine israelische Variante.

S-Schug
- 5-8 Knoblauchzehen
- 2-3 mittelscharfe Chilischoten
- 5 Tomaten, gehäutet und gewürfelt
- je 1 Bund Koriander und Petersilie, gehackt
- 2 EL Olivenöl
- 2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
- je ½ TL Kurkuma und Curry
- Samen von 3-5 Kardamom-kapseln
- Saft einer ½ Zitrone
- etwas Salz und eine Prise Zucker
Alle Zutaten in der Küchenmaschine zu einer Soße mixen, mit Salz und bei Bedarf Zucker abschmecken. Man kann sie zu diversen Spießen, Fleischgerichten, aber auch zu Reis oder Eintöpfen reichen.
Kühl gelagert hält sich diese Sauce bis zu zwei Wochen.

Die Vielfalt an Gewürzen auf dem Markt Neben dem Markt in der Old City hat Jerusalem einen weiteren, den Mahane Yehuda Market, der teils überdacht, teils offen ist und mit ca. 200 000 Besuchern pro Woche als der größte Israels gilt. Er wurde mir von mehreren Seiten bereits ans Herz gelegt und ich will ihn mir unbedingt ansehen. Allerdings meint es Petrus heute nicht so gut mit mir. Es scheint, der mir bereits angekündigte, für Jerusalem typische Sukkot-Regen im Anzug zu sein, der regelmäßig zum Laubhüttenfest nieder geht. Dabei fängt alles ganz entspannt an. Als ich das Haus verlasse, ist es zwar bewölkt, aber trocken. Der Markt bietet sich mir beileibe nicht so überfüllt, wie gestern beim Vorbeigehen dar. Fisch, Geflügel, Gemüse, Gewürz- und Kräutermischungen, geröstete Nüsse, türkischer Honig, div. Halvablöcke, süßes und pikantes Gebäck, Obst frisch und getrocknet – es ist ein wunderbar duftender Augenschmaus, dieser orientalische Markt und ein Erlebnis nicht nur für Food-Blogger/innen.

Halva, ein süßes Sesamdessert Mittlerweile ist er nicht mehr zu überhören: der Regen! Ich sitze bei einem Cappucchino zwar einigermaßen trocken, da ich einen überdachten Platz ergattert habe, aber nein, es tropft auch hier schon durchs Dach. Vielen Menschen um mich herum geht es sichtbar schlechter. Im Gegensatz zu mir sind es vor allem Ältere, die nicht so gut zu Fuß sind und auf dem mittlerweile rutschigen Boden Halt suchen. Die Händler, deren Ware zum Teil nass wird, suchen eifrig Planen zum Abdecken ihrer Kostbarkeiten. Das undichte Dach an vielen Stellen – es scheint noch nicht alt zu sein – läßt den Regen in steten Bächlein durchrinnen. Für die größeren Kinder ein Spaß, für die Kleinen Grund zu quengeln, weil Mama und Papa nicht weiter wollen. Weiter geht jedoch das Gezeter der Händler, diesmal wird nicht die Ware angepriesen, sondern das Dillema wegen des undichten Daches lautstark kommentiert. Die Erzählungen eines amerikanisch-jüdischen Ehepaars von ihren 6 Kindern drängt allerdings schnell alles Geschrei der Marktbetreiber in den Hintergrund. Der mittlerweile erwachsene Nachwuchs lebt in 6 verschiedenen Ländern und der Gedanke: unterschiedlichste Gründe (nicht zuletzt auch die Greueltaten der Nazis) haben das Volk Israel in alle Welt verstreut – wen wundert da heute eine derartige Familiengeschichte?
Mehr von Gemeinsamkeiten was Riten und Gebräuche betrifft trotz dieser Vielfalt im nächsten Beitrag. Und … vom Sukkot-Regen (Sukkot/ Laubhüttenfest findet 5 Tage nach Yom Kippur statt und dauert 7 Tage) zum Versöhnungsfest Yom Kippur dem höchsten jüdischen Feiertag. Ich habe den Mahane Yehuda bei einem meiner späteren Aufenthalte in Jerusalem besucht.
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Es ist ein besonderes Gefühl, das erste Mal von Tel Aviv aus langsam die Hügel hinauf ins judäische Bergland nach Jerusalem (ירשה = jeruscha unterscheidet sich zwar in Schrift, doch die Bedeutung des Wortes, „Erbe“, dünkt mir nur zu passend, auch wenn עיר שלם, oder „Stadt des Friedens“ der etymologischen Wahrheit näher kommen wird) zu fahren. Schnell lassen wir die gigantischen Hochhäuser hinter uns, Obstplantagen, Gemüseanpflanzungen auf einem dunklen fruchtbaren Ackerboden und die Bahngleise auf der anderen Seite begleiten uns. Die Bahnstrecke Tel Aviv – Jerusalem wurde 2018 fertiggestellt und die 56 km werden in 34 Minuten mit einer Geschwindigkeit bis zu 160 km/h zurückgelegt. Für uns, die wir mit dem Auto unterwegs sind, geht es die gut ausgebaute Straße von der Ebene hinauf in bewaldetes Gebiet, das sich allmählich in eine karge mit wenigen niedrigen Büschen bewachsene Landschaft verwandelt. Die Strecke verläuft mittlerweile in einem Einschnitt und ist beidseitig gut befestigt. Nach dem letzten steileren Stück und einer langen Kurve sehen wir die ersten Trabantenstädte auf einigen der vielen Hügel, auf denen sich die Stadt erstreckt.

Jerusalem Es ist Abend und die Stadt empfängt uns, getaucht in ein goldenes Licht. Der weißliche Kalkstein aus dem die ganze Stadt gebaut ist, leuchtet warm in der untergehenden Sonne.

Jerusalem im Abendlicht „Ist Jerusalem schön?“ fragt der Reiseschriftsteller Wolfgang Büscher in seinem empfehlenswerten Büchlein „Ein Frühling in Jerusalem“ und hat eine sehr passende Antwort parat: „Oh ja, aber seine Schönheit zeigt sich nicht jedem und nicht umsonst. Jerusalem ist eine orientalische Frau. Wer sie sehen will, muss erst durchs Dunkel wandern, lange durch obskure Tunnel irren, durch Gänge und Gewölbe, auf den Abend warten. Den richtigen Moment finden, die richtige, unscheinbare Tür oder Treppe.“
Nun – es ist soweit –
wir sind angekommen in Jerusalem, der Stadt, die Frieden (wie schon erwaehnt Ir Schalem עיר שלם= Stadt des Friedens und arabisch Al-Quds = die Heilige) erlebt hat, aber um derentwillen auch viele blutige Kriege geführt wurden. Ich kann der vielfältigen Geschichte hier nicht gerecht werden, es gibt zu vieles über sie zu erzählen. Wer tiefer eindringen möchte in die Historie, dem sei das Werk Simon Sebag Montefiores „Jerusalem, Die Biographie“ ans Herz gelegt.
Ein klein wenig eintauchen und damit die Neugier auf mehr wecken – das kann ich. Ich beginne bei den frühesten Spuren im 4. Jahrtausend v. Chr. und gehe weiter zu Abraham אברהם, dann David דוד, der die Stadt 1000 vor Chr. eroberte, seinen Sohn Salomon סלומון, der den ersten Tempel gebaut hat bis zu dessen Zerstörung, zum erneuten Bau und wiederum Zerstörung des zweiten Tempels. Makedonier, Makkabäer, Römer, Griechen, Byzantiner, Perser, Omaijaden (Kalif Muawiya – arabischer Cäsar), Abbasiden, Fatimiden, Outremer, Kreuzritter, Ayyubiden (Saladin), Mamelucken, Osmanen und noch viele mehr hinterließen ihre Spuren. Heute leben jüdische Einwanderer aus aller Herren Länder zusammen mit Palästinensern in dieser bis heute von politischen und religiösen Konflikten gezeichneten Stadt.
Lt. der jüdischen Überlieferung begann auf dem Tempelberg in Jerusalem die Schöpfung der Welt. Hier soll Adam אדם erschaffen, hier soll auch der erste Mensch=אדם begraben worden sein. Kain und Abel brachten hier Opfer dar, Noah war hier, ebenso Abraham, welcher anstelle seines Sohnes auf dem Tempelberg einen Widder opferte. David machte Jerusalem zur Hauptstadt und sein Sohn Salomon schließlich baute den ersten Tempel, den die Babylonier 587 vor Chr. zerstörten. Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft wurde bis 520 v. Chr. der zweite, bescheidenere Tempel errichtet. Der jüdische König Herodes von römischen Gnaden (37 vor – 4 nach Chr.) erneuerte das Heiligtum nochmal bis es 70 nach Chr. durch die Römer endgültig zerstört wurde. An seiner Stelle entstand die Marienkirche.
Mohammed, der Gründer des Islam, ritt der muslimischen Überlieferung nach auf seinem Pferd Al Burak von Mekka nach Jerusalem, band es an der Klagemauer fest und stieg vom Tempelberg auf in den Himmel. Sein Nachfolger Kalif Omar eroberte 638 Jerusalem, wiederum dessen Nachfolger Kalif Abd al-Malik ließ nach dem Vorbild der Grabeskirche einen ebenso prächtigen Dom über dem Felsen auf dem Tempelberg, den Felsendom, bauen. Wiederum dessen Sohn Al-Walid machte die Marienkirche zur Aqsa-Moschee.
Im gegenüberliegenden Garten Gethsemane am Fuße des Ölberges verbrachte Jesus seine letzte Nacht vor der Kreuzigung. Der Ölberg ist eine der heiligsten Stätten von Christen und Juden. Aber auch gläubige Moslems wollen, ebenso wie ihre christlichen und jüdischen Brüder und Schwestern, ihre letzte Ruhestätte dort finden. Sie alle glauben bei der Ankunft des Messias, dort als erste auferstehen zu können. Gläubigen Juden in der Diaspora legt man deshalb nach ihrem Tod beim Begräbnis ein Säckchen Erde aus dem Heiligen Land unter den Kopf.

