Sommer, Sonne, Reisen – Schlagwörter, die mir bei unserem Ausflug in den Sinn kommen. Vor allem auch deshalb, da die momentane Ferienzeit diesen Gleichklang der drei Wörter geradezu aufdrängt. Der lang ersehnte Sommer zeigt sich uns an diesem Tag mit einem wolkenlosen blauen Himmel, Sonne pur über 30 Grad und einer zwar kleinen, aber feinen Reise nach Sanspareil = Ohnegleichen (zwischen Bayreuth und Bamberg). Wir betreten diese phantasievolle Gartenschöpfung, die im 18. Jahrhundert unter Markgräfin Wilhelmine, der Lieblingsschwester Friedrich des Großen, entstanden ist. Sie war eine der ersten, welche die Natur bereits romantisch empfand und dies in die künstlerische Landschaftsgestaltung umzusetzen versuchte. Daneben war sie eine versierte Kennerin der griechischen Mythologie. Die Höhle gleich hinter dem Eingang war für die Markgräfin die Grotte der Göttin Kalypso. Diese lebte lt. Homers „Odyssee“ auf der Insel Ogygia. Hier in Sanspareil gelingt das Eintauchen in die griechische Sagenwelt des Altertums auf wunderbare Weise und fast meine ich mich auf Ogygia zu befinden. Für mich ist es eine weitere Reise, diesmal jedoch eine kopflastige in die Zeit als meine Kinder sich von der Welt der Götter noch verzaubern ließen und sie die Abenteuer des Odysseus äußerst spannend fanden. So spannend, dass wir sogar einige Tage unseres Urlaubs auf der Insel Ithaka, der Heimatinsel ihres Helden verbrachten. Neben Kalypso, die sich in Odysseus während seiner Irrfahrten verliebt und ihn 7 Jahre bei sich auf ihrer Insel festhält, begegnen uns im Felsengarten noch weitere Namen aus der griechischen Sagenwelt. Neben den Ruinen eines Naturtheaters, in dem jedes Jahr im Juli und August Stücke zur Aufführung kommen, sind Hinweise auf die Mentor-, die Diana-, Äolus-, Sibyllen- und Sirenengrotte zu finden. Sie laden ein, sich wieder einmal etwas näher mit der längst vergangenen Götterwelt zu befassen: Troja, Odysseus, die Heimatinsel Ithaka, seine Ehefrau Penélope, die Irrfahrten von denen er nach vielen Abenteuern und unerkannt sogar vom eigenen Sohn Telemachos nach 10 Jahren zurück kommt.

Passend zu unserem Ausflug in die Sagenwelt Griechenlands, zudem leicht und bekömmlich, ein mediterraner Imbiss mit eingelegten Auberginen, Mozarella, Tomaten, Oliven und Weißbrot:
- 4 mittelgroße Auberginen, Salz
- 1/8 l Olivenöl
- 1/4 l Tomatensaft
- 4 EL Rotwein
- 3 Knoblauchzehen, zerdrückt
- Pfeffer
- 1 Handvoll Basilikumblätter
Auberginen waschen und der Länge nach in 1 cm dicke Scheiben schneiden, nebeneinander legen und salzen, 15 Minuten Wasser ziehen lassen. In der Zwischenzeit Tomatensaft mit dem Olivenöl gut verquirlen, den zerdrückten Knoblauch dazugeben und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nun die Auberginenscheiben mit Küchenkrepp abtupfen und in Öl auf beiden Seiten goldbraun braten, aus der Pfanne nehmen, auf Küchenkrepp abtropfen und auskühlen lassen und mit den Basilikumblättern in eine Schüssel schichten. Die vorher zubereitete Sauce über die Auberginen gießen und einige Stunden, am besten über Nacht, durchziehen lassen.

Nach diesem leckeren Imbiss im bisher äußerst ruhigen Gelände dieser früheren Parkanlage wird unser gedanklicher Ausflug in die griechische Mythologie jäh unterbrochen. Eine Horde Jugendlicher, die sich glücklich schätzen einen derart wunderbaren und mit vielen geheimnisvollen Ecken ausgestatteten Abenteuerspielplatz gefunden zu haben, stört unsere Kreise. Die Eltern spielen teilweise mit und auch wir lassen uns von ihrer Unbekümmertheit anstecken und werden gerne mit einbezogen. Schließlich kann ich mein Eintauchen in diese Welt, in die Odyssee eines Homer oder in James Joyce‘ Ulysses auch verschieben, zumal für diese Lektüre mehr Zeit und Ruhe erforderlich sein wird. Menschen, die sich vor derart umfangreichen Werken scheuen, sei „Griechische Sagen“ (die schönsten Sagen des klassischen Altertums) von Richard Carstensen aus dem Antiquariat empfohlen.
Zeit und Ruhe zum Lesen vermitteln mir nach der Rückkehr meine Enten, die sich in ihrer Welt auf dem Teich die Entengrütze schmecken lassen.

Und als süßes kontrastreiches Schmankerl abschließend Rote Grütze mit Grießschnitten:
Griesschnitten
- 1 l Milch
- 250 g Grieß
- Zitronenschale
- 50 g Zucker
- 2 Eier
- 1 Prise Salz
- einige, in einer Pfanne angerösteten Mandelblättchen
Dicken Grießbrei herstellen, etwas abkühlen lassen und die Eier darunter rühren, sofort in eine mit Wasser ausgespülte Kastenform streichen, erkalten lassen, stürzen und in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden (ich habe den heißen Grießbrei in mit kaltem Wasser ausgespülte runde Kompottschalen zum Auskühlen gegeben und auf einen Dessertteller gestürzt) mit der Grütze übergießen, den gerösteten Mandeln und Zitronenmelisse verzieren.
Rote Grütze
- 175 ml Kirschsaft
- 1 EL Stärke
- 500 g Beeren (z. B. rote und schwarze Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Kirschen) – frisch oder tiefgekühlt
- 2 EL Zucker
Saft in einen Topf geben, 3 EL davon mit der Speisestärke in einem Becher mit dem Schneebesen gut verrühren. Saft, Zucker und Beerenmischung verrühren und zum Kochen bringen. Nun die Saft-Stärke-Mischung dazu geben und verrühren, nochmal kurz aufkochen und ca. 1 Minute köcheln lassen bis sie langsam etwas dickflüssig wird, abkühlen und über die Grießspeise geben.

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