1. Begegnung auf dem Schulweg und der 1. Liebeskummer

Äpfel, Brot, Nudeln und noch Kuchen – es ist wieder viel zu viel, was da in meinem Einkaufskorb liegt. Etwas mühsam bewältige ich die Höhenmeter, diesmal zu Fuß, an der Schule vorbei weiter in meine Wohnstrasse. Es ist ganz eindeutig zuviel, dieses Sammelsurium an Essbarem. Mir hilft auch nicht die späte Einsicht, es wäre besser mit dem Rad gewesen. Zum Glück ist es erst kurz nach 12.00 und Schulende ist erst um 13.00 Uhr. Die Ansammlung von Schülern und Fahrzeugen lassen den Heimweg sonst zum Spießrutenlauf werden. Und, es warten auch noch keine Eltern in großen Autos auf ihren Nachwuchs. Aber Stop, da geht vor mir ein kleiner Junge, schätzungsweise aus der 1. Grundschulklasse. Langsam trottet er dahin mit gesenktem Kopf und ich überlege, weshalb er sich wohl so offensichtlich geknickt und allein den Berg hinauf quält. Ganz abrupt fängt er, als wir auf gleicher Höhe sind, zu weinen an. „Elli hat nicht auf mich gewartet, sie ist mit Laura heimgegangen.“ Welch ein Kummer! Sicher sehr bittere und zudem salzige Tränen rinnen über sein Gesicht. So großes Leid bei einem so kleinen Erdenbürger. Ich versuche ihn zu trösten und frage vorsichtig nach. Etwas stockend, aber recht vertrauensvoll erzählt er mir, sie würden immer zusammen heimgehen, Elli und er, Jonathan. Heute allerdings hätte Lauras Mama Elli zusammen mit ihrer Tochter im Auto mitgenommen und ihn stehen lassen. Eine erste große Enttäuschung bei dem kleinen Knirps über die „Untreue“ der Freundin. Meine Bemühungen ihm das Verhalten des Mädchens zwar als nicht sehr nett, aber weniger als Katastrophe zu erklären, beruhigen den kleinen Mann etwas. Ich schlage vor, ein Stück zusammen zu gehen und dabei erzählt er mir treuherzig, dass er eh heute keine Zeit für Elli hätte, da er einer kranken Mitschülerin ein Heft bringen müsse. So schnell können Kinder verzeihen und vergessen. Wir haben uns an der Straßenecke verabschiedet und sehr viel zuversichtlicher ist er heimgestapft.

Und dazu passend eine Süßspeise, die nicht nur kleine Kinder gerne essen:

Reisbrei

  • 1 l Milch
  • 1 Stück Zitronenschale (Bio)
  • 1 Prise Salz
  • 200 g Milchreis
  • 2 gehäufte EL Zucker
  • 20 g Butter
  • 2 Eier, getrennt

Den gewaschenen Reis in kalter Milch mit Zitronenschale und Salz zum Kochen bringen (ab und zu umrühren) und zugedeckt auf schwacher Flamme 30 Minuten ausquellen lassen, vom Feuer nehmen, Zucker, Butter und 2 Eigelb darunter rühren, anschl. den Eischnee unterheben und nach Belieben mit Zimt und Zucker bestreut oder Obst servieren.

Ob Milchreis auch bei Liebeskummer hilft? Ich kann diese Frage für uns als Erwachsene nicht beantworten. Bei Kindern ist er sicher auch dafür geeignet – der kleine Jonathan war begeistert als seine Mama ihm eines der Schälchen zum Nachtisch servierte und die treulose Elli hatte er – zumindest für diesen Tag – längst vergessen.

Da verschiedene Speisen nicht nur trösten und bei Erwachsenen die Liebe sogar durch den Magen gehen soll, nachstehend ein Schmankerl um Liebeskummer gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit dem Partner/der Partnerin in Teamarbeit zubereitet, bekommt es eine zusätzliche besondere Note. Das Gericht wurde mir sogar als natürliches Aphrodisiakum angepriesen:

Couscoussalat mit Granatapfel

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Olivenöl
  • 35 g Rosinen
  • 1 1/2 EL Honig
  • 1 Messerspitze Zimt
  • etwas Cayennpfeffer
  • 40 ml Balsamico weiß
  • Kräutersalz
  • 150 g Couscous
  • 1 Granatapfel
  • 35 g Walnüsse
  • etwas Minze
  • 50 g Rucola
  • 100 g Schafskäse

Zwiebel würfeln und in Olivenöl andünsten, Rosinen und Knoblauch kurz mitdünsten, etwas Honig, Zimt und Pfeffer dazu geben und leicht karamellisieren lassen, mit etwas Essig ablöschen und 200 ml Wasser dazu gießen, umrühren und aufkochen lassen. Den Sud mit Kräutersalz würzen und den Couscous unterrühren. Danach zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte noch 10 Minuten ziehen lassen. Den Granatapfel halbieren und die Kerne heraus lösen, die Walnüsse grob hacken, Minze und Rucola waschen und trocken tupfen, den Schafskäse würfeln. Den Couscous mit einer Gabel auflockern, abkühlen und mit den Zutaten vermischen, restlichen Honig und Essig verrühren und unter den Salat mischen, mit Kräutersalz abschmecken und servieren.

Auch wenn die Wirkung von natürlichen Potenzmitteln nur teilweise bewiesen ist, können Sie/kannst Du Dir sicher sein, das beste Aphrodisiakum ist immer noch die Kreativität gepaart mit der Vorstellungskraft und der Phantasie.

Frohe Ostern!

4 Antworten zu „1. Begegnung auf dem Schulweg und der 1. Liebeskummer“

  1. Anonymous

    Renate, das ist so eine herzerwärmende Geschichte zu deinem Milchreis! Und ein nicht minder schöner Kommentar zum besten Aphrodisiakum.

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    1. Lieben Dank – der Kommentar freut mich sehr!

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  2. Anonymous

    Liebe Renate,

    das ist ja eine rührende Geschichte über eine Kinderseele. Da hast Du wirklich toll reagiert.

    Deine Geschichte erinnert mich daran, wie menschenfeindlich während der Pandemie die „Ein-Freund-Regel“ gewesen ist.

    Und auch sonst ist man mit den Kindern -wider besseres Wissen, und das nicht erst seit Veröffentlichung der „RKI-Protokolle“- nicht gut umgegangen. Die Folgen sehe ich täglich in meiner Praxis. Die Gesellschaft wird noch lange darunter zu leiden haben.

    Ich hoffe, in Franken ist das Osterwetter etwas besser als hier. Die letzten beiden Tage waren schön und Benno und ich haben ausgedehnte Ausflüge an Rhein und Bodensee unternommen und gut gegessen.

    So long       Anita

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    1. Liebe Anita, es freut mich, dass du den Beitrag gelesen hast und mir somit „treu“ bleibst als Leserin und Kommentarin.
      Wir hatten gestern einen wunderschönen Ostersonntag, die Radtour am Freitag musste leider ausfallen, Regen und am Samstag Saharastaub waren weniger schön. Auch heute Regen. Na ja – es gibt soviel anderes und ich werde gerade entschädigt von meiner Magnolie vor dem Fenster, die dieses Jahr wunderbar blüht.
      Viele Grüße Renate

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