16. Von Shackleton zu Seefisch und den Tasmanischen Teufeln

Soweit ich weiss, war Ernest Shackleton, ein in Irland geborener Polarforscher, nie in Tasmanien. Er fuhr mit seinem Schiff, der Endurance von Plymouth in England aus nach Südgeorgien und von dort weiter durch die Weddell-Sea, wo sie bereits im Packeis stecken blieb und sank. Jedoch welch Wunder, alle Mitglieder konnten sich retten. Von Hobart aus (Tasmanien hatte dadurch Anteil an der Expedition) startete das zweite Schiff, die Aurora, von der entgegen gesetzten Seite aus. Von dort sind es immerhin auch ca. 2700 km Richtung Süden bis zur Küste der Antarktis. Eine Ausstellung in Hobart über die unglaubliche Geschichte von Shackleton und der Endurance-Expedition fasziniert mich derartig, dass ich mir fest vornehme zu Hause mehr darüber zu lesen (s. Caroline Alexander “Die Endurance” Shackletons legendäre Expedition in die Antarktis). Unvorstellbar welche Abenteuer er und seine Crew Anfang des 20. Jahrhunderts bestehen mussten.

Meine Herausforderung heute besteht auf einem anderen Gebiet: ein möglichst nachhaltiges Seefischgericht will ich Ihnen/Dir vorstellen. Ich finde zwar in Tasmanien gezüchteten Lachs, empfehle jedoch für unsere Küche Wildlachs aus Alaska.

Ofengemüse mit Lachs

  • 4 Scheiben Lachsfilet
  • 1 gelbe Paprika
  • 2 kl. Zucchini
  • 2 kl. Auberginen
  • 2 kl. Fenchelknollen
  • 10 Cocktailtomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 1-2 Chilischoten
  • 4 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl
  • Salz u. Pfeffer
  • jeweils frischen Thymian u. Rosmarin
  • 1 Biozitrone

Gemüse waschen u. in grobe Stücke schneiden, in eine flache mit etwas Öl ausgestrichene große Auflaufform geben, salzen, pfeffern nach Geschmack. Die klein geschnittenen Chili, Knoblauch, Kräuter, mit 4 EL Öl mischen und mit dem Gemüse vermischen. Bei 200 Grad auf der mittleren Schiene 40 Minuten backen, das mit Salz, Pfeffer gewürzte u. Zitronensaft beträufelte Lachsfilet darüber legen, abdecken und weitere 20 Minuten mit garen. Mit Fladenbrot servieren – guten Appetit!

Von den Menschen zu den Tieren: Auch diese haben entsprechend der jeweiligen Spezies einen besonderen Speisezettel. Das “niedliche” Tier, der Tasmanische Teufel bevorzugt Aas von Säugetieren (Kängurus, Wallabys, Wombats). Daneben fängt er kleine Wirbeltiere und gibt sich manchmal sogar mit Pflanzenresten und Früchten zufrieden. Beutelteufel sind sogenannte Nahrungskonkurrenten, d. h. sie fressen schnell und gierig, besonders in Gruppen. Ein guter Freund fällt mir dabei ein, der viele Jahre im Internat gelebt hat und des öfteren erzählt, dass durch die Konkurrenz der Mitschüler auch da beim Essen Schnelligkeit angesagt war. Er sieht es mir sicher nach, wenn ich diese Geschichte weitergebe. Der Besuch in einem Devil’s Park, in dem wir bei der Fütterung der Tiere zusehen dürfen, zeigt uns in welcher Geschwindigkeit sie große Fleischbrocken incl. Knochen zermalen und hinunter würgen. So grausam sich das ansieht und liest, auch tasmanische Teufel haben eine Existenzberechtigung. Seit Jahren sind sie bedroht von einer heimtückischen Krebskrankheit. Etliche private Initiativen versuchen durch das Separieren der Tiere die Population wieder zu steigern. Sowohl dadurch, als auch durch die Anpassungsfähigkeit der Tiere konnte dieser ansteckende Gesichtskrebs soweit zurück gedrängt werden, dass mittlerweile ein Aussterben weniger wahrscheinlich geworden ist.

Nach dieser positiven Aussicht für die gar nicht so sehr geliebten Tiere, empfehle ich in unserem Herbst zur Obsternte einen Apfelkuchen, den Lieblingskuchen unserer Oma. Sonntags kamen oft Gäste und so wurde meist am Wochenende gebacken. 2 große Bleche trugen wir Kinder sie wegen des dort vorhandenen größeren Ofens zum Bäcker und am Samstagnachmittag durfte er von uns abgeholt und angeschnitten werden. Frischer Hefekuchen mit Streusel – mmmmh!

Apfelmus – Hefekuchen

  • 600 g Mehl
  • 170 g Zucker
  • 30 g frische Hefe
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 220 g Butter
  • 2 Eier
  • 1 TL Zimt
  • 500 g erkaltete Apfelmasse (ich nehme Fallobst, schäle und zerteile es in mittelgroße Stücke, koche sie so an, dass sie nicht ganz zu Brei werden)
  • etwas Salz
  • Puderzucker

400 g Mehl mit 50 g Zucker u. einer Prise Salz in einer großen Schüssel vermischen, mit der Hefe und der Milch einen Vorteig herstellen und diesen 10 Minuten an einer warmen Stelle (ich schiebe die abgedeckte Schüssel dafür in die auf 30 Grad geheizte Röhre) ruhen lassen. In der Zwischenzeit 70 g Butter schmelzen, mit der Hefemilch u. den Eiern zum Mehl geben und zu einem glatten Teig kneten, ca. 1 Std. abgedeckt bis zur doppelten Größe gehen lassen. Danach nochmal durchkneten u. auf einem gefetteten Blech ausrollen, erneut 15 Minuten gehen lassen. Nun für die Streusel 120 g kalte Butter, 160 g Mehl, 100 g Zucker, 1 TL Zimt u. 1 Prise Salz zerkrümeln bis mittelgroße Streusel entstehen. Die Äpfel auf dem Teig verstreichen und die Streusel darüber streuen. Den Kuchen ca. 35 Minuten backen, abkühlen und ggf. mit Puderzucker bestäuben.

Entschuldigen will ich mich für die ausgefallenen Blog-Beiträge – es war einfach zu viel los und … gleich noch eine Unzulänglichkeit: das Foto vom Lachsgericht fehlt, ich werde es in Kürze nachliefern – hoffentlich schmeckt es trotzdem.

Im nächsten Beitrag erzähle ich Euch/Ihnen von meinem Besuch in Port Arthur, der größten ehemaligen Sträflingskolonie in Australien.

Ein buntes sonniges Herbstwochenende!

2 Antworten zu „16. Von Shackleton zu Seefisch und den Tasmanischen Teufeln“

  1. Anonymous

    Ausflug zu den Tasmanischen Teufeln

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  2. Anonymous

    … das mit den großen Bachblechen erinnert mich daran, daß Du ja einmal neben der Bäckerei „Voack“ gewohnt hast – lang ist es her … Ich wünsche Dir noch einen erfolgreichen Aufenthalt am Tegernsee! Anita

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