13. Cäsarea – Netanya


Von Nazareth aus fahren wir quer durch Galiläa ans Mittelmeer in die ehemalige Residenz der römischen Prokuratoren nach Cäsarea. Dieser Ort mit wiederum einer reichen und interessanten Geschichte versinnbildlicht uns erneut, wie oft sich im „Heiligen Land“ die Machtverhältnisse änderten. Aus einem befestigten Hafenplatz aus dem 4. Jh. v. Chr. wurde unter Herodes (ca. 10 v. Chr.) die größte und schönste Hafenstadt der syrisch-palästinensischen Küste. Es lebten hier syrische Griechen, Römer und Juden. Der Streit über den jeweiligen Anspruch an der Verwaltung führte zum Bürgerkrieg und der erste Aufstand der Juden gegen die Römer war die Folge.

Überreste der alten Kreuzfahrerstadt Cäsarea

Christen aus Palästina, Perser, Araber, schließlich die Kreuzfahrer, dann Saladin und wieder christliche Einflüsse wechselten sich in Cäsarea ab bis 1884 moslemische Flüchtlinge aus Bosnien angesiedelt wurden. Israelische Siedler schließlich gründeten 1940 ein Kibbuz.

Unsere Wanderung durch die Ausgrabungsstätte

lässt uns die wechselhafte Geschichte erahnen und mühelos gelingt im Restaurant, welches auf den Resten der Kreuzfahrer-Zitadelle steht, die Vorstellung der früheren Pracht dieser Stadt, die zu Ehren Kaiser Augustus, Cäsarea genannt wurde.

Mit viel Genuss, da wieder einmal sehr hungrig, lassen wir uns dort ein Gericht (auch als Vorspeise wunderbar geeignet) schmecken:

Auberginen mit Chermoula, Bulgur und Jogurt

  • 2 zerdrückte Knoblauchzehen
  • 2 TL Kreuzkümmel gemahlen
  • 2 TL Koriander gemahlen
  • 1 TL Chilipulver
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • 2 EL abgeriebene Zitronenschale
  • 120 ml Olivenöl
  • 2 mittelgroße Auberginen
  • 50 g feiner Bulgur
  • 25 g Sultaninen
  • etwas Koriander-grün zum Bestreuen
  • 10 g gehackte Minze
  • 6 grüne Oliven ohne Stein, halbiert
  • 1 EL geröstete Mandelblättchen
  • 2 klein gehackte Frühlingszwiebeln
  • 1 ½ EL Zitronensaft
  • 120 g griechischer Jogurt

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen

Für die Chermoula in einer kleinen Schüssel Knoblauch, Kreuzkümmel, Koriander, Chili, Paprikapulver, Zitronenschale, zwei Drittel des Olivenöls und ½ TL Salz mischen.

Die Auberginen der Länge nach halbieren und das Fruchtfleisch rautenförmig einschneiden. Darauf achten, dass die Schale der Früchte intakt bleibt. Die Hälften gleichmäßig mit Chermoula bestreichen und mit der Schnittfläche nach oben auf einem Backblech 40 Minuten in der Röhre garen.

Inzwischen den Bulgur in einer Schüssel mit 140 ml kochendem Wasser übergießen.

Die Sultaninen 10 Minuten in 50 ml warmem Wasser einweichen, anschließend abgießen und mit dem restlichen Öl zu dem Bulgur geben. Kräuter, Oliven, Mandelblättchen, Frühlingszwiebeln und Zitronensaft hinzufügen, mit 1 Prise Salz würzen und alles gut durchmischen und nochmal abschmecken.

Die gegarten Auberginen auf vier Teller verteilen, den Bulgur darauf anrichten und mit dem Jogurt und dem Koriandergrün (Rucola passt auch – ich bekam wieder mal keinen frischen Koriander) garnieren, etwas Öl darüber träufeln und servieren.

Auberginen mit Chermola ….

Die Übernachtungsmöglichkeiten in Cäsarea sind dünn gesät oder unsere nächtliche Navigation, was wahrscheinlicher ist, findet keinen Orientierungspunkt. Wir fahren deshalb weiter nach

Netanya

Nach unserem Reiseführer ist es das größte Seebad Israels und hat 170.000 Einwohner.

Wir kommen auf dem großen Platz Kikar HaAtzmaut an und finden dort sowohl ein akzeptables Nachtquartier, als auch spät abends ein buntes internationales Treiben mit vielen Möglichkeiten uns zu stärken. Nicht unbedingt jüdischen Ursprungs ist das nachfolgende Gericht. Vielmehr verdeutlicht es uns einmal mehr, wie vielfältig und bunt das Leben in Israel ist und wie sehr es Menschen nicht nur in früheren Zeiten, sondern auch heute aus aller Herren Länder in seinen Bann zieht. Dieses Land bietet uns – und nicht nur uns – , wie kaum ein anderes rund um das Mittelmeer so viele Facetten und es wäre schade, es nicht zu bereisen.

Vegetarische Lasagne

  • 1 Stange Lauch,
  • 300 g Staudensellerie,
  • 200 g Karotten,
  • 400 g Auberginen,
  • 400 g Zucchini,
  • 150 g Erbsen,
  • 150 g grüne Bohnen,
  • 120 g Butter,
  • Salz, Pfeffer,
  • 500 ml passierte Tomaten,
  • 200 g Mozzarella,
  • 150 g geriebener Parmesan,
  • Lasagne-Blätter,
  • 250 ml Sahne

Gemüse putzen und klein schneiden. Butter in einem großen Topf erhitzen und das Gemüse darin anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, passierte Tomaten dazu geben und das Ganze 30 – 45 Minuten dünsten. Bei tiefgefrorenem dies erst nach 20 Minuten dazu geben.

Backofen auf 200 Grad vorheizen, eine Auflaufform mit Butter ausstreichen und mit einer Lage Lasagneblätter auslegen, Gemüse, in kleine Würfel geschnittener Mozarella und Parmesan darauf. Dies 3 x wiederholen, wobei die oberste Schicht Gemüse und fein geriebener Parmesan sein sollte. Die Sahne vorsichtig auf der Lasagne verteilen und das Ganze ca. 1 Stunde im Ofen garen.

Gemüselasagne (vor dem Backen)

Diese Art einer Lasagne hat bei all meinen Gästen bisher höchstes Lob erfahren (in der Röhre aufpassen, dass sie oben nicht zu dunkel wird – rechtzeitig abdecken!) Hier eine passende Weinempfehlung aus Galiläa. Es passt aber auch ein guter trockener Roter aus Spanien, Frankreich, Australien, Indien …. :

L ‚Chaim (auf das Leben) to life ….

Weiter geht es durch Samaria nach Judäa ans Tote Meer zu König Herodes – im nächsten Beitrag


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