Die Graeber am Fusse des Oelbergs im Hintegrund und der Garten Gethsemane im Vordergrund Wen wundert es da, dass sich 3 Weltreligionen um diese Stätte streiten.
Der heutige Nahostkonflikt nahm seinen Anfang in Jerusalem als 1920 die muslimischen Feierlichkeiten zu Ehren Nabi Musas (Prophet Moses), Pessachfest und Ostern zusammenfielen. Tausende von Pilgern, Soldaten, enttäuschte Araber aufgrund der Balfour-Deklaration, erzeugten eine aggressive Stimmung und sowohl Juden, Araber, als auch britische Soldaten zählten schließlich zu den Opfern der Zusammenstöße. Aus einem ursprünglich religiösen und gesellschaftlichen Ereignis wurde ein Kampf um das „heilige“ Jerusalem. Religion und Politik wurden zu einer „unheiligen“ Gemengelage.
Der Tempelberg (Berg Moriah הר הבית=Berg des Hauses) mit dem Felsendom, der Al Aksa Moschee und der Klagemauer als letztes Überbleibsel des Tempels ist bis heute Zankapfel sowohl der weltlichen, als auch der religiösen Führer.
Als ein kleines Beispiel für viele Ungereimtheiten innerhalb der arabischen Welt im Konflikt um Jerusalem erscheint mir die einstige Absicht des Großmuftis. Er und die Teilnehmer der ersten allgemeinen islamischen Konferenz verkündeten bereits 1931, eine islamische Universität als Gegengewicht zur hebräischen in Jerusalem errichten zu wollen um damit den arabischen Anspruch auf Jerusalem zu verdeutlichen. Sie sollte im Zentrum, wo sich heute der Unabhängigkeitspark und ein muslimischer Friedhof befinden, errichtet werden. Als die Ägypter vom Ausmaß dieses Projekts erfuhren, fürchteten sie für die Al-Azhar Universität in Kairo eine drohende Konkurrenz und stellten die Spendengelder ein, und jegliche weitere Planung wurde damit hinfällig. Heute ist auf dem gleichen Areal ein „Toleranz“-Museum geplant, was sowohl von jüdischen als auch muslimischen Aktivisten in den USA Protest hervor ruft, da muslimische Gräber geschändet werden würden. Wenige Jahrzehnte vorher wäre das gleiche Gebiet für die arabische Universität von derselben Bevölkerungsgruppe freigegeben worden. Heute spricht man den Imamen von damals einfach die Fachkompetenz ab.
Seit 1984 hat Jerusalem neben der hebräischen auch eine palästinensische Universität, die viele Jahre von Herrn Nusseibeh, einem umsichtigen Philosophieprofessor und Politiker geleitet wurde. Sie umfasst mehrere Standorte, hat jedoch ihr Hauptbüro in Ostjerusalem. Unter den diversen Fakultäten genießt besonders die medizinische in der arabischen Welt einen ausgezeichneten Ruf. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit der israelischen Regierung, die, erst nach einer Intervention durch die damalige amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice, auf den Bau einer Schutzmauer mitten durch das Universitätsgelände verzichtete.
Nicht nur in der arabischen Welt gibt es Beispiele wie das obige. Eine Ungereimtheit in der christlichen Welt zeigt die folgende Geschichte aus jüngster Zeit: Aramäische Christen in Istanbul brauchten ein neues Gotteshaus. Ihnen wurde von den türkischen Behörden ein Grundstück zugewiesen, bei dem es sich teilweise um einen früheren katholischen Friedhof gehandelt hat. Katholische Kirchenvertreter mussten jahrelang gegen ihre Glaubensbrüder auf Herausgabe des Grundstücks klagen und verzögerten damit den Bau einer katholischen Kirche. Erst der vatikanische Botschafter in der Türkei konnte Jahre später eine Lösung des Konflikts von Christen gegen Christen herbei führen. Muslime hatten den Kirchenbau längst bewilligt, der 2019 doch noch erfolgen konnte.
Die Neugier auf mehr (es gibt so viel mehr interessantes über die Stadt zu erfahren) habe ich nun hoffentlich geweckt und darf wieder von den geistigen auf die kulinarischen Highlights kommen. Ich habe die folgenden Spieße in den Suks (der wohl bekanntest Markt=Suk=שוק, der Mahane Yehuda befindet sich ausserhalb der alten Stadtmauern im Westteil der Stadt) der Altstadt gegessen und es war mit den Beilagen und einem erfrischenden Getränk ein ausgezeichnetes Menü.

Tofuspieße 
mit Bulgur und griechischem Jogurt Tofu-Spieße
- 200 g Tofu
- Sojasauce
- je 1 rote und gelbe Paprikaschote
- 2 kleine Zucchini
- einige braune Champignons
- Salz, Pfeffer
- Ras el-Hanout (Gewürzmischung)*
Tofu in Würfel schneiden und in der Sojasauce mindestens 1 Stunde marinieren. Inzwischen Paprika in gleich große Stücke schneiden, Champignons putzen und alles abwechselnd auf Holzspieße (diese wenn sie gegrillt werden vorher 30 Minuten in Wasser einweichen) stecken, nach Geschmack würzen und unter mehrmaligem Wenden grillen.
*Ras el-Hanout ist eine individuelle Mischung des jeweiligen Händlers. Ich habe sehr unterschiedliche Geschmacksnoten gekauft und sie sind variabel verwendbar, sollten aber vorher probiert werden.
Bulgur (Blog-Beitrag Nr. 13 oder Rezept von Blog-Nr. 16 ebenso geeignet)
- 50 g feiner Bulgur
- 25 g Sultaninen
- etwas Koriander-grün zum Bestreuen
- 10 g gehackte Minze
- 6 grüne Oliven ohne Stein, halbiert
- 1 EL geröstete Mandelblättchen
- 2 klein gehackte Frühlingszwiebeln
- 1 ½ EL Zitronensaft
- 40 ml Oliven-Öl
- 120 g griechischer Jogurt
Den Bulgur in einer Schüssel mit 140 ml kochendem Wasser übergießen.
Die Sultaninen 10 Minuten in 50 ml warmem Wasser einweichen, anschließend abgießen und mit 40 ml Oliven-Öl zu dem Bulgur geben. Kräuter, Oliven, Mandelblättchen, Frühlingszwiebeln und Zitronensaft hinzufügen, mit 1 Prise Salz würzen, alles gut durchmischen und nochmal abschmecken. Jogurt dazu servieren.
Bevor ich Ihnen/Dir ein schönes Wochenende bzw. Schabbat Shalom wünsche, noch ein süßer Abschluss:
Mandel- oder Walnusstorte (aus einem alten israelischen Kochbuch)
- 10 Eier (Gew.Kl. M)
- 250 g Zucker
- Saft und Schale einer unbehandelten Zitrone
- je 150 g gemahlene Mandeln und Walnüsse
- 1 Prise Salz
- 2 gehäufte EL Brösel
- etwas Öl und weitere gemahlenen Nüsse für die Form
Eigelb, Zucker, Saft und Schale der Zitrone cremig rühren, anschließend die Nüsse dazu geben. Abschließend das mit der Prise Salz steif geschlagene Eiweiß vorsichtig darunter heben.
Eine Springform ölen/einfetten und mit Bröseln oder geriebenen Nüssen ausstreuen.
Bei 180 Grad im vorgeheizten Ofen 40 – 50 Minuten backen. Mit einem dünnen Holzstäbchen kontrollieren, ob sie fertig ist (der Teig darf nicht mehr am Hölzchen kleben) und gleich aus dem Ofen nehmen. Vorsicht, nicht zu dunkel werden lassen, evtl. die letzten 15 Minuten mit Alufolie abdecken.

