Reise nach Jerusalem

  • Nach einem reichlichen Frühstück geht es zum Busbahnhof. Zuerst ein wenig abwechslungsreicher Weg, da um diese recht frühe Zeit nur Apotheken, die gerade ihre Läden hoch ziehen, zu sehen sind. Flüchtig überlege ich, wie wichtig diese Einrichtungen neben den Arztpraxen sind und bin heilfroh sie nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Die Meerschweinchen vom Vortag liegen mir nicht im Magen und es bedarf weder eines Medikaments, das eine Magenverstimmung behandelt, noch eines, welches eine zu übermäßige Darmtätigkeit beruhigt. Der Weg zieht sich und ich erlebe das langsame Erwachen einer Kleinstadt. Die unterschiedlichsten Läden öffnen: Getreidehandlungen, Läden mit Haushaltswaren, Gemüse, lebenden Kleintieren sowie deren Futter und etliches mehr. Am Busbahnhof angekommen, ist die Vielfalt nicht mehr zu schlagen. Dazu kommen die Angebote der Busfahrer: Baños, Baños …. ist nicht zu überhören. Diesmal allerdings lasse ich mir den Preis aufschreiben. Es soll mir nicht noch einmal passieren, dass mir ein schreiender Taxifahrer ein unschlagbar günstiges Angebot unterbreitet, mich von einem Ort zum anderen für 15 (fifteen) Dollar zu fahren und am Ende 50 (fifty) Dollar verlangt. Es war ein sprachliches Missverständnis und bedingt dadurch unschönes Erlebnis, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.                     Der Bus ist schnell voll und wir können bei herrlichem Wetter starten. Es geht einige Stunden durch wunderschönes Bergland und meine Sitznachbarn, eine Mutter mit ihren beiden Söhnen, sorgen neben der Aussicht für kurzweilige Unterhaltung. Wegen meiner holprigen Spanischkenntnisse komme ich etwas ins Schwitzen, kann mich jedoch auf eine zwar nicht perfekte, aber nette Art verständigen.

    Baños – mitten in Ecuador. Hier, dem Tor zum Oriente, und mit den unterschiedlichsten Angeboten an Outdoor-Aktivitäten, möchte ich die Thermalquellen genießen und mich etwas verwöhnen lassen. Das empfohlene Hotel ist schnell gefunden und ich leiste mir nach dem Bad und noch vor dem Dinner eine wohltuende und entspannende Ganzkörpermassage. Die Aufregungen der letzten Tage und das Gerumpel im Bus haben diese Ausgabe für mich mehr als gerechtfertigt. Außerdem bin ich für die Wanderung dann am nächsten Tag zur Aussichtsplattform, die dem Vulkan Turanguahua gegenüber liegt, gut ausgeruht und gestärkt. Eine weitere Stärkung gibt es nun zum Dinner: Llapingachos, die ich heute probieren will.

    • 1 kg Süßkartoffeln
    • 2 Eigelb
    • 1 klein gehackte Zwiebel
    • 3 gehackte Knoblauchzehen
    • 1/2 TL Kreuzkümmel
    • Salz u. Pfeffer
    • 1/2 TL Paprika
    • 150 g Käse, z. B. Gorgonzola, Mozarella
    • Sonnenblumenöl zum Anbraten
    • Semmelbrösel

    Die Kartoffeln (es kann auch eine mehlige andere Sorte sein) schälen, in nicht allzu kleine Stücke zerteilen und in Salzwasser kochen, zerstampfen und mit der Zwiebel, dem Knoblauch und den Gewürzen vermischen, Bällchen formen und in die Mitte ein Stückchen Käse geben, mit Teig zudecken. Die Bällchen etwas flach drücken, in Bröseln wenden, bzw. bestreuen und in heißem Öl goldgelb braten. Mit beliebigen Zutaten (Erdnusssauce, Avocados, rote Zwiebelringe, grünem Salat etc.) servieren!

    Es ist wieder früher Morgen und ich mache mich auf den Weg. Es geht bergauf durch einen zuerst noch neblig gruseligen Wald. Die unterschiedlichsten Pflanzen und Bäume begleiten mich und wecken schnell mein botanisches Interesse. Des Weiteren lassen die verschiedensten Tierlaute keine Einsamkeit aufkommen, auch wenn sich weitere Menschenseelen nicht blicken lassen. Der Weg ist zudem einigermaßen gut beschildert, sodaß ich der Navigation nicht allzu große Aufmerksamkeit widmen muss. Der Aufstieg ist nicht einfach, aber dafür erwartet mich neben der phantastischen Aussicht ein einfaches aber gemütliches Gasthaus. Ein kanadisches Ehepaar leistet mir beim Lunch unterhaltsame Gesellschaft und wir beschließen – nicht ohne den Anblick des gegenüber liegenden rauchenden Turanguahua ausgiebig zu genießen –

    gemeinsam abzusteigen. Wir nehmen nicht den bekannten, sondern einen vom Wirt empfohlenen Weg. Er wäre angeblich kürzer, ist aber durch Gebirgsbäche und ohne Beschilderung, wie sich herausstellt, an uns alle drei eine besondere Herausforderung.

    Nach einem verspäteten Kaffee und einer besonderen süßen Köstlichkeit „Babas“ verabschiede ich mich, zwar erschöpft, aber mit der Gewissheit mit netten Menschen einen wundervollen weiteren Tag verbracht zu haben.

    Babas mit ecuadorianischen Rum

    Aus den folgenden zimmerwarmen Zutaten einen Hefeteig herstellen:

    • 3 Eier
    • 2 EL Milch Tablespoon
    • 30 g Puderzucker
    • 13 g Hefe
    • 1/2 TL Salz
    • 250 g Mehl
    • 100 g zerlassene Butter
    • mit Mehl bestäuben und 40 Minuten zugedeckt gehen lassen. Den Teig in einen Spritzbeutel geben und in 12 Muffinformen (dreiviertel voll machen) verteilen, bei ca. 30 Grad Celsius nochmal 10 Minuten ruhen lassen bis sie noch etwas aufgehen und anschließend bei 160 Grad goldgelb backen, für den Rum-Sirup:
    • 450 ml Wasser und
    • 250 – 300 g Zucker aufkochen und nur ganz kurz abkühlen
    • 1 Tasse Rum dazu und die Babas im noch heißen Rum-Sirup vollsaugen lassen, für die Cremefüllung:
    • 5 Eigelb
    • 100 g Zucker
    • 1 Päckchen Vanillezucker
    • 20 g Mehl
    • 600 ml Milch verrühren und unter rühren langsam zum Kochen bringen, 2 Minuten weiter rührend kochen lassen, umfüllen und mit Folie abgedeckt abkühlen. Babas einschneiden und die abgekühlte Creme einfüllen, mit Früchten verzieren.       

    Diese alkoholhaltige wohlschmeckende süße „Verführung“ gibt es u. a. auch in Frankreich und Italien und es lohnt sich, sie mal selbst auszuprobieren.

    Mit dem Beitrag beende ich das Jahr 2023 und freue mich (hoffe) auf ein etwas friedlicheres 2024 mit neuen Ideen und die sowohl geistige, als auch physische Gesundheit diese auch umsetzen zu können.

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Mit ein paar netten Menschen aus den USA und Kanada beschließe ich nach den Aufregungen der letzten Tage Ingapirca zu besuchen. Es handelt sich dabei um eine archäologische Stätte mit den bedeutendsten Überresten der Inkakultur in Ecuador. Der Bus bringt uns problemlos über sanfte Hügellandschaften zu diesem für mich geheimnisumwitterten Platz. Ich war bereits bei einem meiner vorherigen Besuche hier und habe ihn als Ort mit einer bemerkenswerten, bereits lange untergegangenen Kultur in besonderer Erinnerung. Auch wenn mir Gedanken an ein vorheriges Leben fremd sind, meine ich auch diesmal wieder, hier schon vor sehr langer Zeit einmal gewesen zu sein. Das Inkareich hat sich im 15. Jahrhundert in seiner Hochzeit von Cuzco in Peru aus nach Kolumbien und Ecuador nördlich und im Süden bis nach Chile und Argentinien ausgebreitet. Es war das größte indigene Reich bevor Kolumbus und damit die Spanier diesen Teil der Welt entdeckten. Bereits 1532 schafften es dann allerdings die spanischen Konquistadoren diese Hochkultur zu Fall zu bringen. Francisco Pizarro war derjenige, der das von Krankheiten, Kriegen und Intrigen geschwächte Volk überwältigen konnte. Es ranken sich viele Mythen um die Inkas, ihre Riten und ihre spirituellen Praktiken. Jedoch auch ihre Planungen, eine fortschrittliche Bauweise betreffend, sowie ihre terrassenförmig angelegten Felder um die Erosion zu verhindern, lassen sich bis in die heutige Zeit umsetzen.

