20. Matsumoto – Tor zu den Nordalpen

Bei diesem Tor handelt es sich nicht um das zu den ca. 3000 m hohen Nordalpen Japans, sondern um das zu einem der 80.000 Shinto-Schreine dieser Religion. Gleich dahinter jedoch blicken wir auf die ersten Berge.

Nach einer ersten 2 1/2stündigen Bahnfahrt von Nagoya aus – diesmal noch unter der Regie von Yasuko – kommen wir nach Matsumoto. Dort führt uns erstmal der Weg zu einem Shinto-Schrein und ich erfahre von meiner Freundin einiges über diese Religion und den respektvollen Umgang beim Besuch eines solchen: Eingangs am Wasserbecken zuerst rechte, dann linke Hand, Mund und den Schöpfkellen-Griff reinigen, eine Münze in die Spendenbox werfen, zweimal verbeugen, zweimal in die Hände klatschen, in Gedanken ein Gebet sprechen und zum Abschluß noch einmal tief verbeugen. Dieses Ritual begegnet mir des öfteren auf der Reise und gibt einen ersten Einblick ins religiöse Leben Japans. Auch in den Tempeln ist es üblich auf diese Weise Respekt gegenüber den Göttern oder Naturgeistern zu zeigen. Mit einem Spaziergang durch diese ca. 200000 Einwohner zählende Universitätsstadt mit ihren gemütlichen Altstadtstraßen und dem abendlichen Besuch in einem Onsen wollen wir diesen Tag beschließen. Es ist bereits etwas duster und ich freue mich besonders auf ein wohltuendes entspannendes Bad. Die japanische Badekultur in den von vulkanischen Aktivitäten gespeisten heißen Quellen kennenlernen – ein Muss meines Besuches. Ich stelle recht schnell fest, es hat weder mit unserer “Hallenbadkultur”, noch etwas mit unseren öffentlichen Saunen und Spaßbädern zu tun. Unser ausgewähltes Onsen hat sehr ritualisierte Umgangsformen und ich bin einmal mehr froh, mit einer so versierten Reisebegleiterin unterwegs zu sein. Das angeschlossene Restaurant war leider ausgebucht und wir machen uns nach einem japanischen Dosenbier auf den Heimweg. Hungrig entdecken wir lediglich ein Fast-Food-Restaurant. Ich schlage deshalb eine Eigenkreation vor, welches mit und ohne Fleisch ausprobiert werden kann.

  • etwas Lende (Menge nach Gutdünken, bzw. weglassen) oder braune Campignons
  • 4 Karotten
  • 1 Kohlrabi
  • 1 Stange Lauch
  • 1 größere oder 2 kleine Zucchini
  • je 1 rote und gelbe Paprika
  • 2 – 3 Knoblauchzehen
  • Sojasauce nach Geschmack
  • 1/8 l Gemüsebrühe

In Streifen geschnittenes Fleisch mit Sojasauce marinieren. Anstelle von Fleisch kann man auch braune Champignons verwenden (diese dann vorher vierteln, in wenig Öl anbraten, etwas salzen und zum fertigen Gemüse geben). Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden, Knoblauch hacken und mit etwas Salz zerdrücken. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und zuerst das Fleisch, dann das Gemüse kurz anbraten, alles mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 10 – 15 Minuten bei mittlerer Hitze und geschlossenem Deckel dünsten. Salzen, pfeffern und falls nötig mit Zitronensaft oder Sojasauce abschmecken. Entweder mit Reis, Bulgur oder Weißbrot servieren, guten Appetit.

Nach einem umfangreichen Frühstück, bei dem ich neben vielem mir Bekannten auch das traditionelle Nattodon probiere (es besteht in der Hauptsache aus fermentierten Sojabohnen mit Reis, Sojasauce und Karashisenf – in einem der nächsten Beiträge mehr dazu), geht es heute zur Burg Matsumoto, auch Krähenburg. Diese wird wegen ihrer schwarzen Farbe und der ausgebreiteten Flügel so genannt.

Wir lassen die Menschenschlange hinter uns, ziehen brav unsere Schuhe aus und machen uns auf, die 4 Stockwerke zu erklimmen – ebenfalls in der Schlange. “Geteiltes Leid ist halbes Leid” – unter diesem Motto ist der mühsame Aufstieg der für mich sehr hohen Stufen etwas leichter zu bewältigen, auch wenn wir in dünnen Strümpfen entsetzlich frieren. Für ältere Mitmenschen und Familien mit kleinen Kindern ist es wesentlich schwieriger. Obwohl Matsumoto Castle nicht auf einem Berg erbaut wurde, werden wir mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Es zählt zu den Nationalschätzen und ist eine der wenigen original erhaltenen Burgen des Landes.

Durchgefroren geht es sehr diszipliniert, wiederum in der Schlange, nach unten. Wir entdecken ein kleines Café, in dem wir uns mit Matcha Tee und einer Kurumischnitte aufwärmen, stärken und die Geschichte der Burg in aller Ruhe nachlesen können. Yasuko erklärt mir nebenbei, dass Kurumi nicht nur Walnuss bedeutet, es wäre auch der Vorname einer Freundin.

  • 100 g Butter
  • 200 g Halbbitter Kuvertüre
  • 120 g Zucker
  • etwas Salz
  • 2 Eier
  • 125 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 150 g Walnusskerne
  • Fett für die Form

Butter schmelzen, 100 g Kuvertüre hacken und in der Butter unter Rühren schmelzen, Ofen auf 180 Grad vorheizen, Form fetten. Zucker, etwas Salz und Eier verrühren, Mehl und Backpulver mischen und unterrühren, Butter-Kuvertüre-Mischung unterziehen, 100g Walnüsse hacken und unterheben. Teig in die gefettete und gebröselte Form streichen und 30 Minuten auf der mittleren Schiene bei 160 Grad Umluft backen, auf einem Gitter auskühlen lassen. Restliche Kuvertüre hacken und im Wasserbad schmelzen, Kuchen damit überziehen und mit den restlichen Walnüssen verzieren, in Stücke schneiden.

Im nächsten Beitrag geht es von Matsumoto zurück nach Nagoya und die ersten Erlebnisse auf eigene Faust.

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