Mandel-/Walnuss-Torte mit Vanilleeis und Himbeeren Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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- Ananaskugel – 23. Ausflug nach Jericho
- Aniskekse – 37. Bethlehem Teil 1
- Apfel- o. Kirschstrudel – 21. Vorbereitung zum Laubhüttenfest
- Apfelweintorte – 34. Auf der Altstadtmauer …
- Auberginen mit Chermoula, Bulgur und Jogurt – 13. Cäsarea – Netanya
- Auberginensuppe mit Mograbieh – 20. Israel und Jerusalem ohne seine …
- Blumenkohl-Linsen-Curry – 12. Von Ostafrika zurück nach Nazareth
- Brotaufstrich aus Auberginen – 9. Tiberias, See Genezareth …..
- Brotkonfekt – 7. Immer noch Haifa, Hafen ……
- Brotsalat aus Kreta – 3. Schiffspassage
- Bulgur – 16. Tel Aviv/Yafo
- Challah – 6. Ausflug zu den jüdischen Feiertagen mit kulinarischen Köstlichkeiten
- Charosset – 32. Pessach
- Dattel-Nuss-Kuchen – 10. Moschaw, Kibbuz, Jordantal …
- Dörrobst-Kuchen – 25. Tel Aviv, vom Rothschild Blvd. ….
- Einfaches Sandwich – 5. Ankunft in Erez-Israel
- Englische Ingwerkekse – 26. Wieder in Jerusalem ….
- Fingernudeln – 9. Tiberias, See Genezareth ….
- Fisch in pikanter Sauce auf jemenitische Art – 14. Ans Tote Meer und mit König Herodes nach Masada
- Fischpfanne – 14. Ans Tote Meer und mit König Herodes nach Masada
- Fluden – 22. Europäischer Einfluss in Jerusalem
- Fränkischer Käsekuchen – 31. Klagemauer und ….
- Fränkisch/rheinischer Sauerbraten – 34. Auf der Altstadtmauer …
- Gazpacho – 23. Ausflug nach Jericho
- Gefüllte Auberginenröllchen – 26. Wieder in Jerusalem …
- Gefüllte Paprikaschoten – 37. Bethlehem Teil 1
- Gemüsesuppe mit Pesto – 10. Moschaw, Kibbuz, Jordantal …
- Golombki – 11. Von Bet She an zum Berg Tabor
- Granatapfelcreme – 8. Von Haifa nach Akko
- Gratinierter Obstsalat – 28. Tu biSchevat
- Grieskuchen „Haris“ – 8. Von Haifa nach Akko
- Grünkernfrikadellen – 1. Wie alles begann
- Hähnchenpfanne mit Bulgur – 16. Tel Aviv/Yafo
- Hähnchen-Sofritto – 16. Tel Aviv/Yafo
- Hamantaschen – 29. Purim
- Hokkaido-Gratin mit Ziegenfrischkäse – 30. Tempelberg ….
- Hummus – 5. Ankunft in Erez-Israel
- Injera – 12. Von Ostafrika zurück nach Nazareth
- Israelisch/arabischer Salat – 9. Tiberias, See Genezareth ….
- Kartoffelsuppe – 31. Klagemauer und …
- Kichererbsen-Curry – 12. Von Ostafrika zurück nach Nazareth
- Korma mit Tofu-Klösschen – 33. Von der Altstadt ….
- Lamm-Kebab – 19. Old City …
- Lekach – 6. Ausflug zu den jüdischen Feiertagen mit kulinarischen Köstlichkeiten
- Limoncello – 3. Schiffspassage
- Mafé – 35. Israel-Museum
- Maiskuchen – 12. Von Ostafrika zurück nach Nazareth
- Mandel-/Walnußtorte – 18. Jerusalem
- Mandelbrot – 35. Israel-Museum
- Marinierter Auberginensalat – 22. Europäischer Einfluss in Jerusalem
- Marinierter Salzhering – 20. Israel und Jerusalem ohne seine ….
- Mazze – 32. Pessach
- Milchsaures Gemüse – 10. Moschaw, Kibbuz, Jordantal …
- Möhren-Jogurt-Aufstrich – 23. Ausflug nach Jericho
- Orangenkuchen – 20. Israel und Jerusalem ohne seine …
- Picadillo – 25. Tel Aviv, vom Rothschild Blvd. …..
- Quarktorte ohne Boden – 15. Pfingsten – Schawuot
- Rachal (überbackener Fisch) – 27. Vom Skopusberg nach Givat Ram ….
- Rote Bete Salat – 27. Vom Skopusberg nach Givat Ram ….
- Rugelach – 15. Pfingsten – Schawuot
- Russischer Borschtsch – 28. Tu biSchevat ….
- S-Schug – 19. Old City …
- Schawarma-Sandwich – 5. Ankunft in Erez-Israel
- Schokoladen-Nuß-Kuchen – 30. Tempelberg …
- Sesambrot – 11. Von Bet She an zum Berg Tabor
- Shakshuka – 6. Ausflug zu den jüdischen Feiertagen mit kulinarischen Köstlichkeiten
- Taboule – 24. Ein Tag in Ramallah
- Tofu-Spieße – 18. Jerusalem
- Vegetarische Lasagne – 13. Cäsarea – Netanya
- Walnuß-Apfel-Kuchen – 27. Vom Skopusberg nach Givat Ram …
- Würstchen mit Erbsen – 29. Purim
- Za’atar – 24. Ein Tag in Ramallah
- Zucchini-Chutney – 29. Purim
Nach der alphabetischen Aufzählung bisheriger Gerichte, die ausgiebig unseren Geschmacksinn beansprucht haben, nun eine besondere Duftnote, welche unseren Geruchsinn heraus fordert. Es soll ein kleiner Vorgeschmack auf Jerusalem, seine Geschichten, sinnlichen Handlungen und Rituale sein. Das Licht von zwei Kerzen markiert den Beginn des wöchentlichen Ruhetags Schabbat (am Vorabend nach Sonnenuntergang – siehe dazu auch Beitrag Nr. 6) und der Geruch von Weihrauch, zum Ende des Feiertages, dient als Symbol für den Beginn des profanen Alltags. Die diversen Speisen zu den vielen Festen erinnern an die Sklaverei in Ägypten, die Wüstenwanderung und einiges mehr. Ich hoffe sowohl die Geschmacksnerven durch das Nachkochen und Backen, als auch alle anderen Sinne in den weiteren Beiträgen weiter anregen zu können.
Mir dient die Weihrauchpflanze wegen ihres starken würzigen Duftes im Sommer weder für spirituelle Handlungen noch zu Heilzwecken, sondern als Abschreckung gegen lästige Stechmücken und andere Plagegeister.

Weihrauchpflanze Schabbat Shalom
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Weiter geht es nach Tel Aviv/Yafo, der sowohl größten und provisorischen Hauptstadt nachdem David Ben Gurion 1948 die Unabhängigkeit Israels proklamiert hatte. Für einige Staaten darunter die USA ist mittlerweile Jerusalem die Hauptstadt Israels.