    Auch Alexander von Humboldt ließ sich auf seiner Reise nach Ecuador 1802 von der Baukunst der Inkas begeistern. Erneut nehme ich mir seine Aufzeichnungen vor und kann immer wieder staunen, wie neugierig, unternehmungsfreudig, keine Mühen scheuend und mit welch unbändigem Forscherdrang er die Natur, ihre Gesetze und ihre Wunder versucht hat festzuhalten und sie damit der Nachwelt erklärt hat. Humboldt erkannte, dass die Natur als Netz fungiert und eine allumfassende Kraft ist. Diese Erkenntnis hat Einfluss auch auf unsere heutige Sicht der Welt, ihr Klima und alles was damit im Zusammenhang steht. Ihm, der so viele Vulkane erklommen hat, dass er zu den erfahrensten Bergsteigern der damaligen Welt zählte, will ich dieses einfache, aber schmackhafte Gericht (gegessen in der Mesmer-Alpe, Appenzeller Land, Schweiz) widmen: Röschti

    • 3 große Kartoffeln, mehlige Sorte z. B. Agria
    • 1 große Zwiebel
    • Pfeffer, Salz, Muskat
    • 2 Eier
    • etwas Mehl
    • Butterschmalz oder Öl

    Kartoffel am Vortag ca. 10 Minuten kochen, schälen, grob raspeln und mit kleingeschnittener Zwiebel, Gewürzen, Eiern und Mehl vermischen und in einer Eisenpfanne portionsweise auf beiden Seiten goldgelb backen. Ich habe der Jahreszeit entsprechend, Krautsalat mit roten Paprikastückchen und den letzten Ruccolastängeln dazu serviert.

    Röschti mit Kraut-Paprikasalat

    Ein weiterer Ausflug und grandioser Höhepunkt von Cuenca aus ist der Nationalpark Las Cajas. Eine mehrstündige Wanderung führt uns durch eine wilde mit zahlreichen Lagunen durchzogene Gegend. Die herrlichen Blumen der Anden säumen unsere Wege und … sogar ein Skorpion sonnt sich auf den Steinen. Unterhalb einer hölzernen Hängebrücke finden wir einen passenden Picknickplatz und verzehren unsere mitgebrachten Sandwiches, Avocados, Papayas, Mangos und die köstlichen Bananen.

    An Stelle eines Dessertrezeptes gibt es eine kleine Abhandlung über die Tagua- oder Steinnuss (nicht essbar), die hauptsächlich in Ecuador wächst. Sie ist der Samen einer Palmenart, die zur Gattung der Steinnusspalmen gehört. Die bis zu 15 m hohen Bäume wachsen vor allem in Ecuador. Dort sind sie unter der einheimischen Bevölkerung seit vielen Generationen bekannt und aufgrund ihres Härtegrades und günstigen Preises wird die Nuss als billiger Ersatz für das wesentlich teurere Elfenbein genutzt. Schmuck, Schachfiguren, Knöpfe, Spielzeug etc. werden daraus hergestellt.

    Nicht nur Humboldt hat dieser Teil Südamerikas mit seinem hochentwickelten Andenvolk begeistert, auch mich lässt sein Zauber bereits heute einen Besuch in Cuczo, der Hauptstadt des früheren Inkareichs in Peru planen. Vorher allerdings bleibe ich noch etwas in Ecuador, kaufe Schmuck aus Taguanüssen und lasse mich im Thermalbad Banos ein wenig verwöhnen.

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Von Latacunga aus geht es nach Riobamba. Der Bus ist erneut das Mittel der Wahl und ein weiteres Abenteuer wartet auf mich. In Riobamba angekommen ist noch Zeit mich im Parque Moldonado ein wenig von der Busfahrt zu erholen, zu lesen und zu schreiben. Die gestrige Wanderung zur Lagune war nicht ohne und die an den Fersen entstandenen Blasen freuen sich auf einen etwas ruhigeren Tag. Zum Mittagessen muss ich außerdem unbedingt mal die mir von Freunden empfohlenen Meerschweinchen probieren. Sie werden hier überall angeboten und ich bin neugierig wie sie schmecken. Das nachstehende Rezept sollten Vegetarier einfach überlesen, bzw. es einfach mit mariniertem Tofu probieren. Meerschweinchen überbacken mit Gemüse und Käse

    • 250 g Meerschweinchenfleisch (auch Hähnchen oder Tofu)
    • Olivenöl
    • 250 g Tomaten enthäutet und zu Würfeln geschnitten
    • jeweils 1 Zucchini und Aubergine in Würfel geschnitten
    • 1 Zwiebel klein geschnitten
    • 4 Zehen Knoblauch gehackt und mit dem Messer zerrieben
    • Salz, Pfeffer
    • 1 EL Kräuter nach Belieben (z. B. Thymian, Oregano)
    • 1 Becher Creme fraiche
    • 60 g Parmesan
    • 60 g geriebene Walnüsse

    Fleisch in Streifen schneiden, kurz in etwas Olivenöl anbraten und würzen, beiseite stellen, ebenso das Gemüse mit wenig Brühe in 10 Minuten dünsten. Eine Form mit Butter ausstreichen, zuerst Fleisch, dann Gemüse reingeben, die mit dem Käse und den Nüssen vermischte Creme fraiche obendrauf und bei 200 Grad für ca. 20 Minuten in die vorgeheizte Röhre geben. Mit Quittenkompott (mein Quittenbaum trägt jedes Jahr sehr üppig und ich probiere immer wieder mal etwas Neues aus) garnieren und servieren.

    Nachmittags statte ich dem Bahnhofsmuseum einen Besuch ab. Schließlich will ich Tags darauf vom Bahnhof Alausi aus die dramatische Eisenbahnfahrt durch die Teufelsnase „Nariz del Diablo“ antreten. Mir wird eine Zugstrecke mit atemberaubender Aussicht auf eine spektakuläre Berglandschaft versprochen, während der mehr als 500 Höhenmeter in weniger als 12 Kilometern erklommen werden. Sie ist Teil der Verbindung zwischen den zwei größten Städten Ecuadors, Quito und Guayaquil. Ich will mir dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Der nächtliche Traum ist dann zwar alles andere als vertrauenserweckend: ich fahre auf dem Dach eines Waggons und muss mich mit äußerster Kraftanstrengung an einer meiner Mitreisenden festklammern um nicht abzustürzen. Offensichtlich die traumhafte Wiederholung einer Szene einige Tage vorher, bei der sich eine ältere Frau an meinem Arm festgehalten hat um ihre Angst vor der in steilen Serpentinen verlaufenden Straße zu überwinden.

    Um sie/euch nicht weiter an des Teufels Nase herum zu führen, muss ich nun eingestehen, dass ich weder auf ihr (der Nase), in ihr, noch um sie herum gefahren bin. Aufgrund eines Erdrutsches ist die Strecke am nächsten Tag gesperrt. Ich wäre noch mindestens einen weiteren Tag an diesem recht verlassenen Ort festgesessen und beschließe spontan mich weiteren Herausforderungen zu stellen. Allerdings mit der Gewissheit spätestens in heimatlichen Gefilden dem Teuflischen nicht entkommen zu können, weder der Nase, den Hörnern, der Höhle oder spätestens der Pizza Diabolo. Sowohl dies, als auch die wohl verpasste Gelegenheit im Kopf, komme ich in Cuenca an. Ich bin auf Anhieb begeistert von dieser reizvollen Stadt mit ihrer gut erhaltenen Kolonialarchitektur und vergesse ganz schnell die Teufelsnase. Cuenca wurde erst im 16. Jahrhundert von den Spaniern gegründet, vorher war sie die Hauptstadt der Inkas in Ecuador und erinnert mich sehr stark an Cuzco in Peru. Vor weiteren Begeisterungsausbrüchen und Ausflügen in die Inkavergangenheit eine etwas unangenehme Herausforderung:

    Als ich nach dem Abendessen bezahlen will, wird mir klar, dass meine Geldbörse fehlt. Panik steigt in mir auf. Nach einer eiligen Rückkehr zur Kathedrale, in die ich nach der Ankunft und den teuflischen Gedanken flüchte und einer vergeblichen Suche bleibt das Portemonnaie verschwunden.

