Nach einem reichlichen Frühstück geht es zum Busbahnhof. Zuerst ein wenig abwechslungsreicher Weg, da um diese recht frühe Zeit nur Apotheken, die gerade ihre Läden hoch ziehen, zu sehen sind. Flüchtig überlege ich, wie wichtig diese Einrichtungen neben den Arztpraxen sind und bin heilfroh sie nicht in Anspruch nehmen zu müssen. Die Meerschweinchen vom Vortag liegen mir nicht im Magen und es bedarf weder eines Medikaments, das eine Magenverstimmung behandelt, noch eines, welches eine zu übermäßige Darmtätigkeit beruhigt. Der Weg zieht sich und ich erlebe das langsame Erwachen einer Kleinstadt. Die unterschiedlichsten Läden öffnen: Getreidehandlungen, Läden mit Haushaltswaren, Gemüse, lebenden Kleintieren sowie deren Futter und etliches mehr. Am Busbahnhof angekommen, ist die Vielfalt nicht mehr zu schlagen. Dazu kommen die Angebote der Busfahrer: Baños, Baños …. ist nicht zu überhören. Diesmal allerdings lasse ich mir den Preis aufschreiben. Es soll mir nicht noch einmal passieren, dass mir ein schreiender Taxifahrer ein unschlagbar günstiges Angebot unterbreitet, mich von einem Ort zum anderen für 15 (fifteen) Dollar zu fahren und am Ende 50 (fifty) Dollar verlangt. Es war ein sprachliches Missverständnis und bedingt dadurch unschönes Erlebnis, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Bus ist schnell voll und wir können bei herrlichem Wetter starten. Es geht einige Stunden durch wunderschönes Bergland und meine Sitznachbarn, eine Mutter mit ihren beiden Söhnen, sorgen neben der Aussicht für kurzweilige Unterhaltung. Wegen meiner holprigen Spanischkenntnisse komme ich etwas ins Schwitzen, kann mich jedoch auf eine zwar nicht perfekte, aber nette Art verständigen.
Baños – mitten in Ecuador. Hier, dem Tor zum Oriente, und mit den unterschiedlichsten Angeboten an Outdoor-Aktivitäten, möchte ich die Thermalquellen genießen und mich etwas verwöhnen lassen. Das empfohlene Hotel ist schnell gefunden und ich leiste mir nach dem Bad und noch vor dem Dinner eine wohltuende und entspannende Ganzkörpermassage. Die Aufregungen der letzten Tage und das Gerumpel im Bus haben diese Ausgabe für mich mehr als gerechtfertigt. Außerdem bin ich für die Wanderung dann am nächsten Tag zur Aussichtsplattform, die dem Vulkan Turanguahua gegenüber liegt, gut ausgeruht und gestärkt. Eine weitere Stärkung gibt es nun zum Dinner: Llapingachos, die ich heute probieren will.

- 1 kg Süßkartoffeln
- 2 Eigelb
- 1 klein gehackte Zwiebel
- 3 gehackte Knoblauchzehen
- 1/2 TL Kreuzkümmel
- Salz u. Pfeffer
- 1/2 TL Paprika
- 150 g Käse, z. B. Gorgonzola, Mozarella
- Sonnenblumenöl zum Anbraten
- Semmelbrösel
Die Kartoffeln (es kann auch eine mehlige andere Sorte sein) schälen, in nicht allzu kleine Stücke zerteilen und in Salzwasser kochen, zerstampfen und mit der Zwiebel, dem Knoblauch und den Gewürzen vermischen, Bällchen formen und in die Mitte ein Stückchen Käse geben, mit Teig zudecken. Die Bällchen etwas flach drücken, in Bröseln wenden, bzw. bestreuen und in heißem Öl goldgelb braten. Mit beliebigen Zutaten (Erdnusssauce, Avocados, rote Zwiebelringe, grünem Salat etc.) servieren!

Es ist wieder früher Morgen und ich mache mich auf den Weg. Es geht bergauf durch einen zuerst noch neblig gruseligen Wald. Die unterschiedlichsten Pflanzen und Bäume begleiten mich und wecken schnell mein botanisches Interesse. Des Weiteren lassen die verschiedensten Tierlaute keine Einsamkeit aufkommen, auch wenn sich weitere Menschenseelen nicht blicken lassen. Der Weg ist zudem einigermaßen gut beschildert, sodaß ich der Navigation nicht allzu große Aufmerksamkeit widmen muss. Der Aufstieg ist nicht einfach, aber dafür erwartet mich neben der phantastischen Aussicht ein einfaches aber gemütliches Gasthaus. Ein kanadisches Ehepaar leistet mir beim Lunch unterhaltsame Gesellschaft und wir beschließen – nicht ohne den Anblick des gegenüber liegenden rauchenden Turanguahua ausgiebig zu genießen –

gemeinsam abzusteigen. Wir nehmen nicht den bekannten, sondern einen vom Wirt empfohlenen Weg. Er wäre angeblich kürzer, ist aber durch Gebirgsbäche und ohne Beschilderung, wie sich herausstellt, an uns alle drei eine besondere Herausforderung.
Nach einem verspäteten Kaffee und einer besonderen süßen Köstlichkeit „Babas“ verabschiede ich mich, zwar erschöpft, aber mit der Gewissheit mit netten Menschen einen wundervollen weiteren Tag verbracht zu haben.
Babas mit ecuadorianischen Rum
Aus den folgenden zimmerwarmen Zutaten einen Hefeteig herstellen:
- 3 Eier
- 2 EL Milch Tablespoon
- 30 g Puderzucker
- 13 g Hefe
- 1/2 TL Salz
- 250 g Mehl
- 100 g zerlassene Butter
- mit Mehl bestäuben und 40 Minuten zugedeckt gehen lassen. Den Teig in einen Spritzbeutel geben und in 12 Muffinformen (dreiviertel voll machen) verteilen, bei ca. 30 Grad Celsius nochmal 10 Minuten ruhen lassen bis sie noch etwas aufgehen und anschließend bei 160 Grad goldgelb backen, für den Rum-Sirup:
- 450 ml Wasser und
- 250 – 300 g Zucker aufkochen und nur ganz kurz abkühlen
- 1 Tasse Rum dazu und die Babas im noch heißen Rum-Sirup vollsaugen lassen, für die Cremefüllung:
- 5 Eigelb
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 20 g Mehl
- 600 ml Milch verrühren und unter rühren langsam zum Kochen bringen, 2 Minuten weiter rührend kochen lassen, umfüllen und mit Folie abgedeckt abkühlen. Babas einschneiden und die abgekühlte Creme einfüllen, mit Früchten verzieren.

Diese alkoholhaltige wohlschmeckende süße „Verführung“ gibt es u. a. auch in Frankreich und Italien und es lohnt sich, sie mal selbst auszuprobieren.
Mit dem Beitrag beende ich das Jahr 2023 und freue mich (hoffe) auf ein etwas friedlicheres 2024 mit neuen Ideen und die sowohl geistige, als auch physische Gesundheit diese auch umsetzen zu können.
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