Impressionen aus Tel Aviv/Jaffa Diese offene und quirlige Weltstadt mit ihrem eigenen mediterranen Flair in Yafo/Jaffa, der ältesten Hafenstadt der Erde, und dem neuen, erst vor ca. 100 Jahren entstandenen Tel Aviv (= Hügel des Frühlings) ist allein schon eine Reise wert. Mittlerweile hat diese Doppelstadt ca. 400 000 Einwohner und ist sowohl die wirtschaftliche, als auch die kulturelle Metropole des Landes.
Der Besuch von zwei Museen liegt uns besonders am Herzen. Hier in Tel Aviv können wir unsere Neugier auf die vielen jüdischen Festtage und deren Rituale im HaAretz-Museum wecken und sogar teilweise befriedigen. Zusammen mit dem Nahum Goldmann-Museum der jüdischen Diaspora wird uns sehr viel über die Geschichte Israels vermittelt.
Eine nähere Erkundung in Tel Aviv ist uns zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht möglich – das Ziel der Reise, Jerusalem, wartet. Ich nehme mir fest vor, diese Stadt mit ihrem Mut zum Leben und der sprühenden Lust zu einem späteren Zeitpunkt zu besuchen und all das was im Augenblick nicht möglich ist, nachzuholen.
Was ich mit Tel Aviv schon jetzt verbinde, ist die Einladung einer befreundeten Familie meines Sohnes zum Abendessen. Vom Hausherrn selbst wurde fantastisch gekocht und sowohl er, als auch die Hausherrin sind unterhaltsame, interessierte und sehr liebenswürdige Gastgeber.
Hier ihr Menü, das mit vielen Anekdoten zusätzlich gewürzt und von einem exzellenten israelischen Rotwein aus den Trauben der Weinberge des Yatir Forests gekrönt wurde.
Die Anpflanzungen dort, zu denen Weingärten und auch verschiedene Straucharten gehören, sollen die Ausbreitung der Desertifikation, der Wüstenbildung, nördlich von Be’er Scheva stoppen. Sie reduzieren, wie wir es auch aus anderen heißen Gegenden kennen, die Verdunstung der seltenen Niederschläge und binden Kohlendioxid aus der Luft.
Hähnchenpfanne mit Bulgur
- 1 Hähnchen (ca. 1,3 kg)
- Salz, Pfeffer (aus der Mühle)
- Paprikapulver
- 500 g Tomaten
- 2 Knoblauchzehen
- frischen Thymian
- 4 EL Olivenöl
- 200 ml trockenen Weißwein
- etwas Hühnerbrühe zum Aufgießen
- 100 ml Sahne
Hähnchen waschen, trocknen und in viele kleine Stücke zerteilen, salzen, pfeffern und mit Paprikapulver einreiben (Gewürze vorher mischen). Thymianblättchen von den Stielen zupfen, Stiele zusammenbinden und mit in den Bräter geben.
Fleisch in heißem Öl anbraten, Thymian dazugeben (einige Blättchen zurückbehalten und vor dem Servieren zum Gericht geben), Wein angießen und im Bräter auf dem Boden des vorgeheizten Ofens bei 225 Grad 10 Minuten schmoren. Inzwischen Tomaten häuten, würfeln und zum Hähnchen geben, 30 Minuten weiter schmoren, ab und zu mit Bratfond begießen.
Temperatur auf 250 Grad hochschalten, Sahne zugeben und auf der mittleren Schiene 10 Minuten bräunen.
Restliche Thymianblättchen dazugeben und im Bräter servieren.
Bulgur (orientalisch)
- 200 g Bulgur
- 1 große Zwiebel
- 1 großen Bund Petersilie
- einige Blätter Minze (nach Geschmack)
- je 4 EL Olivenöl und Zitronensaft
- ½ Salatgurke
- 1 rote Paprikaschote
- 3 Tomaten
- 1 Salatkopf
Bulgur waschen, ca. 8 Minuten in der doppelten Wassermenge leise köcheln lassen und danach mit der Zwiebel, Petersilie und Minze (alles klein gehackt) mischen, ebenso Gurke, Paprikaschote und Tomaten klein geschnitten zusammen mit Öl und Zitronensaft hinzu fügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und ca. 2 Stunden durchziehen lassen. Auf den geputzten und gewaschenen Salatblättern anrichten und servieren.

Hähnchenpfanne mit Bulgur Und hier ein sephardisches Hähnchenrezept: Hähnchen-Soffritto. Es steht dem vorhergehenden aschkenasischen Hähnchen in keiner Weise nach, benötigt jedoch eine längere Garzeit. Dieses Rezept ist dem wunderbaren Kochbuch „Jerusalem“ von Ottolenghi/Tamimi entnommen.
Ich kann bei dieser Gelegenheit die immer wieder auftauchenden Bezeichnungen: Aschkenasen, Sepharden, Mizrachim kurz erläutern.
Bei den ersteren handelt es sich um Juden osteuropäischer Herkunft, die zweiten sind Juden und deren Nachfahren von der iberischen Halbinsel und als Mizrachim werden in Israel Juden bezeichnet, die aus Asien, dem Nahen Osten, aus arabischen und anderen muslimischen Ländern stammen.
Eva Illouz, Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem stellt die Unterschiede dieser Ethnien und die damit einhergehenden Probleme sehr gut und ausführlich in ihrem Buch „Israel“ dar.
Hähnchen-Soffritto
- 1 EL Sonnenblumenöl
- 1 Freilandhähnchen geviertelt
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- ¼ TL gem. Kurkuma
- ¼ TL Zucker
- 2 ½ TL Zitronensaft
- 1 große Zwiebel, geschält und geviertelt
- Sonnenblumenöl zum Fritieren
- 750 g vorwiegend festkochende Kartoffeln,
- geschält und in 2 cm große Würfel geschnitten
- 15 Knoblauchzehen
- Salz, schwarzer Pfeffer
Öl in einem großen Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Die Hähnchenteile mit der Hautseite nach unten ca. 4 – 5 Minuten anbraten bis sie goldbraun sind. Mit Paprika, Kurkuma, Zucker, 1/3 TL Salz, 1 kräftige Brise Pfeffer und 1 ½ EL Zitronensaft würzen, dann wenden. Die Zwiebel zufügen und das Hähnchen zugedeckt etwa 1 ½ Stunden bei geringer Hitze im eigenen Saft garen. Es sollten immer ca. 0,5 cm Flüssigkeit im Topf sein, ggf. kochendes Wasser nachgießen.
Nach 30 Minuten Garzeit die Kartoffeln mit dem Knoblauch portionsweise in etwa 6 Minuten bei mittlerer bis starker Hitze knusprig frittieren. Mit einem Schaumlöffel herausheben, auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Salz bestreuen.
Das Fleisch nach 1 Stunde Garzeit herausnehmen, Kartoffeln und Knoblauch hinein geben und in der Flüssigkeit wenden. Nun die Hähnchenteile darauf legen und noch 30 Minuten weiter garen bis sich das Fleisch von den Knochen löst und die Kartoffeln die Flüssigkeit aufgesogen haben. Mit dem restlichen Zitronensaft beträufeln und mit Fladenbrot servieren (nichts für Kalorienzähler).

Hähnchen-Sofritto Nächste Woche werde ich nach so viel Fleisch alle Rezepte „nur“ alphabetisch auflisten unter Angabe des jeweiligen Beitrages um ihnen/dir das Suchen zu erleichtern – falls doch das eine oder andere Gericht nachgekocht werden soll. Wiederum eine Woche darauf folgt der zweite Teil meiner Reise – ich bin in Jerusalem angekommen.
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Pfingstrosen Zu Schawuot (woertlich der Plural der Woche שבוע), dem jüdischen Pfingsten, werden nach altem Brauch Quarkspeisen und kein Fleisch gegessen.
Böse Zungen behaupten zu Schawuot liefen alle Rindviecher zum Berge Sinai um sich die Tafeln mit den 10 Geboten aufbürden zu lassen. Es gab also im Lager der Hebräer keine Rindviecher mehr und als Folge davon kein Fleisch.
Das nachfolgende Rezept erinnert an diese alte Geschichte, die sicher nicht nur das Verhalten der Kühe widerspiegelt.
Quarktorte ohne Boden
- 800g Magerquark,
- 5 mittelgroße Eier
- Saft und abgeraspelte Schale einer unbehandelten Zitrone
- 140g Zucker, 1 Prise Salz
- 2 Päckchen Vanillezucker
- 200g weiche Butter
- 80g Weizengrieß
- 1 Päckchen Backpulver
- Butter und Grieß für die Backform
Den abgetropften Quark mit dem Eigelb, Saft und Schale der Zitrone, der Hälfte des Zuckers, Vanillezucker, Salz und der weichen Butter cremig rühren. Grieß und Backpulver mischen. Eiweiß mit dem restlichen Zucker steif schlagen. Beides unter die Quarkmasse heben, nicht rühren. Boden und Rand der Springform mit Butter ausstreichen und mit Grieß ausstreuen. Masse einfüllen und glatt streichen.
Bei 190 Grad ca. 60-70 Minuten backen. Evtl. die letzten 10 Minuten (falls der Kuchen an der Oberfläche zu dunkel wird) mit Alufolie abdecken. Er ist fertig, wenn an einem Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt.