    Ich versuche, ruhig zu bleiben, und durchsuche meine Taschen erneut, doch das Bargeld und meine PIN für die Creditkarte ist weg. Die Tatsache, dass ich mich in einem fremden Land ohne Bargeld befinde und zudem ohne PIN auch nichts abheben kann, ist eine beängstigende Vorstellung. Ich versuche, die Karten zu sperren, habe jedoch ein weiteres Problem: Ich kann mich nicht an die PIN meiner Kreditkarte erinnern. Ich beschließe, mich nicht entmutigen zu lassen und gehe zu meiner Unterkunft, um nach Unterstützung zu fragen. Das Personal im Hotel ist äußerst hilfsbereit und verständnisvoll. Sie helfen mir, Kontakt zu meiner Bank zu Hause aufzunehmen, um die Situation zu klären. Ein sehr netter Gast aus den USA ist zudem bereit mir einige Dollars zu leihen. Einige Tage ist es mir nicht möglich weiteres Bargeld zu bekommen. Allerdings habe ich Glück, dass das Hotel und einige lokale Restaurants Kreditkarten akzeptieren (auch ohne PIN). Ich bin sehr dankbar über die Großzügigkeit der Menschen, die mir in dieser Notsituation behilflich sind.

    Schließlich kann ich die Situation klären und Zugang zu meinem Geld bekommen. Dieses unerwartete Finanzproblem, das ich in Cuenca erlebe, ist eine Lehre in Sachen Geduld und Gelassenheit. Es zeigt mir, wie freundlich und hilfsbereit Menschen sein können, selbst in schwierigen Situationen. Cuenca wird für mich immer ein Ort der Erinnerung an dieses unvorhergesehene Abenteuer sein.

    Süße Köstlichkeiten aus Cuenca – z. B. Vegane Brownies

    • 350 g dunkle Schokolade
    • 350 g Butter
    • 200 g braunen Zucker
    • 4 Eier, Raumtemperatur
    • 200 g geriebene Mandeln
    • 200 g Macadamianüsse, grob gehackt
    • 150 g getrocknete Pflaumen grob gehackt

    Eine 30 x 20 cm große Form mit Backpapier auslegen. Schokolade, Butter und Zucker in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen und verrühren(vorsicht, es soll kein Wasser in die Mischung gelangen), beiseite stellen und mind. 10 Minuten abkühlen lassen. In die abgekühlte Masse die Eier rühren und anschließend Nüsse und Pflaumen untermischen. Nun in die vorbereitete Form geben und für ca. 30 Minuten bei 160 Grad auf der mittleren Schiene backen bis die Oberfläche fest ist. Abkühlen, aus der Form nehmen und auf einem Gitter vollständig erkalten lassen, in 5 x 5 cm große Stücke schneiden und schmecken lassen (anstelle der Macadamia kann man auch Cashew nehmen.

    Ausflüge zur Inkaruine Ingapirka und in den Nationalpark Las Cajas folgen im nächsten Beitrag. Bis dahin, Buenos dias!

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Am Spätnachmittag komme ich in Latacunga an. Diese 65.000 Einwohner zählende Stadt gehörte zunächst zu Großkolumbien und erst seit 1830 zur Republik Ecuador. Es ist die Hauptstadt der Provinz Cotopaxi und der Hauptanteil der Einwohner sind Angehörige der indigenen Volksgruppe der Kichwa de la Sierra. Das Hotel ist schnell gefunden von dem aus ich am nächsten Tag früh aufbreche um ein Stück mit dem Bus zu fahren. Trinkwasser und etwas zum Knabbern ist schnell besorgt und nach einem kleinen Abendessen versuche ich früh schlafen zu gehen – mein morgiger Ausflug soll um 4.30 Uhr starten.

    Es ist trotz meiner Lektüre (sehr passend? – Die Nebel von Avalon) an Schlaf nicht gleich zu denken: ein etwas mulmiges Gefühl beschleicht mich in der ein wenig herunter gekommenen Herberge. Glücklicherweise habe ich meinen leichten Innenschlafsack dabei und muss zumindest vor unliebsamen Kleintieren keine Angst haben. Nach einer dürftigen Mütze Schlaf weckt mich mitten in der Stadt ein Hahnenschrei und ich bin froh – auch wenn es noch dunkel ist – aufstehen und mich Richtung Busbahnhof auf den Weg machen zu können. Der Typ an der Rezeption schläft seelenruhig in seiner Koje.

    Es geht erst los als der Bus voll ist. Passagiere, die unterwegs zusteigen wollen, werden nach oben verwiesen. Schließlich ist auf dem Dach auch noch Platz. Nach einer abenteuerlichen Fahrt begebe ich mich auf meine Wanderung zur Lagune Quilotoa. Als ein atemberaubendes Erlebnis in den Anden von Ecuador wurde es mir angekündigt. Ich beginne sie in Zumbahua, wo mich ein großzügiges Tal empfängt umgeben von spektakulären Bergrücken.

    Begleitet werde ich in dieser grandiosen Landschaft immer wieder von neugierigen Kindern, mit denen ich gern meine Kaugummis und Kekse teile. Ein etwa 8-9jähriges Mädchen ist äußerst wissbegierig und ich beginne eine zumindest für mich lehrreiche Unterhaltung. Meine vorher bei Laura, einer sehr fähigen Spanischlehrerin, erworbenen Sprachkenntnisse ermöglichen eine unkomplizierte und einfache Unterhaltung, die mir auch bei der Wegbeschreibung sehr dienlich ist. Die herrliche Berglandschaft auf dieser Wanderung ist eine bleibende wunderschöne Erinnerung. Nach dem Anstieg des Vulkans auf ca. 4000 m am Kraterrand angekommen bin ich total überwältigt über soviel Naturschönheit. Türkisfarben und ruhig strahlt mir die Lagune in ihrer ganzen Schönheit entgegen. Die drei Indios, die eingemummt in ihre Ponchos auf ein paar Steinen sitzen, lassen mir reichlich Zeit zu staunen. Ich weiß nicht, ob sie noch etwas empfinden können bei diesem Anblick. Für meine Stimmung jedenfalls haben sie Verständnis und kommen erst nach einer ganzen Weile um mir ihre Schätze (auf Schafshaut gemalte Bildchen) anzubieten. In meiner Hochstimmung kann ich da natürlich nicht Nein sagen und kaufe ein paar von ihren kleinen Kunstwerken. Sie freuen sich über die Runde Kekse ebenso wie über das gemachte Geschäft und ziehen zufrieden ab. Obwohl es in dieser Höhe kalt und windig ist, kann ich mich von der überwältigenden Landschaft nicht gleich trennen, lasse sie noch etwas wirken und trete den Rückweg an. Ob die leisen Flötenklänge noch zum Geschäft gehören – ich kann es nicht glauben. Die Drei waren keine Nepper in unserem Sinn (noch nicht) und die wohlklingenden Töne haben so wunderbar in die Zeit und an den Ort gepasst – traumhaft.

    „The lagune was nice not more“, diese Aussage eines jungen Mannes (er ließ sich mit seinen Freunden im Auto zur Lagune fahren) hat meine Begeisterung über diesen Ausflug nicht schmälern können. Mit einer älteren Dame, die mit ihren Söhnen unterwegs war, kann ich beim Abendessen meine Erlebnisse teilen und sie ist eine wesentlich interessiertere Gesprächspartnerin.

