4. Haifa: Hafen


Mit meiner „Buße“ auf dem Schiff klappt es nun tatsächlich nicht. Die Überfahrt ist ruhig, der Himmel blau und die See glatt. Riesige Wellen, wie ich sie vor einigen Jahren auf der Überfahrt von Calais nach Dover erleben musste, sind nicht auszumachen und ich kann nur leicht sich kräuselnde Schaumkronen auf dem sonst ruhigen Mittelmeer bestaunen.

Vielleicht kommt meine Idee mit der Buße im Himmel auch gar nicht so gut an und man will mir die Vorfreude auf das Land nicht schon auf dem Schiff mit einer Seekrankheit rauben.

Am letzten Tag auf See werde ich von einer im Morgenland aufgehenden Sonne begrüßt und sie kündet erst etwas blass, dann aber in immer leuchtender werdenden Farben einen herrlichen Tag und einen wunderbaren Aufenthalt an.

Meine Vorfreude wird noch gesteigert durch den Blick vom Schiff aus auf die Stadt Haifa, die sich von der Meeresküste hinauf auf den Berg Karmel erstreckt. Zuerst noch etwas diffus,

dann aber immer deutlicher werdend, liegt schließlich Erez Israel (= Land Israel) vor mir.

Bevor ich meinen Fuß auf das Land setzen kann, stehen jedoch einige Formalitäten an. Die Bedeutung dieser Aktion kann ich an der offiziellen Ausgehuniform des Kapitäns und seiner Crew nur erahnen.

Die Einreisekontrolle, bestehend aus 4 jungen attraktiven Damen mit bewaffneter männlicher Begleitung, erscheint an Bord. Sehr höflich nennen sie mir den Grund ihrer ausführlichen Befragung: Terrorgefahr und sowohl meine, als auch die Sicherheit des Staates würden diese Maßnahmen unumgänglich machen.

Die bereits erwähnte Geschichte über das Nachempfinden des Schicksals der Waisenkinder auf der nicht mehr ganz seetüchtigen „Exodus“ nehmen sie mir anfangs nicht so richtig ab. Allerdings finden meine, mir etwas peinlichen Tränen beim Erzählen offensichtlich ein klein wenig Beachtung. Sie waren von mir zwar nicht beabsichtigt, aber ich kann zumindest nach der Überprüfung meiner Angaben und einigen telefonischen Rückfragen, bei wem auch immer, mit freundlichen Wünschen für den Aufenthalt versehen, von Bord gehen.


5 Antworten zu “4. Haifa: Hafen”

  1. Also, liebe Renate, ich versuche es als elektronischer Novize mal mich hier mit einzureihen. Alles, was ich bislang von Deinem Blog gesehen und gelesen habe, macht im Wortsinn „Appeitit“ – tolle Aktion. Ich hoffe, ich kann mich ordnungsgemäß hier einloggen um das Ganze weiter verfolgen zu können. Anita 🙂

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