Quarktorte ohne Boden Schawuot, das jüdische Erntedankfest wird ebenso wie Pfingsten 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert. Es erinnert an die 10 Gebote, die Moses auf dem Berg Sinai empfangen hat.
Die Christen feiern gleichzeitig die Herabkunft des Geistes auf die Jünger Jesu und Schawuot wurde bei ihnen zum Pfingstfest.
Rugelach
stammen aus Polen und werden traditionell eigentlich zu Chanukka חנכה gegessen. Wir essen sie gern zu den verschiedensten Festen, da sie relativ einfach herzustellen sind und auch 1 – 2 Tage im voraus gebacken werden können.
- 115 g ungesalzene Butter
- 115 g Quark 40 % Fett
- 1 EL Zucker
- ½ TL Salz
- 1 Ei
- ca. 250 g Mehl
- ca. 250 g geschmolzene Butter
- 250 g Rosinen
- 130 g Walnüsse gehackt
- 225 g Puderzucker
- 2 – 3 TL gemahlenen Zimt
Butter und Quark cremig rühren, Zucker, Ei und Salz unterrühren. Nach und nach das Mehl unterheben bis der Teig mit den Händen bearbeitet und ausgerollt werden kann. Nun zu einer Kugel formen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen
Den Teig in 6 Portionen teilen und jede zu einer 3 mm dicken Scheibe ausrollen. Mit geschmolzener Butter, Rosinen, Nüssen und etwas Zimt und Zucker bestreuen. Jede Scheibe nochmal in 6 Stücke schneiden und zur Spitze hin aufrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen, 15-30 Minuten hellbraun backen, auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen. Sie schmecken auch mit zerlassener Kuvertüre besprenkelt sehr lecker.

Rugelach und darüber Rumänische Nusshörnchen Wir finden zu Pfingsten in unseren Breitengraden ähnlich den hebräischen „Rindviechern“ einen Brauch um den geschmückten „Pfingstochsen“.
Der Ochse, der in den Alpenregionen zu Pfingsten durchs Dorf getrieben wird, wurde zum „Pfingstochsen“. Noch heute wird er anlässlich dieses Festes mit Bändern, Blumen, Kränzen und Glocken behängt.
Nach den Feierlichkeiten mit viel Süßem im Besonderen und den Viechern im allgemeinen geht es nächste Woche nach Tel Aviv/Jaffa mit u. a. zwei Hähnchen-Gerichten.
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Blick von Masada aufs Tote Meer Hier ließ König Herodes (37-4 v. Chr.) eine zu der Zeit scheinbar uneinnehmbare Festung errichten. Intrigen und die Angst um seine Familie und sich ließen ihn diesen isolierten abgeflachten Felsen am Westufer des Toten Meeres auswählen. Herodes hatte durchaus Grund, um sein Leben zu fürchten. Es gab verschiedene Anwärter auf seinen Thron. Zu Beginn seiner Regentschaft wurde er von Kleopatra, der Königin von Ägypten, bedroht, die ihr Königreich nach Judäa ausdehnen wollte und in Marcus Antonius (röm. Feldherr) einen mächtigen Bewunderer hatte.
Herodes brauchte folglich einen Stützpunkt , wohin er sich in Krisenzeiten mit seiner Familie zurückziehen konnte. Der Felsen von Masada erschien ihm dafür ideal. Er war bereits in der Vergangenheit befestigt worden, aber Herodes ließ ihn zusätzlich mit Kasematten umgeben.
Die Gebäude waren ein grandioses Beispiel damaliger Baukunst und lassen heute noch erahnen, wie perfekt eine Befestigungsanlage in dieser Zeit ausgesehen hat. Um die Wasserversorgung sicher zu stellen, ließ Herodes, ein ehrgeiziger Baumeister, durch zwei Flußbetten in den Hügeln hinter Masada Dämme bauen und in die Felsen Kanäle meißeln. Aquädukte verbanden die Hügel mit der Festung und speisten die in den Fels gehauenen Zisternen mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 5000 Kubikmetern. Die Vorratsspeicher für Lebensmittel und Wein, die Ställe für Kleintiere, die Taubenschläge und der Luxus der Badeanlagen machten zusätzlich deutlich, dass eine mehrjährige Belagerung durchaus möglich war und kein Mangel an Essen und Trinken bestand.
Wie der jüdisch-römische Historiker Flavius Josephus berichtete, fiel beim späteren Kampf weniger Zeloten*) gegen die Übermacht der Römer, nach dreijähriger Belagerung, die Festung dann doch. Der Bau einer Rampe, über die die Festungsmauer erstürmt werden konnte, machte dies den Angreifern möglich.

Rampe über die die Römer Masade einnehmen konnten Einer Legende zufolge beschlossen die Belagerten, als die Lage aussichtslos wurde, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Es wurden einige Männer bestimmt, die wechselseitig die Gruppe und anschließend sich selbst töten sollten. Die römischen Soldaten erwartete nur Totenstille, 960 Männer, Frauen und Kinder hatten kollektiven Selbstmord begangen. Nur zwei Frauen und fünf Kinder versteckten sich und konnten über die Geschehnisse berichten. Diese legendäre Tat macht Masada bis heute zum Symbol des jüdischen Freiheitswillens.
Israel und besonders seine Armee bezieht immer noch einen großen Teil ihres Selbstverständnisses aus dieser Überlieferung.
Masada ist mittlerweile eine wichtige Touristenattraktion. Neben Jerusalem, dem Toten Meer, der Oase En Gedi und der Wüste Negev steht es ganz oben auf der Besucherliste.
2001 wurde Masada in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.
*) jüdische Bewegung, die sich gegen die römische Besatzungsmacht erhob und den ersten Krieg gegen Rom führte
Auf dem weitläufigen Felsmassiv gediehen in kleinen Gärten allerlei Gemüsearten. Kleintiere für die Versorgung hatten hier ebenso Platz wie Tauben. Herodes ließ sich aber auch gerne Köstlichkeiten aus aller Welt nach Masada bringen. Rotwein wurde sogar aus Spanien importiert und sicher stand oft auch Fisch aus dem Jordan, dessen Wasser zu der Zeit noch nicht abgepumpt wurde, auf dem Speiseplan.
Fisch in pikanter Sauce auf jemenitische Art
- 300 ml passierte Tomaten
- 150 ml Fischbrühe
- 1 große Zwiebel, gehackt
- je 4 EL frischer Koriander und Petersilie gehackt
- 5-8 Knoblauchzehen zerdrückt
- 1 frische rote Chili, gehackt
- 1 große Prise Curry
- je ¼ TL Kreuzkümmel und Kurkuma
- Samen von 2-3 Kardamom-kapseln
- Saft von 2 Zitronen
- 2 EL Pflanzenöl
- 500 g Fischfilet von weißem Fisch

Zutaten und fertiges Fischgericht auf jemenitischer Art Tomaten und alles andere außer dem Fisch in einem großen Topf zum Kochen bringen. Vom Feuer nehmen und die Fischfilets in die heiße Sauce legen. Wieder erhitzen und bei schwacher Hitze 5 Minuten sanft köcheln lassen bis der Fisch gar ist. Sauce nach Geschmack mit mehr Zitronensaft abschmecken. Heiß oder kalt mit Brot und einem wohl temperierten spanischen Rotwein servieren.
Spanischer, oder besser israelischer Rotwein von den Hängen des Hermon passt auch zu folgendem Fischgericht
Fischpfanne
- 500 g festes Fischfilet
- Saft und Schale von 1/2 Biozitrone
- Salz
- je eine große rote und grüne Paprikaschote
- 1 mittelgroße Zucchini in Scheiben geschnitten,
- 1 Dose geschälte Tomaten
- 25 g Mehl
- 1/8 l Sahne
- 1 gehackte Zwiebel
- 2 zerdrückte Knoblauchzehen
- 1 Tl Paprikapulver
- 1/2 Tl Thymian
- 2 El Semmelbrösel
- 5 El geriebener Parmesan

