
Mit ein paar netten Menschen aus den USA und Kanada beschließe ich nach den Aufregungen der letzten Tage Ingapirca zu besuchen. Es handelt sich dabei um eine archäologische Stätte mit den bedeutendsten Überresten der Inkakultur in Ecuador. Der Bus bringt uns problemlos über sanfte Hügellandschaften zu diesem für mich geheimnisumwitterten Platz. Ich war bereits bei einem meiner vorherigen Besuche hier und habe ihn als Ort mit einer bemerkenswerten, bereits lange untergegangenen Kultur in besonderer Erinnerung. Auch wenn mir Gedanken an ein vorheriges Leben fremd sind, meine ich auch diesmal wieder, hier schon vor sehr langer Zeit einmal gewesen zu sein. Das Inkareich hat sich im 15. Jahrhundert in seiner Hochzeit von Cuzco in Peru aus nach Kolumbien und Ecuador nördlich und im Süden bis nach Chile und Argentinien ausgebreitet. Es war das größte indigene Reich bevor Kolumbus und damit die Spanier diesen Teil der Welt entdeckten. Bereits 1532 schafften es dann allerdings die spanischen Konquistadoren diese Hochkultur zu Fall zu bringen. Francisco Pizarro war derjenige, der das von Krankheiten, Kriegen und Intrigen geschwächte Volk überwältigen konnte. Es ranken sich viele Mythen um die Inkas, ihre Riten und ihre spirituellen Praktiken. Jedoch auch ihre Planungen, eine fortschrittliche Bauweise betreffend, sowie ihre terrassenförmig angelegten Felder um die Erosion zu verhindern, lassen sich bis in die heutige Zeit umsetzen.
Auch Alexander von Humboldt ließ sich auf seiner Reise nach Ecuador 1802 von der Baukunst der Inkas begeistern. Erneut nehme ich mir seine Aufzeichnungen vor und kann immer wieder staunen, wie neugierig, unternehmungsfreudig, keine Mühen scheuend und mit welch unbändigem Forscherdrang er die Natur, ihre Gesetze und ihre Wunder versucht hat festzuhalten und sie damit der Nachwelt erklärt hat. Humboldt erkannte, dass die Natur als Netz fungiert und eine allumfassende Kraft ist. Diese Erkenntnis hat Einfluss auch auf unsere heutige Sicht der Welt, ihr Klima und alles was damit im Zusammenhang steht. Ihm, der so viele Vulkane erklommen hat, dass er zu den erfahrensten Bergsteigern der damaligen Welt zählte, will ich dieses einfache, aber schmackhafte Gericht (gegessen in der Mesmer-Alpe, Appenzeller Land, Schweiz) widmen: Röschti
- 3 große Kartoffeln, mehlige Sorte z. B. Agria
- 1 große Zwiebel
- Pfeffer, Salz, Muskat
- 2 Eier
- etwas Mehl
- Butterschmalz oder Öl
Kartoffel am Vortag ca. 10 Minuten kochen, schälen, grob raspeln und mit kleingeschnittener Zwiebel, Gewürzen, Eiern und Mehl vermischen und in einer Eisenpfanne portionsweise auf beiden Seiten goldgelb backen. Ich habe der Jahreszeit entsprechend, Krautsalat mit roten Paprikastückchen und den letzten Ruccolastängeln dazu serviert.

Ein weiterer Ausflug und grandioser Höhepunkt von Cuenca aus ist der Nationalpark Las Cajas. Eine mehrstündige Wanderung führt uns durch eine wilde mit zahlreichen Lagunen durchzogene Gegend. Die herrlichen Blumen der Anden säumen unsere Wege und … sogar ein Skorpion sonnt sich auf den Steinen. Unterhalb einer hölzernen Hängebrücke finden wir einen passenden Picknickplatz und verzehren unsere mitgebrachten Sandwiches, Avocados, Papayas, Mangos und die köstlichen Bananen.

An Stelle eines Dessertrezeptes gibt es eine kleine Abhandlung über die Tagua- oder Steinnuss (nicht essbar), die hauptsächlich in Ecuador wächst. Sie ist der Samen einer Palmenart, die zur Gattung der Steinnusspalmen gehört. Die bis zu 15 m hohen Bäume wachsen vor allem in Ecuador. Dort sind sie unter der einheimischen Bevölkerung seit vielen Generationen bekannt und aufgrund ihres Härtegrades und günstigen Preises wird die Nuss als billiger Ersatz für das wesentlich teurere Elfenbein genutzt. Schmuck, Schachfiguren, Knöpfe, Spielzeug etc. werden daraus hergestellt.

Nicht nur Humboldt hat dieser Teil Südamerikas mit seinem hochentwickelten Andenvolk begeistert, auch mich lässt sein Zauber bereits heute einen Besuch in Cuczo, der Hauptstadt des früheren Inkareichs in Peru planen. Vorher allerdings bleibe ich noch etwas in Ecuador, kaufe Schmuck aus Taguanüssen und lasse mich im Thermalbad Banos ein wenig verwöhnen.
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