
Nach einer guten Nacht ohne Alpträume gibt es ein typisches Frühstück: Toast, Butter, Marmelade und speziell für uns: “Eggs Benedict” mit köstlich duftendem Kaffee.
- 500 ml Wasser
- 3 EL Essig
- 2 Eier
- 2 Scheiben Kochschinken
- 2 runde Brötchen
- 4 EL Sauce Hollandaise
- 1 EL Schnittlauchröllchen
Pochierte Eier herstellen: Wasser und Essig zum Kochen bringen, anschl. die Hitze etwas reduzieren. Die Eier einzeln in einer Tasse aufschlagen, und vorsichtig in das mit einem Schneebesen umgerührte Essigwasser gleiten lassen. Das Eiweiß mit Hilfe eines Löffels vorsichtig um das Eidotter herumführen. 3-4 Minuten leise sieden lassen bis das Eiweiß gestockt ist, mit einer Schöpfkelle herausnehmen. Nun den Schinken scharf anbraten, je 2 Scheiben auf die getoasteten Brötchenhälften geben, das pochierte Ei darauf mit Pfeffer und Salz würzen, die angewärmte Sauce Hollandaise drüber gießen und mit Schnittlauchröllchen verzieren. Ich habe dieses schmackhafte Frühstück das erste Mal bei meiner Schwiegertochter in Perth/WA serviert bekommen und bereits des öfteren selbst ausprobiert – sehr lecker! Es schmeckt anstelle des Schinkens auch mit Lachs oder gedünstetem Spinat.

Nach diesem opulenten Frühstück begibt sich die fünfköpfige Truppe gut gelaunt auf die von Trison als schwierig geschilderte längere Bergwanderung in die Cradle Mountains. Blauer Himmel und herrlicher Sonnenschein sind unsere Begleiter. Trotzdem habe ich ein etwas mulmiges Gefühl und lasse mir ein Hintertürchen zum Umkehren offen. Die Tour stellt sich dann aber als gut zu bewältigende heraus, ist aber teilweise nicht ganz ungefährlich. Meinen Knien und auch den Hüften wird einiges abverlangt. Die herrlichen Berge, die Gletscherseen, das Wetter und die atemberaubende Aussicht während des Gehens entschädigen mich für die körperlichen Mühen um ein Vielfaches. Wir begegnen einigen schwer bepackten Wanderern, die den gesamten Overland Track in 6 Tagen bewältigen wollen. Es sind dies immerhin ca. 85 km, die sich in der zum Weltnaturerbe gehörende tasmanische Wildnis von Cradle Mountain bis zum Lake St. Clair erstrecken, einige Bergüberquerungen inclusive. Die 3 “Overländers” machen einen zwar begeisterten, aber auch müden Eindruck und lassen sich gerne einladen, den morgens von uns zusammengestellten Lunch zu verspeisen. Es sind interessante Geschichten, die in dieser Runde ausgetauscht werden: die drei geübten Bergsteiger schildern auf spannende Weise die letzten Tage bei ausgesprochen wechselhaftem Wetter in dieser alpinen Bergwelt. Auch die Geschichte von Gustav Weindorfer, einem Österreicher, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Tasmanien niederließ, macht die Runde. Er bestieg erstmals den Cradle Mountain, wobei ihn die Landschaft derartig begeisterte, dass er beschloss einen Nationalpark mit Unterkünften für Wanderer und Bergsteiger zu initiieren, was mit seiner Hilfe dann auch 1922 zur Eröffnung des “Cradle-Mountain-Lake-St.-Clair-Nationalpark” führte. Wie wir bei der Gelegenheit erfahren, wurde er zuletzt als “Hermit of Cradle Mountain” bezeichnet. Die 3 verabschieden sich, sie haben noch 3 Tage vor sich, wir “nur” 3 Stunden. Ich bin nicht unglücklich, mir diesen längeren Walk erspart zu haben. Er ist sicher nicht mit unserer Tagestour und schon gar nicht mit der moderaten Wanderung im Steigerwald, wo ich mein Training absolviert habe, zu vergleichen. Nach dem erwartungsgemäß nochmal anstrengenden Abstieg geht es weiter nach Sheffield und von dort durch eine von Landwirtschaft geprägte Gegend in die Hafenstadt Devenport. Wir verbringen den Abend und die Nacht in Trisons sehr geschmackvoll eingerichteten und herrlich gelegenem neuen Haus, wo jeder sein eigenes Zimmer mit Bad vorfindet. Hier ließe es sich länger aushalten! Zum Abschluß dieses kräftezehrenden Tages gibt es Pizza vom Pizzaservice und australisches Bier. Nach dem geschilderten opulenten Frühstück, dem Picknick-Lunch und der Takeaway-Pizza ein etwas aufwändigeres Dessert:
Im Vorgriff auf die über-, über-, übernächste Reise (Japan) eine Matcha-Biskuit-Schnitte

- 300 g Rohmarzipan
- 2 TL Matcha-Tee (Pulver allerbester Qualität)
- 1 gute Prise Salz
- 1 Vanilleschote
- 4 Eier
- 35 g Mehl
- 135 g Kartoffelmehl
- 2 EL Amaretto
- 120 g Butter und für die weiße Schokomousse:
- 2 Blatt Gelatine
- 200 g weiße Schokolade
- 75 g Jogurt
- 150 g Sahne + Himbeeren zum Verzieren
Die Marzipanmasse (Zimmertemperatur) mit dem Knethaken der Küchenmaschine weich schlagen, Matcha-Pulver und Salz dazu geben, das ausgekratzte Vanillemark und nach und nach die Eier dazu rühren bis eine schöne weiche Masse entsteht (ca. 10 Minuten). Nun kommt noch das gesiebte Mehl, der Amaretto und die weiche Butter dazu. Den fertigen Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen und bei 170 Grad in ca. 12 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Für die Mousse Gelatine in kaltem Wasser einweichen, die Schokolade im Wasserbad schmelzen und den Jogurt darunter rühren, Gelatine tropfnass in einem kleinen Topf bei kleiner Hitze auflösen und unter die Schokolade rühren. Nun noch die Sahne steif schlagen und ebenfalls unter die Schokocreme heben, gut kühlen und danach kleine Häufchen auf den in Streifen geschnittenen Biskuit geben, mit Himbeeren und evtl. Minzeblättchen verzieren und fertig ist dieser etwas ungewöhnliche, köstliche, mich an Japan erinnernde Nachtisch.
Vorher bleiben wir allerdings noch ein Weilchen in Tasmanien, schließlich habe ich bisher gar nichts von Port Arthur, den tasmanischen Teufeln und den Wallabys erzählt, worauf ihr Leser euch noch ein Weilchen gedulden sollt.

Hinterlasse einen Kommentar