Zutaten und fertige Fischpfanne Fischfilet in Streifen schneiden, salzen und mit Zitronensaft beträufeln, mit in Stücke geschnittenen Paprikastücken und den Zucchinischeiben mischen und in eine gefettete, feuerfeste Form geben. Gestückelte Tomaten mit abgeriebener Zitronenschale, gehackter Zwiebel, Knoblauch und den Gewürzen vermischen und mit Salz abschmecken. Mehl mit Sahne verrühren und mit der Tomatenmasse vermischen und über den Fisch gießen, Semmelbrösel und Käse darüber streuen und im Ofen 20 – 25 Minuten bei 200 Grad backen. Mit Weiß- oder Fladenbrot servieren.
Nächste Woche vom 04.-06.06.2022 feiert Israel Schawuot, wir in Franken Pfingsten und ich persönlich mit der Familie die Taufe von Eleanor und den Geburtstag unseres „Inders“ in Vijayawada/Guntur. An kulinarischem gibt es dazu Rugelach und eine Quarktorte ohne Boden.
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Von Nazareth aus fahren wir quer durch Galiläa ans Mittelmeer in die ehemalige Residenz der römischen Prokuratoren nach Cäsarea. Dieser Ort mit wiederum einer reichen und interessanten Geschichte versinnbildlicht uns erneut, wie oft sich im „Heiligen Land“ die Machtverhältnisse änderten. Aus einem befestigten Hafenplatz aus dem 4. Jh. v. Chr. wurde unter Herodes (ca. 10 v. Chr.) die größte und schönste Hafenstadt der syrisch-palästinensischen Küste. Es lebten hier syrische Griechen, Römer und Juden. Der Streit über den jeweiligen Anspruch an der Verwaltung führte zum Bürgerkrieg und der erste Aufstand der Juden gegen die Römer war die Folge.

Überreste der alten Kreuzfahrerstadt Cäsarea Christen aus Palästina, Perser, Araber, schließlich die Kreuzfahrer, dann Saladin und wieder christliche Einflüsse wechselten sich in Cäsarea ab bis 1884 moslemische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt wurden. Israelische Siedler schließlich gründeten 1940 ein Kibbuz.
Unsere Wanderung durch die Ausgrabungsstätte

lässt uns die wechselhafte Geschichte erahnen und mühelos gelingt im Restaurant, welches auf den Resten der Kreuzfahrer-Zitadelle steht, die Vorstellung der früheren Pracht dieser Stadt, die zu Ehren Kaiser Augustus, Cäsarea genannt wurde.
Mit viel Genuss, da wieder einmal sehr hungrig, lassen wir uns dort ein Gericht (auch als Vorspeise wunderbar geeignet) schmecken:
Auberginen mit Chermoula, Bulgur und Jogurt
- 2 zerdrückte Knoblauchzehen
- 2 TL Kreuzkümmel gemahlen
- 2 TL Koriander gemahlen
- 1 TL Chilipulver
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 2 EL abgeriebene Zitronenschale
- 120 ml Olivenöl
- 2 mittelgroße Auberginen
- 50 g feiner Bulgur
- 25 g Sultaninen
- etwas Koriander-grün zum Bestreuen
- 10 g gehackte Minze
- 6 grüne Oliven ohne Stein, halbiert
- 1 EL geröstete Mandelblättchen
- 2 klein gehackte Frühlingszwiebeln
- 1 ½ EL Zitronensaft
- 120 g griechischer Jogurt
Den Ofen auf 200 Grad vorheizen
Für die Chermoula in einer kleinen Schüssel Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Chili, Paprikapulver, Zitronenschale, zwei Drittel des Olivenöls und ½ TL Salz mischen.
Die Auberginen der Länge nach halbieren und das Fruchtfleisch rautenförmig einschneiden. Darauf achten, dass die Schale der Früchte intakt bleibt. Die Hälften gleichmäßig mit Chermoula bestreichen und mit der Schnittfläche nach oben auf einem Backblech 40 Minuten in der Röhre garen.
Inzwischen den Bulgur in einer Schüssel mit 140 ml kochendem Wasser übergießen.
Die Sultaninen 10 Minuten in 50 ml warmem Wasser einweichen, anschließend abgießen und mit dem restlichen Öl zu dem Bulgur geben. Kräuter, Oliven, Mandelblättchen, Frühlingszwiebeln und Zitronensaft hinzufügen, mit 1 Prise Salz würzen und alles gut durchmischen und nochmal abschmecken.
Die gegarten Auberginen auf vier Teller verteilen, den Bulgur darauf anrichten und mit dem Jogurt und dem Koriandergrün (Rucola passt auch – ich bekam wieder mal keinen frischen Koriander) garnieren, etwas Öl darüber träufeln und servieren.

Auberginen mit Chermola …. Die Übernachtungsmöglichkeiten in Cäsarea sind dünn gesät oder unsere nächtliche Navigation, was wahrscheinlicher ist, findet keinen Orientierungspunkt. Wir fahren deshalb weiter nach
Netanya
Nach unserem Reiseführer ist es das größte Seebad Israels und hat 170.000 Einwohner.
Wir kommen auf dem großen Platz Kikar HaAtzmaut an und finden dort sowohl ein akzeptables Nachtquartier, als auch spät abends ein buntes internationales Treiben mit vielen Möglichkeiten uns zu stärken. Nicht unbedingt jüdischen Ursprungs ist das nachfolgende Gericht. Vielmehr verdeutlicht es uns einmal mehr, wie vielfältig und bunt das Leben in Israel ist und wie sehr es Menschen nicht nur in früheren Zeiten, sondern auch heute aus aller Herren Länder in seinen Bann zieht. Dieses Land bietet uns – und nicht nur uns – , wie kaum ein anderes rund um das Mittelmeer so viele Facetten und es wäre schade, es nicht zu bereisen.
Vegetarische Lasagne
- 1 Stange Lauch,
- 300 g Staudensellerie,
- 200 g Karotten,
- 400 g Auberginen,
- 400 g Zucchini,
- 150 g Erbsen,
- 150 g grüne Bohnen,
- 120 g Butter,
- Salz, Pfeffer,
- 500 ml passierte Tomaten,
- 200 g Mozzarella,
- 150 g geriebener Parmesan,
- Lasagne-Blätter,
- 250 ml Sahne
Gemüse putzen und klein schneiden. Butter in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse darin anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, passierte Tomaten dazu geben und das Ganze 30 – 45 Minuten dünsten. Bei tiefgefrorenem dies erst nach 20 Minuten dazu geben.
Backofen auf 200 Grad vorheizen, eine Auflaufform mit Butter ausstreichen und mit einer Lage Lasagneblätter auslegen, Gemüse, in kleine Würfel geschnittener Mozarella und Parmesan darauf. Dies 3 x wiederholen, wobei die oberste Schicht Gemüse und fein geriebener Parmesan sein sollte. Die Sahne vorsichtig auf der Lasagne verteilen und das Ganze ca. 1 Stunde im Ofen garen.

