11. Von Bet She’an zum Berg Tabor


Die Spuren dieses nahezu komplett erhaltenen Ensembles einer römischen Ansiedlung reichen mehr als 5000 Jahre zurück. Kanaaniter, Ägypter, Israeliten, Philister waren hier ansässig, aber auch Assyrer, Babylonier, Perser und schließlich die Römer und später Araber eroberten diese Stadt von der ein Rabbi sagte: „Sollte sich der Garten Eden im Israelland befinden, so ist Bet She’an seine Tür ins fruchtbare Jordantal“.

Besonders beeindruckt uns der besterhaltene antike Theaterbau Israels. Beim Spaziergang durch die Überreste ist es gar nicht so schwierig, sich in die Zeit zu versetzen, in der Kaufleute und Händler gleich hinter dem Theater die Palladiusstraße bevölkerten. Diese war in damaliger Zeit (ca. 2. Jahrhundert n. Chr.) eine der elegantesten Kolonnadenstraßen. Die nicht weit davon liegende Basilika diente als Markthalle, Börsenplatz, Gerichtssitz, als Treffpunkt und Verhandlungsort. In der Markthalle hätten wir sicher auch damals schon die Zutaten für unser folgendes Gericht bekommen, welches wir heute nachkochen wollen. Es stammt nicht aus der Antike, sondern wurde von den viel später aus Osteuropa (findet man dort unter dem Namen Sarmale oder Dolmades und kann auch mit Weinblättern zubereitet werden) stammenden jüdischen Einwanderern mitgebracht:

Golombki

  • 18 Weißkraut- oder Wirsing-blätter
  • Für die Füllung:
  • 500 g Hackfleisch
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Apfel
  • 1 Tasse roher Reis
  • Salz, Pfeffer
  • Für die Unterlage im Kochtopf:
  • ½ Tasse Geflügelfett
  • 3 Zwiebeln
  • 1 kleine Schüssel feingehacktes Kraut
  • 1 Apfel
  • etwas Salz, 1/4 l Sauerkrautsaft, wenig Wasser
  • evtl. ein flaches Stück Rindfleisch (Tafelspitz)
  • 2 EL Zitronensaft o. Essig
  • 2 EL Honig
  • 2 EL Zucker

Einen Kopf Weißkraut mit kochendem Wasser übergießen und in ca. ¼ Stunde weichkochen. Dies funktioniert am einfachsten mit Spitzkohl – die Blätter lösen sich besser. Die vermengten Zutaten der Füllung auf die Blätter geben und diese einrollen (locker rollen, da der Reis noch aufquillt).

In einen großen schweren Schmortopf kommt die Unterlage: Fett (auch Öl möglich), die gehackten Zwiebel, das kleingeschnittene Kraut und der in Stückchen geschnittene Apfel darauf, salzen, mit Sauerkrautsaft und etwas Wasser aufkochen. Das Stück Rindfleisch (nach Geschmack – kann auch weg gelassen werden) darauf legen und wiederum darauf die Golombki (Krautwickel) dicht nebeneinander legen. Mit Wasser knapp bedecken, Deckel darauf und 1 Stunde bei schwacher Hitze schmoren lassen. Nun Zitronensaft (oder Essig), Honig und Zucker zufügen und zugedeckt eine weitere ½ Stunde köcheln lassen. Mit Sauerrahm und Petersilie servieren (wer mag, kann auch noch Ketchup dazu tun).

