3. Matsumoto City Museum

Skulpturen vor dem Museums-Eingang

Nach einem sowohl schmackhaften als auch nahrhaften Frühstück machen wir einen Spaziergang durch die Stadt mit dem Ziel eines der Museen zu besuchen. Yasuko lässt mir die Wahl und ich entscheide mich für dass Matsumoto City Museum of Art. Ich freue mich auf Werke von Hokusai, der mich bereits zu Hause beeindruckt hat. Von ihm hier in seinem Heimatland einiges zu sehen zu bekommen – wie wunderbar. Schnell allerdings muss ich feststellen, dass ich Hokusai mit Kusama verwechselt habe. Wie kann mir das nur passieren? Diese ebenso bemerkenswerte, jedoch zeitgenössische japanische Künstlerin und Katsushika Hokusai, der als einer der bedeutendsten Maler des 18./19. Jahrhunderts gilt und mit seiner Arbeit viele europäische Künstler beeinflusst hat. Ihre Werke könnten unterschiedlicher nicht sein: ”Die große Welle von Kanagawa” ein Farbholzschnitt, von dessen Original-Druckstöcken über 8000 Abzüge gemacht worden sein sollen. Das symbolträchtige Bild zeigt die mächtige Welle, die winzigen Fischerboote und im Hintergrund den heiligen Berg “Fujii”. Heute in Matsumoto kann ich leider kein Werk von Hokusai bestaunen.

Die Andersartigkeit Yayoi Kusamas Kunst wird im Vergleich der beiden Bilder deutlich. Auf obigem, die beschriebene Welle, wogegen im unteren Kusamas Neigung Skulpturen zu “bepunkten”. 1929 in Matsumoto geboren, ist sie durch ihre Kunstwerke, Aktionen und Happenings in vielen Ländern bekannt und lebt mittlerweile, nach vielen Jahren in New York in Tokyo, wo sie 2017 ein eigenes Museum eröffnete.

Kusama’s Happenings der 1960er Jahre waren zugleich Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg. Mit diversen Aktionen hat sie immer wieder provoziert, protestiert und sich ganz eigene Gedanken zu Sexualität, Pazifismus und der Überwindung von allem was Trennung zwischen Menschen bedeutet gemacht. So sind dann auch die Punkte zu interpretieren, da jene immer Raum lassen und nie eine Fläche vollständig bedecken und somit den einen vom anderen Raum trennen können. Die Farbe Berliner Blau (auch Preußisch Blau), die Hokusai für seine “Welle” verwendete, kam damals übrigens aus den Niederlanden nach Nagasaki. Ein Abdruck der Originaldruckstöcke “Die große Welle von Kanagawa” kostete damals, im übrigen, soviel wie eine Schüssel Soba-Nudeln, ein typisch japanisches Nudelgericht, was wir uns auch ohne künstlerische Begabung nach folgendem Rezept munden lassen.

  • 200 g Sobanudeln
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 2 Knoblauchzehen, feingehackt
  • 1 Stück Ingwer, ca. 2 cm feingehackt
  • 1 rote Paprika in Streifen geschnitten
  • 1 Karotte, auch in Streifen geschnitten
  • 100 g Zuckererbsen
  • 4 Frühlingszwiebel in Ringe geschnitten
  • 200 g Tofu, würfeln
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 EL Reiswein
  • 1 TL Sesamöl
  • zum Garnieren Sesamsamen u. frischen Koriander

Nudeln al dente kochen, mit kaltem Wasser abspülen u. beiseite stellen. Knoblauch u. Ingwer in wenigen Sekunden anbraten bis sie duften und anschl. das geschnittene Gemüse zusammen mit dem Tofu unter ständigem Rühren mindestens 5 Minuten mitbraten bis das Gemüse weich aber noch bissfest ist. Nudeln und Saucen nach Geschmack dazu geben, alles vermischen und weitere 3 Minuten mitbraten. Abschließend auf Teller verteilen, mit Sesam u. Koriander garnieren und servieren.

Nach dieser Stärkung, bitte ich Yasuko mit mir noch einmal einen Schrein zu besuchen und mir dabei genaueres über ihre Religion zu erzählen. Während ein Tempel in Japan im Zusammenhang mit dem Buddhismus steht, würden Schreine eine beliebige Anzahl von Naturgeistern, wie sie im Shintoismus verehrt werden, beherbergen, beginnt sie ihre Ausführungen. Beides, Schreine und Tempel seien spirituelle Stätten dieser beiden wichtigsten Religionen Japans. Unterscheiden könne ich sie anhand ihrer Eingangstore. Dass ein respektvolles Verhalten beim Besuch dieser Stätten erforderlich ist – das habe ich bereits am Vortag erklärt bekommen. Heute erfahre ich, dass es üblich ist, eine Münze in die Opferkiste zu werfen. Meine Freundin meint, wir sollen zusätzlich einen Glücksbringer – japanisch Omikuji (er besteht aus einem beschriebenen Papierstreifen) kaufen, welcher uns Gutes oder auch weniger Gutes verheißen kann. Meiner verheißt mir Glück, ihrer enthält eine eher negative Aussage. Sie hängt ihr Zettelchen an einen Baum damit das schlechte Omen zurückbleibt und kauft ein neues, welches ihr ebenso Glück vorhersagt – die Welt ist wieder in Ordnung.