    Zufrieden und erschöpft, aber nichtsdestotrotz sehr hungrig gibt es heute

    einen ecuadorianischen Eintopf (Locro de Papa):

    Zutaten:

    • 4 mittelgroße Kartoffeln, geschält und klein gewürfelt,
    • 1 gehackte Zwiebel
    • 2 gehackte Knoblauchzehen
    • 1 TL Kreuzkümmel
    • 1 TL Paprika
    • 2 EL Pflanzenöl
    • 2 Tassen Hühner- oder Gemüsebrühe
    • 1 Tasse Milch
    • 2 EL Erdnussmus
    • 1 Tasse frischer Käse gewürfelt
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack
    • frischen Koriander zum Garnieren

    Zubereitung:

    Öl erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Kreuzkümmel und Paprika hinzufügen, kurz anbraten bis es duftet, die gewürfelten Kartoffeln in den Topf geben und leicht anbraten. Den kleingeschnittenen Lauch, die Brühe und die Milch dazu und alles bei mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Kartoffeln weich sind. Mit einem Stampfer einige Kartoffeln in der Suppe zerdrücken um sie zusammen mit dem Erdnussmus etwas einzudicken. Den gewürfelten Käse dazu geben und rühren bis er geschmolzen ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, mit frischem Koriander garnieren und servieren.

    Genießen Sie den köstlichen ecuadorianischen Eintopf als Belohnung nach der Tageswanderung zur Lagune Quilotoa!

    Als kleines Dessert und zur weiteren Steigerung der Lebensgeister gibt es

    Zimtschnecken (sehr einfach)

    Zutaten:

    • 1 Packung Blätterteig
    • 50 g Butter
    • 4 EL Zucker
    • 1 TL Zimt
    • 1 Ei

    Zubereitung:

    Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen und etwas abkühlen lassen. Zucker und Zimt mischen. Den Blätterteig aufrollen und mit der flüssigen Butter bestreichen. 1 EL der Zucker/Zimt-Mischung zur Seite stellen und den Rest auf dem Blätterteig verteilen, anschl. aufrollen. Die Rolle in ca. 25 Stücke schneiden und diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Das Ei verquirlen und die Schnecken damit bestreichen. Den restlichen Zimtzucker darüber streuen und bei 200 Grad ca. 15 Minuten backen und auskühlen lassen.

    Diese kleinen, schnell zubereiteten Teilchen sind ausnahmsweise keine Erinnerungen an Ecuador. Sie sind ein Dankeschön an den Schneckenlieferanten Wolfgang, welcher meinen Laufenten nach langer Abstinenz wieder mal eine saftige Fleischration hat zukommen lassen.

    In Kürze beginnt mein lang ersehnter Urlaub und der nächste Reisebericht nach Cuenca/Ecuador folgt im Oktober. Felices fiestas y hasta pronto!

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Eine Tour – halb mit dem Geländewagen, halb zu Fuß – auf den Cotopaxi steht auf dem Programm. Immerhin ist er mit 5897 m der zweithöchste Berg in Ecuador (der höchste ist der Chimborazo, dessen Gipfel vom Erdmittelpunkt aus der höchste Punkt der Erde ist), welcher zum letzten Mal 2015 ausbrach, und … der trotz seiner Aktivität der am häufigsten bestiegene Berg des Landes ist.

    Während Alexander von Humboldt 1802 bis zur Höhe von 4500 m kam, ist es heute möglich bis 4658 m mit dem Auto zu fahren. Unser Plan ist, zu der auf 4800 m gelegenen Schutzhütte zu wandern, allerdings müssen wir aufgrund der extremen Wetterverhältnisse abbrechen und umkehren. Ein kräftiger, eiskalter Schneeregen brennt wie Feuer im Gesicht und zwingt uns und sogar ein paar erfahrenere Bergsteiger dazu. Recht mutlos kommen sie uns entgegen und berichten, dies wäre bereits ihr zweiter Versuch diesen ehemals heiligen Berg zu erklimmen. Ein interessantes Gespräch ergibt sich auf dem Rückweg, ich nehme es zur Erinnerung mit und hab es nicht vergessen: Es handelt sich beim Cotopaxi um einen sogenannten Schichtvulkan (bestehend aus einzelnen geologischen Schichten) wie es auch der Fuji in Japan, der Mount Saint Helens in den USA und der Vesuv und der Ätna in Italien sind um ein paar Beispiele zu nennen. Die beiden italienischen Geophysiker erklären uns wie sich an die nördliche Cocosplatte im Süden die Nazcaplatte anschließt und die sich unter den südamerikanischen Kontinent schiebt. Die dadurch entstehende Auftürmung der Anden ist verantwortlich sowohl für Erdbeben, als auch die Entstehung, Zusammensetzung und Tätigkeit der Vulkane. Bevor wir als kleine Entschädigung zu der kleinen Version einer Bergwanderung zum „nur“ 4721 m hohen, nicht mehr aktiven Vulkan Ruminahui, aufbrechen, gibt es als Stärkung eine deftige Bergsteigermahlzeit „Eintopf mit cremiger Polenta“

    • 125 g Polenta
    • 250 ml Gemüsebrühe
    • 350 ml Pflanzen- oder Kuhmilch
    • 4 EL Margarine oder Butter
    • 1/2 Tl Salz
    • 1 Prise Pfeffer
    • 500 g gewürfelte Zwiebeln
    • 4 Zehen gehackter Knoblauch
    • 120 ml Olivenöl
    • 480 g gekochte weiße Bohnen
    • 250 g Ajvar
    • 2 EL kleingeschnittene eingelegte Zitronen oder Zitronensaft
    • 800 ml Gemüsebrühe
    • 200 g grob geschnittener Fenchel
    • 200 g Erbsen
    • 100 g Mangold
    • 1 TL Salz
    • 1/4 TL frisch gem. Pfeffer
    • Rucola und Chiliflocken zum Garnieren

    Gemüsebrühe, Milch, Margarine bei mittlerer Hitze leicht aufkochen lassen bis alles gut vermischt ist, Polenta unter ständigem Rühren dazu geben und eindicken. Salz und Pfeffer nach Geschmack dazu und auf der ausgeschalteten Herdplatte zugedeckt bis zum Servieren stehen lassen.

    Zwiebeln im Öl ca. 10 Minuten anschwitzen und leicht braun werden lassen, den Knoblauch kurz dazu geben, danach mit dem Ajvar und dem Pfeffer weitere 10 Minuten unter ständigem Rühren köcheln lassen. Bohnen, Fenchel und die Gemüsebrühe zugeben, umrühren und weitere 5 Minuten kochen lassen. Erbsen und Mangold kurz vor dem Servieren in den Eintopf geben um Frische und Farbe zu erhalten. Die Polenta dem Cotopaxi ähnlich in einem tiefen Teller auftürmen, einen kleinen Krater formen und den Eintopf einfüllen. Mit Ruccola, Chiliflocken garnieren, etwas Olivenöl darüber träufeln und Servieren.

    Zur Verdauung und gleichzeitig als Ersatz für den Anstieg zum Gipfel des Cotopaxi schlage ich nun eine leichte Bergwanderung auf dem Ruminahui, einem erloschenen Vulkan vor. Wir müssen nicht weit fahren, er liegt ebenfalls im Cotopaxi Nationalpark und ist benannt nach dem Inkageneral Ruminahui = Steingesicht. Pizarro und Belalcazars, die spanischen Konquistadoren waren seine Gegner, denen er im Norden des Inkareiches im 14./15. Jahrhundert heftigen Widerstand leistete. Eine Wanderung durch diese herrliche Bergregion mit ihrer einzigartigen Flora bei angenehmen Temperaturen lässt uns den Schneeregen schnell vergessen. Auf dem Weg nach Latacunga schlägt Dimitri noch einen Stopp in der Hosteria Cienega mit einer Kaffeepause und einem Bergsteigerkuchen vor.

