Von Jane Godall, der großen Dame der Schimpansenforschung habe ich kürzlich eine Zusammenfassung gelesen, was sie, wenn sie nochmal von vorne beginnen könnte, anders machen würde. Der Grand Dame der Tierforschung, die eine Menge in dieser Richtung tat und noch tut – sie ist mittlerweile 90 – hätte ich eine Auflistung derartiger Dinge nicht zugetraut. Ist sie doch ein Beispiel, was in so ein Leben hineingepackt werden kann und mit welchem Enthusiasmus, welcher Zielstrebigkeit man eine derartige Kompetenz erreichen kann. Dieser Biografie noch mehr hinzu zu fügen ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich hätte eher folgende Aussage erwartet: So und nicht anders würde ich mein Leben noch einmal leben wollen! Das Beispiel von Jane Godall zeigt, auch eine Frau mit einer derart ausgefüllten Biografie zeigt Träume/Wünsche was da anders oder besser hätte sein können, wenn sie sagt, sie hätte gern weniger gesagt und mehr gehört. Oder, sie hätte Freunde zum Essen eingeladen, auch wenn der Teppich Flecken hatte oder die Farbe der Couch verblasst war. Oder, sie hätte sich auf das Gras gesetzt, auch wenn ihre Kleidung davon Flecken bekommen hätte. Für mich haben diese Sätze nicht die gleiche Bedeutung. Jedoch, es gibt sie die Dinge, die wir gern einmal/nochmal oder wenn wir könnten, anders machen würden. Meine Auflistung ist, wie die von Frau Godall, nicht vollständig, aber ich versuche ein paar der Gedanken aufzugreifen, die mir dabei in den Sinn kommen. Es soll damit nicht dokumentiert werden, wie unzufrieden ich mittlerweile bin – das nicht. Im Gegenteil, mein Charakter, meine Vorgaben, mein Lebensweg – er ist so, wie er ist und ich bin zufrieden damit. Was mich jedoch nicht hindert zu träumen. Ich erinnere mich an ein Gedankenspiel, welches ich vor dem Einschlafen mit meiner kleinen Schwester gespielt habe: „Ich schenke dir einen goldenen Taler, was machst du damit?“ Was wir uns im Kindesalter gewünscht hatten – ich weiß es nicht mehr. Sicher waren es andere Dinge, als es sich heute kleine Kinder wünschen. Wünsche haben sie, und es sind nicht wenige und nicht immer erfüllbare. So und nicht anders will ich meine Aufzählung heute verstanden wissen. Davor jedoch eine kleine Stärkung: Hirseauflauf, pikant (Hirse ist glutenfrei, liefert Energie, Eiweiß, Ballast- u. zahlreiche Mineralstoffe, ihre Inhaltsstoffe schützen die Zellen vor Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes u. hohem Cholesterinspiegel)