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Von Bet She’an geht es weiter zum Berg Tabor

Blick vom Berg Tabor

Es ist ein sonniger Morgen und ….. Sonntag. Dies wird uns spätestens auf den letzten Metern unserer Wanderung auf diesen höchsten Berg (588m) Untergaliläas bewusst. Viele äthiopische Mönche in weißen Gewändern säumen unseren Weg zur Verklärungsbasilika, die sowohl auf Fundamenten der Kreuzfahrerkirche, als auch byzantinischen Bauten steht. Nach der biblischen Geschichte erschienen hier Mose und Elija dem in leuchtend weißes Licht getauchten Jesus und sprachen zu ihm von seinem Ende, welches sich in Jerusalem erfüllen sollte

Verklärungsbasilika und Eliaskirche

Neben der Verklärungsbasilika (röm.-kath. Franziskanermönche) steht hier auch die ebenfalls im 20. Jahrhundert neu errichtete griechisch-orthodoxe Eliaskirche. Auch sie wurde auf den Mauern eines byzantinischen Gotteshauses erbaut und wird heute von Nonnen betreut. Auf unser Klopfen wird uns unmissverständlich klar gemacht, dass wir hier nicht willkommen sind. Sie wollen oder dürfen uns ihre Pforte nicht öffnen. Vielleicht bitten wir auch nur zur falschen Zeit um Einlass. Es war Mittagszeit und der Duft nach frischem Brot, der aus der nahe gelegenen Küche kommt, ist ein sehr verführerischer.

Sesambrot

Sesambrot

  • 1/2 Würfel Hefe
  • etwas Zucker
  • 125 ml Milch
  • 250 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 1 Ei
  • 1/2 TL Salz
  • Sesam zum Bestreuen

Hefe mit Zucker verrühren und mit etwas lauwarmer Milch und etwas Mehl einen Vorteig ansetzen und 15 Minuten gehen lassen.

Mit dem Mehl, der zerlassenen Butter, dem Salz und dem verquirlten Ei verkneten und nochmal 15 Minuten gehen lassen. Den Teig auf ein gefettetes Blech geben, etwas platt drücken, mit Sesam bestreuen und bei mittlerer Hitze (180-200 Grad) ca. 20 Minuten backen.

Von den griechisch-orthodoxen Nonnen geht es wieder zurück zu den weiß gewandeten Äthiopiern, die ihrerseits gerade ihre Picknick-Körbe auspacken. Sie kamen ursprünglich 386 n. Chr. aus Ostafrika nach Israel. Es lebt heute noch ein Teil der Mönche im Kloster Deir es-Sultan auf dem Dach der Helenakapelle (Teil der Grabeskirche) in Jerusalem. Dieser Ort wurde ihnen vom Staat Israel 1970 zugebilligt. Die farbigen Wandbilder in ihrer Kapelle berichten von der sagenhaften Begegnung der Königin von Saba mit König Salomon. Ihn hätte angeblich die Königin in Jerusalem besucht und dabei sollen sie Menelik, den Stammvater der äthiopischen Könige (Salomoniden) gezeugt haben. Dieser wiederum, so die Erzählung, sei später selbst nach Jerusalem gereist und habe von dort die Bundeslade mit den zehn Geboten nach Äthiopien entführt.

Haile Selassie, der letzte Kaiser der Salomoniden, die von 1270 – 1975 über Äthiopien herrschten, bezeichnete sich als 225. Nachfolger des Sohnes der Königin von Saba.

Geschichten von und über diese Königin, gibt es unzählige. Nicht nur äthiopische Legenden ranken sich um sie, sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament und im Koran finden wir Hinweise auf sie, die nicht nur für ihre Weisheit gerühmt wird. Bei Flavius Josephus, dem römischen Geschichtsschreiber, ist sie die Königin des Südens, welche den Samen des Weihrauchbaumes nach Palästina brachte.

Noch mehr über äthiopische Speisen, insbesondere Injera und …. 2 vegetarische Gerichte im nächsten Beitrag


4 Antworten zu “11. Von Bet She’an zum Berg Tabor”

  1. In defense of the „unwelcoming“ nuns, only fools would expect hospitality when entering a place of worship out of touristic boredom. If they would have asked us about our trade, all we could have uttered would have been: „we just want to take a look.“ I would have just gawked at another place to which I do not have any special relation while those people hold it sacred. Since then, I became more sympathetic with those who shield their dreams, their precious places from indifferent glances.

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