    • 2 Tafeln Marzipan-Schokolade
    • 125 g Butter
    • 75 g brauner Zucker
    • 1 Prise Salz
    • 3 Eier
    • 125 g Schmand
    • 200 g Mehl
    • 50 g Speisestärke
    • 2 TL Backpulver

    Schokolade in kleine Stücke schneiden, Butter, Zucker, Salz schaumig rühren, Eier und Schmand unterrühren. Mehl, Stärke und Backpulver mischen, ebenfalls unterrühren, die Schokostückchen unterheben und den Teig in einer Kastenform bei 175 Grad ca. 60 – 70 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Erkalten lassen und mit dunklem Schokoguß überziehen.

    Wir lassen uns den sehr leckeren Kuchen schmecken mit Blick auf einen herrlichen Innenhof. Der Prunk vergangener Kolonialzeiten läßt sich hier mehr als nur erahnen. Ein kleiner Bummel nach der Kaffeepause durch den großzügigen Garten dieser ehemaligen Hazienda eröffnet uns noch einen ganz anderen Ausblick in die Gegenrichtung. Der Cotopaxi liegt in seiner ganzen wunderbaren Pracht vor uns, ruhig und ohne Wolken und Nebel ragt er mit seiner schneebedeckten Spitze unschuldig in den Spätnachmittagshimmel.

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Lang, lang ist es her! Sowohl mein letzter Beitrag in diesem Blog, als auch mein erster Besuch in Atacames, welches damals noch ein verschlafenes Fischerdörfchen war. Mittlerweile hat es sich neben Salinas zu einem der bekanntesten Badeorte Ecuadors gemausert, in dem Ecuardorianer, Kolumbianer und viele ausländische Touristen ihre Ferien verbringen. Ob Atacames deshalb für mich an Anziehungskraft gewonnen hat? Ich müsste es wieder mal besuchen um urteilen zu können. Freunde erzählen mir sehr viel gegensätzliches, weshalb ich an dieser Stelle nur meine Eindrücke und Erinnerungen von damals wiedergeben kann. In Erinnerung behalten habe ich die faszinierenden Obststände an der Straße mit ihren wohlschmeckenden – mit unseren nicht zu vergleichenden – Bananen.

    Nach einer höllischen Fahrt von Quito aus durch die Sierra kommen wir abends in Atacames an. Auf den ersten Blick sieht es traumhaft aus: „Arco Iris“, unsere Unterkunft für die nächsten Tage hat schilfgedeckte Hütten (Cabanas) mit Palmen vor dem Eingang, die über der aufgespannten Hängematte und dem Liegestuhl rauschen. Der Weg zum Strand beträgt gerade mal 100 m und wir beschließen noch zu dem in Sichtweite befindlichen kleinen Restaurant zu laufen. Nach den Turbulenzen während der Serpentinenfahrt sind meine Lebensgeister in der frischen Brise, die vom Pazifik her weht, sofort neu erwacht und ich freue mich auf den nächsten Tag.

    Hier ein Salat im Glas, zur Stärkung zwischendurch, der, vorher zubereitet und dann sowohl gleich, während der Reise, im Büro, beim Picknick oder auch mal am nächsten Tag verzehrt werden kann,

    • 4 kleine Kartoffeln
    • 1/2 Tasse in Stücke geschnittene grüne gekochte Bohnen
    • 1 Esslöffel Olivenöl
    • 1 1/2 Teelöffel Rotweinessig
    • 1/2 Teelöffel Dijon Senf
    • 1/2 Teelöffel Honig
    • 95 g Thunfisch (im eigenen Saft) abgetropft und in Stückchen zerpflückt
    • 2 Anchovisfilets
    • 6 schwarze Oliven ohne Kern
    • 8 halbierte Cherrytomaten
    • 1 hart gekochtes Ei, geviertelt
    • 1 Handvoll verschiedene Salatblätter

    Öl, Essig, Senf und Honig mischen und über das in ein Glas geschichtetes Gemüse, Eier, Oliven und Thunfisch geben. Im Kühlschrank mindestens 1 Stunde durchziehen lassen, mit den Salatblättern garnieren und servieren. Es schmeckt mit Weiß- oder Schwarzbrot.

    Ein Morgen am Strand – gibt es etwas Schöneres? Ich treffe ein paar Fischer, die ihre Boote samt der Netze zum morgendlichen Fang vorbereiten. Sie sind trotz der frühen Stunde guter Dinge und wollen wissen, ob ich sie begleiten möchte. Ich willige sofort ein, wohlwissend dass mein Magen nicht sonderlich begeistert sein wird. Ein klein wenig steckt mir immer noch die Serpentinenfahrt vom Vortag in den Knochen. Es wird trotz meiner Vorbehalte ein spannendes Abenteuer. In den Netzen wimmelt es von kleinen bis mittleren und einigen größeren Fischen. Es dauert keine zwei Stunden und wir sind wieder am Strand, wo auch gleich der kostbare Fang an die wartenden Händler und Hausfrauen verkauft wird.

    Was liegt nach dem morgendlichen Fischfang näher als zu Mittag eine typisch Ecuadorianische Ceviche (= eine Fischsuppe beheimatet sowohl in Ecuador, als auch in Peru und ganz Lateinamerika)

    • 500 g Shrimps oder weißen Fisch (z. B. Pangasius)
    • Je 1 Tasse Limetten- und Orangensaft
    • 1/2 Tasse Ketchup
    • 1 TL Senf
    • 1-2 TL Zucker
    • 1 rote Zwiebel
    • 1 Tomate, gehäutet und gewürfelt
    • 3 TL gehackten Koriander
    • Salz, Pfeffer, etwas Olivenöl

    Die Zwiebel in dünne Scheiben schneiden und 30 Minuten in etwas Limetten- oder Orangensaft marinieren, die Shrimps in gesalzenem kochenden Wasser 2 – 3 Minuten blanchieren (1 Tasse Wasser auffangen). Nun jeweils eine Tasse Wasser, Limetten- und Orangensaft, Ketchup, Senf und Zucker mixen und anschließend Shrimps, Tomatenwürfel und Zwiebel dazu geben und für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Mit Salz, Pfeffer, nach Geschmack Chilisauce und etwas Olivenöl abschmecken, den Koriander darüber streuen und servieren (man kann an Stelle der Shrimps auch Pangasiusfilet nehmen, dieses jedoch vorher ungekocht ca. 3 Stunden im Kühlschrank in Limettensaft marinieren – eine ebenso wohlschmeckende Variante der Ceviche). In Ecuador isst man gebratene Kochbananenchips dazu, es schmeckt aber auch mit Baguette oder Ciabatta.

    Den Nachmittag verbringe ich mit einer ausgedehnten Strandwanderung, Schwimmen und der Langsamkeit des Seins.

    Ein Pisco Sour an der Strandbar verschafft mir die nötige Gelassenheit und nach dem zweiten schlafe ich auf meinem Liegestuhl über mir das rauschende Blätterdach des Sonnenschirms ein. Zu empfehlen sind auch die wunderbar fruchtigen Softdrinks, ebenso die überall angebotenen Früchte und Kokosnüsse.

    • 5 cl Pisco Control
    • 2 cl Limettensaft
    • 1 cl Ahornsirup
    • 1 Eiweiß
    • 1 Spritzer Angostura (Ersatzweise Aperol oder Averna)

    Das Glas mit einem Zuckerrand versehen, den Shaker mit viel Eis und den Zutaten (außer Angostura) füllen. Kräftig und ausgiebig schütteln und anschließend den gesamten Inhalt ins Glas, einen Spritzer Angostura dazugeben und jeweils eine Scheibe Limetten, Orange und eine Kirsche an den Glasrand stecken. Chinchin!

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Noch ein wenig unausgeschlafen, da mir die Wachleute vor meinem Zimmer nicht ganz geheuer vorkamen, geht es erstmal in den Pool der Anlage. Mit Blick auf den schneebedeckten Cayambe und im Rücken die in den Berg hinein gebauten Hochhäuser werde ich schnell munter. Von Guápulo, dessen alternative Kunst- und Kulturszene ich mir für den Abend vormerke, geht es mit dem Bus heute in die Altstadt. Quito wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern auf den Ruinen einer alten Inka-Stadt gegründet und besitzt eines der ausgedehntesten und besterhaltenen historischen Zentren einer Stadt in den spanisch geprägten Länder Lateinamerikas. Die Altstadt von Quito gilt seit 1978 als erste UNESCO-Weltkulturerbestätte in Ecuador. Hier wurde (so die Eintragung) ein einzigartiges Werk geschaffen, in dem das Wirken von Mensch und Natur aufeinander trifft. Sie konnte ihre ursprüngliche Gestaltung behalten, Neubauten durften nur außerhalb der Kolonialstadt errichtet werden. Trotz zahlreicher Erdbeben, die die Stadt heimgesucht haben, besitzt Quito die ursprünglichste Altstadt in ganz Südamerika.