- 2 EL Pflanzenöl
- 1 Zwiebel
- 200 g Hirse
- 500 ml Brühe
- Pfeffer, Salz, Lorbeerblatt
- 200 g Champignons
- 200 g tiefgekühlte Erbsen
- 1 Knoblauchzehe, zerdrückt
- 1 EL Maismehl
- 2 Eier
- 4 EL Milch
- Muskat, Pfeffer
- 50 g geriebener Parmesan
In kleine Würfel geschnittene Zwiebel und die gewaschene Hirse kurz andünsten, mit der heißen Brühe, Pfeffer, Salz abschmecken und zusammen mit dem Lorbeerblatt aufkochen, 15 Min. auf kleinster Flamme und geschlossenem Deckel ausquellen lassen. Mit Champignonscheiben, Erbsen, Knoblauch und dem Maismehl vermengen. Eier, Milch und Gewürze verquirlen und über die Gemüsehirse geben, mit Käse bestreuen und bei 200 Grad ca. 15 Minuten überbacken. Dazu Salat oder eine Rohkostplatte.
Für mich und für den Leser/die Leserin geht es jetzt zur Sache. Ich werde meine bis dato nicht dokumentierten meist geheimen Gedanken versuchen in Buchstaben zu verwandeln. Dabei fällt mir ein jüdischer Spruch ein:
- Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte (Buchstaben).
- Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Handlungen.
- Achte auf deine Handlungen, denn sie werden deine Gewohnheiten.
- Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Ist dieser Spruch mit dem, was ich gerne anders hätte machen wollen, kompatibel? Ich denke ja und drösle ihn von hinten auf. Das Schicksal geht mittlerweile sehr wohlwollend mit mir um und gibt mir die Möglichkeit zu reisen, Neues kennen zu lernen und meinen Geist auf diese Weise wach zu halten. Gewohnheit durch eine Handlung? Die Handlung entsteht durch meine Worte, Worte mit der Familie, mit Freunden, mit denen ich mich über neue Länder, Sehnsüchte, Abenteuer austausche. Oft werde ich durch sie erst dazu gebracht, darüber nachzudenken ohne einen Plan zu verfolgen. Der kommt anschließend ganz von allein, bzw. ist bereits gedanklich angelegt. Ich erinnere mich an ganz frühe Jahre – ich war sicher noch nicht in der Schule: ein kleiner brauner Kinderkoffer, den ich oft und gerne mit allerlei Krimskrams gepackt habe, gehörte zu meinen liebsten Spielutensilien.
- Ich hätte gern einen Beruf erlernt, der mich bereits in früheren Jahren mehr hätte reisen lassen,
- gerne wäre ich länger in die Schule gegangen, hätte mehr lernen wollen,
- ich hätte gern mehr Durchsetzungsvermögen gehabt,
- ein Literatur-Café zu fuehren stand lange auf meiner Wunschliste – ich habe es nie geschafft,
- viel öfter hätte ich „Nein“ sagen sollen, nicht immer „Ja“,
- die Zeit mit meinen Kindern als sie klein waren hätte ich viel intensiver genießen sollen,
- mich nicht mit Kleinkram abgeben sollen, wie z. B. für Einladungen eine Tip-top-Wohnung vorweisen wollen, was mir eh nie so richtig gelingen wollte,
- gern hätte ich mich mehr mit meinem Vater über seine Zeit vor dem und im Krieg, in der Gefangenschaft unterhalten wollen,
- mit meiner Oma und meiner Stiefmutter hätte ich gern noch das eine oder andere Gespräch geführt,
- ich würde gerne noch eine mehrtägige Wanderung auf dem Bibbulmun Track machen. Es muss nicht die ganze Strecke von Kalamunda nach Albany in Westaustralien = 1003 km sein, aber ein Teilstück schon.

Nun – ich habe mich mit meinen Entscheidungen, mit den Gegebenheiten, meinem bisherigen Weg arrangiert und … je ne regrette rien! Was hindert mich außerdem nicht noch den einen oder anderen Traum zu verwirklichen. Träume und Wünsche gehören zum Leben.
Zum Abschluß nichts Saures, jedoch Süßes: Halloween-Coockies

- 375 g brauner Zucker
- 125 g Butter
- 2 Eier
- 400 g Kürbispüree
- 650 g Mehl
- 1 TL Backpulver
- 1 TL Zimt
- 1 Msp. Muskatnuss
- 1/2 TL Salz
- 1 TL geriebener Ingwer
- 250 g Rosinen
- 250 g Nüsse (z.B. Pecan-, Hasel-, Walnüsse, Mandeln)
Zucker, Butter, Eier schaumig rühren und alle übrigen Zutaten nach und nach einarbeiten bis ein homogener Teig entsteht. Ein Backblech (bei mir wurden es insgesamt 4) mit Backpapier auslegen. Auf dieses mit 2 TL kleine Häufchen setzen und im auf 200 Grad vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten hellbraun backen.
Shabbat Shalom an diesem Freitag, Allerheiligen
Hinterlasse eine Antwort zu renatek50 Antwort abbrechen