Gemüselasagne (vor dem Backen) Diese Art einer Lasagne hat bei all meinen Gästen bisher höchstes Lob erfahren (in der Röhre aufpassen, dass sie oben nicht zu dunkel wird – rechtzeitig abdecken!) Hier eine passende Weinempfehlung aus Galiläa. Es passt aber auch ein guter trockener Roter aus Spanien, Frankreich, Australien, Indien …. :

L ‚Chaim (auf das Leben) to life …. Weiter geht es durch Samaria nach Judäa ans Tote Meer zu König Herodes – im nächsten Beitrag
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Auch von den Ostafrikanern sind viele wohlschmeckende Speisen nach Israel eingeführt worden. Uns begegnen neben den äthiopischen Mönchen hauptsächlich in Jerusalem viele große stolze Afrikanerinnen und wir bekommen sowohl von diesen, als auch von ihren männlichen Landsleuten einige Rezepte besonders ans Herz gelegt. Ich beginne mit einem Dessert:
Maiskuchen

- ½ l Buttermilch
- 300 g Maismehl
- 4-6 Eier
- 200 g zerlassene Margarine
- 1 Päckchen Backpulver
- 1 Tasse Rohrzucker
- je 1 Messerspitze Safran, gem. Nelken o. Zimt nach Geschmack
Alle Zutaten gut vermengen und 1 bis 2 Stunden ruhen lassen.
Den Teig in eine 4 cm hohe Backform/Backblech ( 25 x 35 cm) geben und ca. 60 Min. bei 200 Grad backen. Ich habe diese Nachspeise mit Eis und Rotweinzwetschgen (aus Franken) verfeinert. Da der Kuchen kalt leicht trocken ist, kann nach Geschmack etwas Rum darüber geträufelt werden.
In einem äthiopischen Restaurants in Jerusalem werden uns die Speisen mit Injera (Pfannkuchen aus Teffe-Mehl) serviert. Mit den Händen werden kleine Stückchen abgerissen, Gemüse und Fleisch damit aufgepickt, in diverse Saucen getunkt und gegessen. Besteck wie es in Europa üblich ist, ist nicht angesagt. Das Injera dient hier als Gabel. Auch dass wir unsere Speisen auf niederen Tischen serviert bekommen und in Bodennähe mehr liegen als sitzen – keine alltägliche Position beim Essen für uns Mitteleuropäer. Es funktioniert trotzdem prima und schmeckt ausgezeichnet. Der diskrete Hinweis der Restaurantbesitzerin, wir könnten doch unsere Hände waschen, ist uns, wen wundert es, sowohl vor als auch nach dem Essen ausgesprochen willkommen.
Injera
- 500 g Teffe-Mehl (feines Hirsemehl aus Äthiopien)
- 300 ml Wasser
- 1 TL Trockenhefe
Dünnflüssigen Teig herstellen (wie bei Crêpes) und so lange mit der Küchenmaschine rühren bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Diesen 1 Stunde ruhen lassen.
Die Äthiopierin hat uns ihr Rezept so verraten:
Das Mehl mit kaltem Wasser ansetzen und 3 Tage stehen lassen. Danach den etwas gegärten Teig mit warmem Wasser verrühren (bis zur Konsistenz eines Crêpes-Teiges) und in einer beschichteten Pfanne backen. Nicht wenden – wenn die Oberfläche nicht mehr glänzt, ist er fertig. Zum Auskühlen auf ein kaltes feuchtes Küchentuch heben und alle weiteren (abgekühlt) darauf stapeln. Ich muss gestehen, mir ist es nicht gelungen, Injera herzustellen. Es lag vielleicht am Mehl, das man auch bei uns kaufen kann, das jedoch in manchen Rezepten mit Reismehl gemischt wird. Möglicherweise hat mich die Frage im Bioladen verunsichert, weshalb ich ausgerechnet das kostbare Hirsemehl aus Äthiopien haben will, wo wir doch hier auch jede Menge Sorten Mehl hätten. Oder ich habe mich mit wenig Überzeugung ans Werk gemacht, oder es ist für die Gärung des Teiges hier in Franken nicht so warm wie in Jerusalem, oder, ganz banal, ich hatte einfach nicht die richtige Pfanne. Egal, meinen Gästen hat das ersatzweise gekaufte türkische Fladenbrot zu dem nachstehenden Curry auch wunderbar geschmeckt.
Die Injera (oder das Fladenbrot) kann – wie wir aus Erfahrung wissen – zu vielem gereicht werden, z. B. Grünkohl/Spinat, Mangold mit Tomaten, Hähnchencurry, Rindfleisch mit Zwiebeln und Tomaten, aber auch zu Vegetarischem, z. B. Kichererbsen-, Linsen- oder Blumenkohlcurry. In unserem äthiopischen Restaurant bekommen wir immer mehrere kleine Häufchen auf einer großen runden Platte serviert. Die Zusammenstellung dabei ist beliebig, sollte jedoch je nach Geschmack gut gewürzt sein.
Kichererbsen – Curry

- 250 g Kichererbsen über Nacht in kaltem Wasser einweichen
- 1 EL Öl
- fein gehackt:
- 1 geh. Zwiebel
- 5 Zehen Knoblauch
- 5 cm (5 Gramm) Ingwer
- 2 frische grüne Chilischoten m. Samen
- gemahlen:
- 2 TL Koriander
- 2 TL Kreuzkümmel
- ½ TL Kurkuma
- 2 TL Chili
- 300 g Tomaten gewürfelt
- 2 TL Salz
- 1 TL Garam Masala
- 1 EL Zitronensaft
- Koriander-Blätter zum darüber streuen
Eingeweichte Erbsen abgießen und in einem großem Topf mit genügend Wasser ohne Salz ca. 45 Min. bei mittlerer Hitze kochen, abgießen (ca. 300 ml Wasser für später zurückbehalten).
Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Zwiebel dazu leicht anrösten, danach Knoblauch, Ingwer und die geh. Chilischoten für ca. 1 Minute mitbraten. Nach 30 Sekunden Koriander, Kreuzkümmel, Chilipulver und Kurkuma dazu geben. Mit den Tomaten, Erbsen, Salz und 300 ml Kochwasser ablöschen und ca. 20 Min. leicht köcheln lassen. Zuletzt Garam Masala und Zitronensaft dazu geben, mit Koriandergrün bestreuen.
Blumenkohl – Linsen – Curry

- 1 kleiner Blumenkohl
- 2 kleine Möhren
- 2 mittelgroße Kartoffeln
- 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen
- 80 g rote Linsen
- 1 gehäufter TL Curry
- Salz
- 2 große Tassen Gemüsebrühe
- 2 Äpfel
- 1 Bio-Zitrone
- Olivenöl, frische Petersilie
Blumenkohl in kleine Röschen teilen, Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln in Würfel schneiden, Knoblauch hacken. Gemüse in einen heißen Topf geben und andünsten, Linsen und Curry zugeben, kurz mit rösten und salzen. Brühe und etwas Wasser zugießen, umrühren und zugedeckt bei mittlerer Hitze garen. Bei Bedarf etwas Wasser nachgießen. Nach ca. 8 Minuten die klein geschnittenen Äpfel zufügen und weitere 7 Minuten garen. Mit Zitronensaft und etwas -schale würzen, Öl unterrühren (etwas zerkrümmelter Schafskäse darüber gestreut – eine schmackhafte Alternative) und mit gehackter Petersilie bestreuen.
Vom Berg Tabor geht es die Serpentinen wieder hinunter, weiter nach Nazareth der Stadt mit der größten Gemeinschaft arabischer Israelis in Israel.
Ein kleiner Spaziergang (nicht ohne uns vorher mit einem Glas Granatapfelsaft zu stärken) durch die Stadt und ihre Geschichte zeigt uns einmal mehr, dass hier bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Menschen lebten.
Nicht nur wir interessieren uns für die imposante Verkündigungskirche, den größten christlichen Bau des Nahen Ostens. Mit einem Paar aus Prag machen wir uns auf den Weg. Sie erzählen uns eine kurzweilige, interessante Familiengeschichte, die ein wenig an Maria und Josef erinnert, und … wir stehen vor der erst 1969 fertig gestellten nunmehr fünften Version der Verkündigungskirche.

Besonders beeindruckt uns die große Kuppel, die einer nach unten geöffneten Lilie gleicht. Die Lilienblüte, Sinnbild der Reinheit und altes Mariensymbol hat 16 Blütenblätter, die jeweils zweigeteilt insgesamt 32 Flächen ergeben. In der jüdischen Zahlenmystik wird die 32 als Summe aus den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets und den 10 Geboten Gottes bei der Schöpfung der Welt erklärt. Das Ebenbild Gottes ist der Mensch, das Spiegelbild von 32 die 23. Und genau 23 mal erscheint auf jeder Blattfläche das M für Maria. Obwohl ich es mir, als eher der Kommunikation und nicht so sehr den Zahlen zugewandte Person, zweimal ansehen muss, fasziniert mich diese Erklärung und deren Umsetzung in der gewaltigen Kuppel doch sehr.