    Auf meinem Programm heute stehen die Iglesia de San Francisco (Teil des Franziskanerklosters) sowie die Iglesia de la Compania (eine Jesuitenkirche).

    Bei einem Spaziergang über die Plaza de la Independencia will ich eintauchen in das Gewimmel mit den verschiedenartigsten Menschen und Angeboten, will mich treiben lassen und in einem Café alles an mir vorbei ziehen lassen. Ich sehe anscheinend etwas unentschlossen aus als ich feststelle, die Kirche San Francisco öffnet erst in 2 Stunden und Marcelo ein gutaussehender Quitoaner fragt, ob er mich zu einer Tasse Tee einladen darf. Er kennt als Architekt, wie er verrät, seine Stadt offensichtlich gut und kann sehr unterhaltsam erzählen.

    Um die Zeit bis zur Öffnung der Kirche zu überbrücken, gibt es ein ecuadorianisches Mittagessen, Oma Rosittas ganz spezielles Rindfleischgericht

    • 2 dünne Rindersteaks (die Anzahl kann variieren, je nach Anzahl der Personen) in einer Marinade aus folgenden Zutaten einlegen:
    • 1 geschnittene Zwiebel
    • 2 grob zerhackte Knoblauchzehen
    • 4 EL Sonnenblumenöl
    • Rotwein nach Bedarf
    • 1 EL Essig
    • 1 EL Sojasauce
    • 1 TL Oregane
    • 1 EL Thymian
    • Grob gemahlener Pfeffer

    Am besten über Nacht im Kühlschrank gut abgedeckt durchziehen lassen, am nächsten Tag das Gemüse zubereiten:

    • Je eine rote, grüne und gelbe Paprika
    • 2 mittelgroße Mohrrüben
    • 4 geschälte Tomaten
    • 2 mittelgroße Zucchini
    • 1 Zwiebel
    • 3 Zehen Knoblauch, zerdrückt
    • Salz Pfeffer

    Gemüse in Würfel schneiden, in Olivenöl kurz anbraten, mit einer Tasse Gemüsebrühe ablöschen und ca. 10 – 15 Minuten bei Mittelhitze garen. Die Steaks in Butterschmalz auf jeder Seite kurz bei großer Hitze anbraten und zusammen mit dem gegarten Gemüse in eine Auflaufform geben, mit geriebenen Pecorino bestreuen und nochmal kurz in die Röhre geben.

    Reis oder Ciabatta passt gut dazu, ebenso ein kräftiger Rotwein, z. B. aus Spanien oder Australien.

    Auf unserer Besichtigungstour geht es nun in die Calle Ronda – eine malerische, kopfsteingepflasterte Strasse am Rande des historischen Viertels von Quito. Marcelo zeigt mir das angeblich älteste Haus mit einer öffentlichen Badeanstalt. Mir erscheint es als ein Relikt aus längst vergessenen Zeiten. Für die Bevölkerung in Quito war und ist die Wasserversorgung jedoch ein nicht unbedeutendes Problem und gerade in den weniger luxuriösen Vierteln hat sicher nicht jeder Haushalt ein Badezimmer.

    Bevor ich mich jedoch mit der Wassernutzung hier bzw. der in unserem Land näher beschäftige, stehen wir vor der Eglesia San Francisco, die inzwischen geöffnet hat. Mein Begleiter erzählt mir zu Beginn die Story über den Bau dieser Kirche. Sie konnte angeblich nur mit Hilfe eines Paktes des Architekten mit Lucifer zum ausgemachten Zeitpunkt fertig gestellt werden.

    Der Architekt erlag damals den Versuchungen durch Lucifer, wir heute eher einer Süßen:

    Bananenschnitten

    Nußboden herstellen:

    • 120 g Butter
    • 70 g Zucker
    • 140 g Mehl
    • 90 g Mandeln oder andere Nüsse

    Butter schaumig rühren, Zucker zugeben und verrühren, dann Mehl und Nüsse zugeben. Dünn ausrollen und bei 180 Grad auf der mittleren Schiene backen, ergibt ein größeres Rechteck. Noch warm in kleinere Rechtecke schneiden.

    Biskuitboden herstellen:

    • 4 Eiweiß von großen Eiern
    • 4 EL kaltes Wasser
    • 100 g Honig oder Zucker
    • 4 Eidotter
    • 125 g Weizenvollkornmehl
    • 1 Vanillezucker
    • 1 Messerspitze Backpulver

    Eiweiß und Wasser sehr steif schlagen, Zucker und Eigelb verrühren und darunter ziehen. Das Mehl mit Vanillezucker und Backpulver vermischen und locker unter die Schaummasse heben.

    Backblech mit Backpapier belegen, dieses einfetten und bröseln. Den Teig darauf verteilen und bei ca. 220 Grad auf der mittleren Schiene 10 – 15 Minuten backen, anschl. sofort auf ein Tuch stürzen und das Papier abziehen.

    Nach dem Erkalten in gleich große Rechtecke schneiden und mit etwas Rum beträufeln, Biskuit- und Nußbodenecken mit Creme bestreichen, zusammen setzen, Bananenstücke darauf und mit Schokoguß verzieren.

    Creme:

    • 100 g weiche Butter
    • 100 g Puderzucker
    • 100 g Doppelrahmfrischkäse

    Alles cremig rühren und auf die Rechtecke verteilen.

    Im nächsten Beitrag geht es an die Küste nach Atacames – bis dahin

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • = Mitte der Welt. Ja, und genau dorthin führt mich heute mein Weg. Dimitri, der Partner meiner Freundin fährt mich zu diesem Ort mit dem 30 m hohen pyramidenartigen Monolithen. Er wird von einer Metallkugel, die die Erde darstellen soll, gekrönt.

    Der Äquator ist eine gedachte Linie, die einmal um die Erde herumreicht und sie in eine Nord- und eine Südhalbkugel teilt. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und heißt so viel wie „Gleichlinie“. Gemeint ist damit, dass Nordpol und Südpol vom Äquator gleich weit weg sind. In den Ländern am Äquator ist das Klima tropisch, also das ganze Jahr über heiß und feucht. Es gibt hier keine Jahreszeiten und auch Tage und Nächte sind das ganze Jahr über gleich lang, nämlich jeweils 12 Stunden.

    Auf einer Weltkarte liegt der Äquator meist genau in der Mitte. Der Umfang des Äquatorkreises beträgt etwas über 40.000 Kilometer. Das ist etwa 50 Mal die Strecke von München nach Berlin. Ganz genau sind es 40.075 Kilometer und 17 Meter. Er ist der längste aller Breitenkreise und hat die geographische Breite 0 Grad. Der Äquator verläuft vor allem im Meer, durchquert aber auch Landmassen wie Südamerika, Afrika und die Inselwelt von Indonesien. Zwei Länder tragen den Äquator sogar in ihrem Namen: Ecuador in Südamerika und Äquatorial-Guinea in Afrika.

    Zurück zu Ecuador und in das kleine Museum im Inneren des monumentalen Baus. Es beherbergt viel wissenswertes über die Anthropologie und die Ethnographie des Landes und ich kann mich zusätzlich vertraut machen mit seinen 4 sehr unterschiedlichen Regionen: Costa = Küstenregion, Sierra = Zentrales Hochland der Anden mit seinen weltbekannten Vulkanen (wie z. B. der Cotopaxi, der Chimborazo, der Tungurahua, der Cayambe u. a.), Oriente = Regenwaldgebiet auf fast 50 % der Fläche Ecuadors, Galapagosinseln mit der einzigartigen und phantastischen Tierwelt.