Bei einigen Schälchen Matchatee tauschen wir unsere Gedanken darüber aus, was uns Glück bedeutet. Im individuellen, ganz persönlichem haben wir ähnliche Vorstellungen, allerdings hat in Japan der Begriff “Glück” auch sehr viel mit Harmonie innerhalb der Familie, dem Freundeskreis, am Arbeitsplatz und der Gesellschaft zu tun. Konflikte vermeiden, Pflichten erfüllen und zum Zusammenhalt beitragen, ist ein großer Bestandteil eines glücklichen Lebens. Ob unsere Sichtweisen so unterschiedlich sind, mag jeder für sich beantworten. Hier noch eine kleine Zugabe zur ganz persönlichen Zufriedenheit: Schoko-Kirsch-Käsekuchen

  1. Für Teig und Streusel:
  2. 150 g weiche Butter
  3. 100 g Zucker
  4. 1 Ei
  5. 3 EL Kakao
  6. 250 g Mehl
  7. 2 TL Backpulver
  8. 1 Prise Salz
  9. Für die Füllung:
  10. 1 Glas Sauerkirschen
  11. 125 g weiche Butter
  12. 100 g Zucker
  13. 2 Eier
  14. 500 g Quark
  15. 1 Päckchen Vanillepuddingpulver

150g weiche Butter mit Zucker, Ei, Kakao, Mehl, Backpulver und 1 Prise Salz mit dem Knethaken des Rührgeräts ca. 5 Minuten verkneten. Etwa 2/3 davon in eine Springform 26 cm Durchmesser mit ca. 3 cm Rand drücken. Die Kirschen abgetropft auf dem Teigboden verteilen, Butter für die Füllung mit Zucker u. Eiern cremig schlagen, Quark und Puddingpulver dazu geben und verrühren bis keine Klümpchen mehr zu sehen sind, über die Kirschen auf den Teigboden geben. Das restliche Drittel des Teiges zu kleinen Streuseln zupfen und auf dem Kuchen verteilen, im vorgeheizten Ofen ca. 50-55 Min. backen, vollständig in der Form auskühlen lassen, evtl. mit Puderzucker bestreuen.

Genieße(n) Sie die sommerlichen Tage und Abende daheim oder im Urlaub!

5 Antworten zu „3. Matsumoto City Museum“

  1. Anonymous

    Von Yayoi Kusama gab es übrigens zum letzten Jahreswechsel eine Ausstellung hier in Riehen im „Beyeler“. Mir sind die Werke etwas zu düster. Deswegen bin ich nicht hin …

    ansonsten:

    Hokusai sagt … schau genau hin.

    Er sagt, sei aufmerksam, bemerke.

    Er sagt, suche immer weiter, bleib neugierig.

    Er sagt, das Sehen nimmt kein Ende …

    Er sagt, freu dich darauf, alt zu werden.

    Er sagt, verändere dich ständig.

    Du wirst einfach nur mehr wer du wirklich

    bist.

    Er sagt, bleib stecken, akzeptiere es …

    Wiederhole dich selbst solange wie es

    interessant ist.

    Er sagt, mach weiter mit dem, was du liebst.

    Er sagt, meditiere weiter.

    Er sagt, jeder von uns ist ein Kind.

    Jeder von uns ist alt …

    Jeder von uns hat einen Körper …

    Er sagt, jeder von uns wird erschreckt.

    Er sagt, jeder von uns muß einen

    Weg finden …

    Um mit Furcht zu leben.

    Er sagt, alles ist lebendig.

    Muscheln, Gebäude, Menschen, Fische.

    Berge, Bäume, Holz ist lebendig.

    Wasser ist lebendig.

    Alles hat sein eigenes Leben.

    Alles lebt in uns.

    Er sagt, lebe mit der Welt tief in dir …

    Er sagt, es macht nichts, ob du

    zeichnest oder ein Buch schreibst.

    Es macht nichts, ob du Holz sägst

    oder Fische fängst.

    Es macht nichts, ob du alleine

    zu Hause sitzt …

    Und auf die Ameisen deiner Veranda

    starrst ..

    Oder auf die Schatten der Bäume und

    des Grases im Garten.

    Es macht etwas, daß du dich kümmerst.

    Es macht etwas, daß du fühlst.

    Es macht etwas, daß du bemerkst.

    Es macht etwas, daß das Leben durch

    dich lebt …

    Zufriedenheit ist das Leben, das durch dich

    lebt.

    Freude ist das Leben, das durch dich lebt.

    Erfüllung und Stärke ist das Leben, das durch

    dich lebt.

    Frieden ist das Leben, das durch dich lebt.

    Er sagt, hab keine Angst.

    Hab keine Angst.

    Schaue, fühle. Lasse das Leben dich an

    die Hand nehmen.

    Lasse das Leben durch dich leben.

    … den Text kennst Du ja – viele liebe Grüße Anita

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  2. Anonymous

    Hallo Renate .

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  3. Anonymous

    xxxxxxx

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  4. Anonymous

    Grüß dich Renate wie geht es dir

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    1. Hallo Karl Heinz, mir geht es gut, danke

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