In der Verkündigungsgrotte Zu bestaunen ist hier neben der Verkündigungsgrotte und vielem anderen die Ober- und die Unterkirche, verbunden mit zwei großen Wendeltreppen. Eines der Treppengeländer schmückt ein Holzrelief des Pilgers von Piacenza, der 570 n. Chr. nach Nazareth kam.
Und hier – ich traue meinen Augen nicht – treffen wir tatsächlich nochmal Pilger Michael, der mit mir auf dem Seeweg nach Israel gereist war und dessen Wanderung ihn zufällig zur gleichen Zeit nach Nazareth geführt hat. Staub, Hitze und teilweise schlechte Wege meistert er tapfer, wie er uns erzählt, und ich muss ihm einmal mehr meine Bewunderung für sein Vorhaben aussprechen.
Pilgerreisen in früheren Zeiten erforderten zwar eine wesentlich größere Vorbereitung und es lauerten viele Gefahren und Krankheiten am Weg. Auch die Überfahrt auf dem Mittelmeer von Italien aus war eine viel weniger komfortable, als die unsrige mit dem Containerschiff, das uns vor einer guten Woche nach Haifa brachte. Eine mehrwöchige Fußwanderung auf alten Pilgerpfaden gegenüber einer Reise im klimatisierten Auto auf gut ausgebauten Straßen verdient aber nochmal eine besondere Erwähnung.
Nicht auf Pilgerpfaden sondern auf Straßen geht es im nächsten Beitrag weiter nach Cäsarea und Netanya
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

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Die Spuren dieses nahezu komplett erhaltenen Ensembles einer römischen Ansiedlung reichen mehr als 5000 Jahre zurück. Kanaaniter, Ägypter, Israeliten, Philister waren hier ansässig, aber auch Assyrer, Babylonier, Perser und schließlich die Römer und später Araber eroberten diese Stadt von der ein Rabbi sagte: „Sollte sich der Garten Eden im Israelland befinden, so ist Bet She’an seine Tür ins fruchtbare Jordantal“.
Besonders beeindruckt uns der besterhaltene antike Theaterbau Israels. Beim Spaziergang durch die Überreste ist es gar nicht so schwierig, sich in die Zeit zu versetzen, in der Kaufleute und Händler gleich hinter dem Theater die Palladiusstraße bevölkerten. Diese war in damaliger Zeit (ca. 2. Jahrhundert n. Chr.) eine der elegantesten Kolonnadenstraßen. Die nicht weit davon liegende Basilika diente als Markthalle, Börsenplatz, Gerichtssitz, als Treffpunkt und Verhandlungsort. In der Markthalle hätten wir sicher auch damals schon die Zutaten für unser folgendes Gericht bekommen, welches wir heute nachkochen wollen. Es stammt nicht aus der Antike, sondern wurde von den viel später aus Osteuropa (findet man dort unter dem Namen Sarmale oder Dolmades und kann auch mit Weinblättern zubereitet werden) stammenden jüdischen Einwanderern mitgebracht:

Golombki
- 18 Weißkraut- oder Wirsing-blätter
- Für die Füllung:
- 500 g Hackfleisch
- 2 Zwiebeln
- 1 Apfel
- 1 Tasse roher Reis
- Salz, Pfeffer
- Für die Unterlage im Kochtopf:
- ½ Tasse Geflügelfett
- 3 Zwiebeln
- 1 kleine Schüssel feingehacktes Kraut
- 1 Apfel
- etwas Salz, 1/4 l Sauerkrautsaft, wenig Wasser
- evtl. ein flaches Stück Rindfleisch (Tafelspitz)
- 2 EL Zitronensaft o. Essig
- 2 EL Honig
- 2 EL Zucker
Einen Kopf Weißkraut mit kochendem Wasser übergießen und in ca. ¼ Stunde weichkochen. Dies funktioniert am einfachsten mit Spitzkohl – die Blätter lösen sich besser. Die vermengten Zutaten der Füllung auf die Blätter geben und diese einrollen (locker rollen, da der Reis noch aufquillt).
In einen großen schweren Schmortopf kommt die Unterlage: Fett (auch Öl möglich), die gehackten Zwiebel, das kleingeschnittene Kraut und der in Stückchen geschnittene Apfel darauf, salzen, mit Sauerkrautsaft und etwas Wasser aufkochen. Das Stück Rindfleisch (nach Geschmack – kann auch weg gelassen werden) darauf legen und wiederum darauf die Golombki (Krautwickel) dicht nebeneinander legen. Mit Wasser knapp bedecken, Deckel darauf und 1 Stunde bei schwacher Hitze schmoren lassen. Nun Zitronensaft (oder Essig), Honig und Zucker zufügen und zugedeckt eine weitere ½ Stunde köcheln lassen. Mit Sauerrahm und Petersilie servieren (wer mag, kann auch noch Ketchup dazu tun).
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Von Bet She’an geht es weiter zum Berg Tabor

Blick vom Berg Tabor Es ist ein sonniger Morgen und ….. Sonntag. Dies wird uns spätestens auf den letzten Metern unserer Wanderung auf diesen höchsten Berg (588m) Untergaliläas bewusst. Viele äthiopische Mönche in weißen Gewändern säumen unseren Weg zur Verklärungsbasilika, die sowohl auf Fundamenten der Kreuzfahrerkirche, als auch byzantinischen Bauten steht. Nach der biblischen Geschichte erschienen hier Mose und Elija dem in leuchtend weißes Licht getauchten Jesus und sprachen zu ihm von seinem Ende, welches sich in Jerusalem erfüllen sollte

Verklärungsbasilika und Eliaskirche Neben der Verklärungsbasilika (röm.-kath. Franziskanermönche) steht hier auch die ebenfalls im 20. Jahrhundert neu errichtete griechisch-orthodoxe Eliaskirche. Auch sie wurde auf den Mauern eines byzantinischen Gotteshauses erbaut und wird heute von Nonnen betreut. Auf unser Klopfen wird uns unmissverständlich klar gemacht, dass wir hier nicht willkommen sind. Sie wollen oder dürfen uns ihre Pforte nicht öffnen. Vielleicht bitten wir auch nur zur falschen Zeit um Einlass. Es war Mittagszeit und der Duft nach frischem Brot, der aus der nahe gelegenen Küche kommt, ist ein sehr verführerischer.

Sesambrot Sesambrot
- 1/2 Würfel Hefe
- etwas Zucker
- 125 ml Milch
- 250 g Mehl
- 100 g Butter
- 1 Ei
- 1/2 TL Salz
- Sesam zum Bestreuen
Hefe mit Zucker verrühren und mit etwas lauwarmer Milch und etwas Mehl einen Vorteig ansetzen und 15 Minuten gehen lassen.
Mit dem Mehl, der zerlassenen Butter, dem Salz und dem verquirlten Ei verkneten und nochmal 15 Minuten gehen lassen. Den Teig auf ein gefettetes Blech geben, etwas platt drücken, mit Sesam bestreuen und bei mittlerer Hitze (180-200 Grad) ca. 20 Minuten backen.
Von den griechisch-orthodoxen Nonnen geht es wieder zurück zu den weiß gewandeten Äthiopiern, die ihrerseits gerade ihre Picknick-Körbe auspacken. Sie kamen ursprünglich 386 n. Chr. aus Ostafrika nach Israel. Es lebt heute noch ein Teil der Mönche im Kloster Deir es-Sultan auf dem Dach der Helenakapelle (Teil der Grabeskirche) in Jerusalem. Dieser Ort wurde ihnen vom Staat Israel 1970 zugebilligt. Die farbigen Wandbilder in ihrer Kapelle berichten von der sagenhaften Begegnung der Königin von Saba mit König Salomon. Ihn hätte angeblich die Königin in Jerusalem besucht und dabei sollen sie Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige (Salomoniden) gezeugt haben. Dieser wiederum, so die Erzählung, sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den zehn Geboten nach Äthiopien entführt.
Haile Selassie, der letzte Kaiser der Salomoniden, die von 1270 – 1975 über Äthiopien herrschten, bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.
Geschichten von und über diese Königin, gibt es unzählige. Nicht nur äthiopische Legenden ranken sich um sie, sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament und im Koran finden wir Hinweise auf sie, die nicht nur für ihre Weisheit gerühmt wird. Bei Flavius Josephus, dem römischen Geschichtsschreiber, ist sie die Königin des Südens, welche den Samen des Weihrauchbaumes nach Palästina brachte.
Noch mehr über äthiopische Speisen, insbesondere Injera und …. 2 vegetarische Gerichte im nächsten Beitrag
Warum Israel? Und warum Containerschiff?
Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.
Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.
Zum zweiten muss ich etwas ausholen.
Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.
Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.
Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.
Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.
Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.