    Nach dem vorsichtigen ersten Eintauchen in dieses Land am Äquator und seine vielfältige Geschichte ist eine kulinarische Stärkung angesagt. Ein vielleicht 6 jähriger Junge bietet sich vor dem Restaurant mit einheimischer Küche als Aufpasser fürs Auto an und freut sich sehr über sein Trinkgeld.

    Mit den überall in Ecuador angebotenen Gerichten mit Meerschweinchen kann ich mich nicht anfreunden. Ich probiere nochmal etwas aus dem „Andenkorn“: Mit Quinoa und Käse gefüllte Aubergine. Hier meine Version:

    • 150 g Quinoa
    • 2 Auberginen
    • 3 EL Olivenöl
    • 200 g Feta grob gerieben
    • 10 – 15 kleine Tomaten
    • Salz, Pfeffer
    • 100 g Mandelblättchen
    • 1/2 TL Harissa
    • 1 – 2 EL Zitronensaft
    • 50 g Schlagsahne
    • 3 EL Granatapfelkerne
    • Petersilie

    Quinoa mit Wasser abspülen und mit der 2,5-fachen Menge Salzwasser in ca. 15 Min. bissfest garen. Auberginen waschen, längs halbieren und mit einem Löffel das Innenfleisch aushöhlen, klein hacken und in einer Pfanne kurz anbraten. Die Auberginenhälften mit Öl bestreichen und ca. 20 Minuten im Backofen bei 180 Grad Umluft garen. Mandelblättchen bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Die Hälfte davon mit dem angebratenen Innenfleisch, der Quinoa, den halbierten Tomaten, der Hälfte des mit der Sahne und dem Zitronensaft vermischten Feta mischen, mit Salz, Pfeffer und Harissa gut abschmecken, in die Auberginenhälften füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, den restlichen Feta darauf verteilen. Bei 200 Grad oder 180 Grad Umluft weitere 15 Minuten überbacken, mit den Mandelblättchen, der grob gehackten Petersilie und den Granatapfelkernen bestreut servieren. Ich hatte noch einen Rest Shakshuka (Beitrag Nr. 6 aus dem Israel-Kochbuch), der wunderbar dazu passt.

    Vom Mitad del Mundo geht es in den ersten und größten Nationalpark Ecuadors, die Caldera Pululahua. Es ist ein Spaziergang von „der Mitte der Welt“ zu dieser mit 8 km Durchmesser relativ großen Kraterlandschaft. Bedingt durch die aktive Vulkantätigkeit aufgrund der tektonischen Lage des Landes wird auf dem Kraterboden sogar Kaffee, Mais und Kartoffeln angebaut. Ein Abstieg in den Krater ist allerdings nicht möglich, da dichter Nebel aufzieht und ich kaum etwas sehen kann. Ohne die gepriesenen Wanderwege mit meinem Fußabdruck versehen zu können, geht es zurück zum Auto und damit in die gut bewachte Wohnanlage der Freundin. Dort erwartet mich ecuadorianischer Kaffee mit – nicht wie erwartet Bananenschnitten, sondern – etwas anderem, aber auch Süßem:

    Nusskipferl aus Sauerrahmteig

    • 500 g Mehl
    • 8 Eigelb
    • 250 g Butter
    • 200 g saure Sahne
    • Für die Füllung:
    • 8 Eiweiß
    • 300 g Zucker
    • 320 g gemahlene Haselnüsse
    • Mehl zum Ausrollen
    • Puderzucker

    Mehl, Eigelb, weiche Butter, saure Sahne in einer Schüssel mit dem Knethaken des Rührgerätes zu einem elastischen Teig kneten. Für die Füllung das Eiweiß mit Zucker steif schlagen und die Nüsse unterheben. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen (nicht alle auf einmal, sie trocknen sonst zu sehr aus) – hauchdünn auf Mehl ausrollen und einen gehäuften Teelöffel Füllung darauf verteilen.

    Durch Anheben eines Zipfels den Teig locker aufrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Auf ein rechteckiges Blech passen ca. 15 Hörnchen, insgesamt gibt es ca. 60 verteilt auf 4 Bleche. Backen bei Umluft 160 Grad etwa 20 Minuten. Sie gehen beim Backen etwas auf und sollten schön hell bleiben. Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestreuen. Die Hörnchen bleiben gut verschlossen bis zu 14 Tage haltbar.

    Wirklich wohlschmeckende Bananen in Deutschland sind rar, auch wenn sie aus Ecuador kommen. Seit ich dort welche gegessen habe, fällt es schwer mich wieder an unsere hier in grünem Zustand geernteten 🍌 gelben Dinger zu gewöhnen. Trotzdem will ich mich im nächsten Beitrag an ein Rezept wagen und es vorstellen. Auf meiner Reise geht es am dritten Tag in Quito in die Altstadt, ihre Sehenswürdigkeiten und vielleicht ihre Geheimnisse aufstöbern.

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Diesen ersten ganzen Tag verbringe ich nach dem Frühstück, zu dem mir die Kolibris vor dem offenen Fenster munter Gesellschaft leisten, in Quito. Gestärkt und voller Tatendrang begebe ich mich auf eine abenteuerliche Busfahrt. Der Fahrer schaukelt uns durch die Altstadt und anschließend hinauf auf den 200 m hohen Hügel, El Panecillo – das Brötchen. Vorher hieß er Yavirac und von den Inkas wurde er Shungoloma (Herzhügel) genannt. Es ist ein wundervoller Blick von hier oben auf die gesamte Altstadt mit den unterschiedlichen Baustilen europäischen, maurischen und indigenen Ursprungs. Den prachtvollen Kirchen aus der spanischen Kolonialzeit, dem Großen Platz sowie dem Botanischen Garten werde ich sicher noch einen gesonderten Besuch abstatten. Auch den Inka werde ich während der Reise noch des öfteren begegnen, z. B. in Ingapirca. Die Landmassen dieses Volkes, das vom 13. bis zum 16. Jahrhundert herrschte, umfassten in seiner Blütezeit ein Gebiet von ca. 950 000 Quadratkilometer. Seine Grenzen verliefen vom heutigen Ecuador bis nach Chile und Argentinien und die Nord-Süd-Ausdehnung war länger als die Strecke vom Nordkap bis nach Sizilien. Das ursprüngliche Zentrum war die Stadt Cusco in Peru.

    Zurück zum „Brötchen“: vor noch nicht allzu langer Zeit, 1976, bekam dieses ein sogenanntes Topping, eine 45 m hohe Madonna aus Aluminium, die Frau der Apokalypse. Sie steht auf einer Kugel und tritt auf eine Schlange. Das Bildnis der Madonna geht auf eine Vision des Johannes von einer von einem Drachen verfolgten schwangeren Frau zurück sowie dem letzten apokalyptischen Gefecht zwischen Drachen und Erzengel Michael, s. Offenbarung des Johannes, Neues Testament. Die Christen haben diesem Erdteil, wenn auch nicht immer positiv, ihren Stempel aufgedrückt.

    Wenn schon Brötchen, dann auch welche zum essen:

    Kartoffelbrötchen

    Brötchen, gebacken im Brötchenblech
    • 450 g geschälte rohe Kartoffeln
    • 3 TL Salz
    • 200 g Dinkelmehl (Type 630)
    • 180 g Dinkelvollkornmehl
    • 15 g Hefe
    • 2 EL Leinsamen
    • 2 EL Olivenöl

    Geschälte Kartoffeln in dicke Scheiben schneiden und in einem Topf mit Wasser und 2 TL Salz weich kochen, Wasser abgießen, jedoch 80 ml auffangen. Kartoffeln etwas abkühlen und anschl. mit der Gabel zerdrücken. Lauwarme Kartoffeln, 1 TL Salz, Mehl, Hefe, Leinsamen, Olivenöl und das aufgefangene Kartoffelwasser mit dem Knethaken kurz auf niedriger, dann 5 Min. auf mittlerer Stufe zu einem glatten Teig verkneten, 60 Min. zugedeckt gehen lassen. Teig auf einer bemehlten Fläche flach drücken (nicht kneten) und in 9 gleich große Stücke teilen, mit Mehl bestäuben, zu Kugeln formen und in die mit etwas Öl eingefetteten Mulden legen, ein weiteres Mal mit Mehl bestäuben und zugedeckt nochmals 60 Min. an einem warmen Ort gehen lassen. Bei 200 Grad/180 Grad Umluft auf der mittleren Schiene ca. 40 Minuten backen. Noch kurz in der Form und dann auf einem Gitter auskühlen lassen.

    Da der Mensch nicht vom Brot/Brötchen allein leben kann, hier das Rezept einer pikanten und leckeren Ecuadorianisch-Fränkischen Fischsuppe

    • 1 kg Fischfilet (z. B. Wolfs- Rotbarsch, Forelle, Hecht, Hering, Kabeljau, Karpfen auch Krabben, Shrimps etc.)
    • 1 Bund Suppengrün
    • 1 Zwiebel
    • 1 rote Chilischote
    • 1 Zehe Knoblauch
    • 2 EL Butter
    • 1/2 TL Hummerpaste (es schmeckt auch mit Sardellenpaste)
    • 400 ml Fischfond
    • 200 ml Weißwein
    • 400 ml Gemüsebrühe
    • 200 g süße Sahne
    • 2 Eigelb
    • 1/2 Bio-Zitrone
    • Salz, Pfeffer, glatte Petersilie

    Den Fisch, abspülen, trockentupfen und in mundgerechte Stücke schneiden. Das Suppengrün und die Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch und Chili fein hacken. Suppengrün, Zwiebel, Chili und Knoblauch in der Butter anschwitzen, mit Wein ablöschen und etwas einkochen. Fischfond und Brühe dazugeben und die Paste einrühren, kurz aufkochen. Nun das Gemüse mit der Schöpfkelle herausnehmen und mit wenig Suppe pürieren und beiseite stellen. Die Fischstücke in die Suppe geben und bei sehr kleiner Hitze ca. 15 Min. ziehen lassen, nicht kochen. Die Eigelbe mit der Sahne verquirlen und mit dem davor pürierten Gemüse verrühren. Alles zusammen nochmals erhitzen, aber nicht mehr kochen, mit Salz Pfeffer und Zitronensaft würzen und die Petersilie darüber streuen. Bei der klassischen Ceviche handelt es sich um eine kalte Suppe aus halbrohem Fisch. Ich habe dieses Mal die beschriebene ecuadorianisch-fränkische Variante gewählt. Ein Rezept der klassischen, kalten Fischsuppe sehe ich für die wärmere Jahreszeit in unserem Land vor. Schmecken tun sie beide, vor allem auch mit Weißbrot oder den Kartoffelbrötchen.

    Ostern, Pessach, Ramadan – frohe und friedliche Feiertage wünsche ich Dir/Ihnen, zunächst jedoch

    guten Appetit und bis zum nächsten Mal am Äquator, Mitad del Mundo

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.

  • Der Frühling kommt, und auch im kühlen Germany steigt das Thermometer hoffentlich bald etwas an. Grund für mich, nicht mein E-Bike, sondern das Bio-Bike zu aktivieren, d.h. putzen, die Kette säubern und ölen.

    Zur Einstimmung in diese sehnsuchtsvoll erwartete Jahreszeit fällt mir folgendes wunderschöne Gedicht von Eduard Mörike ein:

    Frühling läßt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte,

    süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land.

    Veilchen träumen schon, wollen balde kommen.

    Horch, von fern ein leiser Harfenton!

    Frühling, ja du bist‘s! Dich hab ich vernommen.

    Ein weiterer Frühlingsbote ist für mich jedes Jahr das Wildkräuterbrot mit seinen Ingredienzien, die hauptsächlich in meinem, aber auch in Nachbars Garten und überall in der Natur wachsen und die ein wesentlicher Bestandteil des nachfolgenden Brotes sind.

    Wildkräuterbrot aus „Meine Kräuterküche“ von Gabriele Kurz

    • 1 Zwiebel
    • 20 Bärlauchblätter
    • 50 g Kerbel
    • 50 g Brennesselspitzen
    • 20 g Gierschblätter
    • 4 EL Olivenöl
    • 20 g frische Hefe
    • 1/2 TL Akazienhonig
    • 200 ml Wasser
    • 250 g Dinkelvollkornmehl
    • 1 TL Kristallsalz
    • Butter und Dinkelmehl für die Form

    Zwiebel in Würfel schneiden, Kräuter waschen (es müssen nicht exakt 140 g sein, das Brot schmeckt auch mit etwas weniger Grünzeug), verlesen, trocknen und grob schneiden. Zwiebel in Öl glasig anschwitzen, anschl. die Kräuter 5 Min. mitschmoren und beiseite stellen. Für den Teig die Hefe und den Honig ins Wasser geben und unter Rühren auflösen, das Mehl unterkneten und den Teig 10 Min. gehen lassen. Dann das Salz und die noch warme Kräuter-Zwiebel-Mischung zum Teig geben und unterkneten. Eine Kastenform einfetten und mit Mehl ausstreuen. Den Teig in der Form nochmal 10 Min. gehen lassen und im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 220 Grad oder 200 Grad Umluft ca. 15 – 20 Minuten backen (Stäbchenprobe!), herausnehmen und auskühlen lassen. Mit Butter bestrichen schmeckt es sicher nicht nur mir.

    Ein weiterer Reisebericht aus Ecuador, sowie leckere Rezepte (Fischsuppe und etwas aus Bananen) in meinem nächsten Beitrag. Bis dahin hoffe ich auf wärmere Frühlingstage ohne Nachtfröste, auch wenn heute wieder Schneeflocken vor den Fenstern tanzen.

    Warum Israel? Und warum Containerschiff?

    Ersteres ist ganz einfach zu beantworten.

    Berufliche Gründe haben einen meiner Söhne nach Israel ziehen lassen und ich bin einfach neugierig, wie er dort lebt.

    Zum zweiten muss ich etwas ausholen.

    Containerschiff deshalb, weil ich mich im Vorfeld sehr mit der Geschichte Israels befasst und alles, was mir in die Finger kam, gelesen habe. Ich bin 1950 geboren und gehöre einer Generation an, der in der Schule die Geschichte des eigenen Landes nur bis zum Ende des 1. Weltkrieges vermittelt wurde. Der Nationalsozialismus wurde nicht erwähnt, geschweige denn der Holocaust. Unsere Lehrer und Eltern konnten oder wollten diese Lücke nicht füllen und so war es jedem selbst überlassen, sich Wissen darüber anzueignen oder sich mit der Entschuldigung zu begnügen, als nach dem Krieg Geborene könne man da eh nichts mehr ändern.

    Sich damit nicht auseinander zu setzen, halte ich für einen großen Fehler. Ich bedaure das sehr und will diese Lücke mit eigenen Erfahrungen füllen.

    Mich auf die biblische Geschichte zu begrenzen, wie sie uns im Religionsunterricht nahegebracht wurde, ist mir nicht genug. Ich will wissen, wie es die Menschen in Israel geschafft haben, ihren eigenen Staat zu etablieren.

    Ein Bericht über jüdische Waisenkinder (Leon Uris: Exodus – Das große Epos um die Gründung Israels), deren Eltern in den Vernichtungslagern umgekommen sind und die das Glück hatten zu überleben, geht mir sehr nahe. Ihre Route auf dem Flüchtlingsschiff will ich zumindest teilweise nachvollziehen, wenn ich das erste Mal Israel besuche. Meine mir gut bekannte Seeuntüchtigkeit soll dabei kein Hindernis darstellen, im Gegenteil. Sie ist im Vergleich zu den Gefahren und den Bedingungen auf einem alten, maroden Schiff, welches noch dazu total überladen war im Jahr 1945, nicht der Rede wert.

    Nein – eine Buße kann diese Überfahrt nicht sein, auch keine Wiedergutmachung. Trotzdem will ich nicht den einfachen Weg von Nürnberg nach Tel Aviv mit dem Flugzeug wählen. Ich will auf der 7-Tage-Seefahrt Zeit haben, um mehr über das Schicksal dieses Landes und seiner Menschen zu lesen, nachzudenken und mich damit langsam meinem Ziel nähern.